ARBÖ: "Helm auf!" für Benzin-Scooter-Fahrer

Rechtliche Situation bei Benzin-, Elektro- und Micro-Scootern

Wien (OTS) - "Alle Benzin-Scooter unterliegen - unabhängig von ihrer Bauartgeschwindigkeit - ab sofort der Sturzhelmpflicht", stellt die Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferates, Dr. Barbara Auracher-Jäger, aufgrund der neuesten Klarstellungen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie unmissverständlich fest. In einer ersten Phase mussten Benzin-Scooter mit geringer Geschwindigkeit -bis 10 km/h - keine Helme tragen. "In" sind Benzin-, Elektro- oder Micro-Scooter speziell bei der Jugend. Nicht selten entstehen gefährliche Situationen, mit Unfällen als mögliche Folge. Der ARBÖ führt dies vor allem darauf zurück, dass wenig bis überhaupt nicht bekannt ist, wer wo mit derartigen Fahrzeug fahren darf, und informiert über die wichtigsten Fakten.

Die strengsten Bestimmungen gelten für Benzin-Scooter, etwas gelockert sind diese für Elektro-Scooter, während die Micro-Scooter sogar auf Gehsteigen fahren dürfen.

Benzin-Scooter

Benzin-Scooter sind Kraftfahrzeuge im Sinne des Kraftfahrgesetzes (KFG). Mit ihnen darf ausschließlich auf der Fahrbahn unter Einhaltung der allgemeinen Fahrregeln gefahren werden. Benzin-Scooter, die eine Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h haben, müssen nicht zugelassen werden, brauchen keine Haftpflichtversicherung, keinen Führerschein oder Mopedausweis. Personen, die einen derartigen Scooter lenken, müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Die Sturzhelmpflicht gilt für alle.

"Sollte der Scooter getunt sein und eine höhere Geschwindigkeit aufweisen, so muss das Fahrzeug auf jeden Fall zugelassen werden und es gelten dieselben Bestimmungen wie für ein Moped", warnt Dr. Auracher-Jäger vom ARBÖ.

Wer einen Benzin-Scooter kaufen möchte, sollte auf alle Fälle darauf achten, dass das Fahrzeug mindestens eine Bremsanlage, eine Beleuchtungsanlage, einen roten Rückstrahler sowie hinten eine weiße Tafel mit schwarzer Aufschrift "10 km/h" aufweist.

Für Benzin-Scooter gelten strengere Regeln als für Elektro-Scooter, weil sie durch "technisch freigemachte Energie" angetrieben werden

Elektro-Scooter

Ein Elektro-Scooter ist ein Fahrrad im Sinne der Straßenverkehrsordnung, wenn der Akku max. 400 Watt und eine Bauartgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h aufweist. Dr. Auracher-Jäger vom ARBÖ: "Elektro-Scooter müssen auf der Fahrbahn gefahren werden, wenn keine Radfahranlage vorhanden ist. Gibt es Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen, Radwege, Geh- und Radwege oder Radfahrerüberfahrten, müssen diese benützt werden. Nicht benützt werden dürfen Gehsteige und Gehwege." Wer mit einem Elektro-Scooter unterwegs ist, muss mindestens 12 Jahre alt sein. Kinder unter 12 Jahren, mit Radfahrausweis bis 10 Jahren, müssen von einer Person beaufsichtigt werden, die das 16. Lebensjahr vollendet hat.

Micro-Scooter

Micro-Scooter sind Kleinfahrzeuge, die mit Muskelkraft angetrieben werden, also weder Motor noch Batterie haben. Sie gelten als "Spielzeug" und fallen daher nicht unter die Bestimmungen für Fahrräder. Man darf daher auf Gehsteigen und Gehwegen dann fahren, wenn weder der Verkehr auf der Fahrbahn noch Fußgänger behindert oder gefährdet werden. Dr. Barbara Auracher-Jäger vom ARBÖ: "Die Fahrbahn darf nicht befahren werden." Auch hier müssen Kinder unter 12 Jahren, mit Radfahrausweis bis 10 Jahren, dabei von einer Person beaufsichtigt werden, die das 16. Lebensjahr vollendet hat.

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