- 06.10.2003, 11:16:21
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Nebenwirkung: kürzere Verweildauer, aber mehr Spitalsfälle und -tage
Linz (OTS) - Im Jahr 1997 wurde die Spitalsfinanzierung mit dem
Ziel umgestellt, die Kosten in den Griff zu bekommen. Als Erfolg der
damals eingeführten leistungsorientierten
Krankenanstalten-Finanzierung (LKF) wird immer wieder erwähnt, dass
die durchschnittliche Aufenthaltsdauer spürbar gesenkt werden konnte.
Dass parallel dazu die Zahl der Fälle und der Spitals-Tage zugenommen
hat, wirft ernste Fragen auf. Die OÖGKK fordert, dass die durch die
Umstellung aufgetretenen Effekte genau untersucht werden.
Bis zum Jahr 2005 soll die Finanzierung der Spitäler neu
ausverhandelt werden. Es ist daher höchst an der Zeit, sich die
Entwicklung der Spitäler genauer anzusehen. Aus dem Material, das der
OÖ Gebietskrankenkasse zur Verfügung steht, ergeben sich ernste
Fragen. So ist zwar nach der Umstellung auf die leistungsbezogene
Spitalsfinanzierung die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 8,24
Tagen im Jahr 1997 auf 7,15 Tage im Jahr 2002 kontinuierlich
zurückgegangen.
Zu denken sollte aber geben, dass parallel dazu die Zahl der
Krankenhaus-Fälle von 250.811 im Jahr 1997 um deutliche 22 Prozent
auf 306.022 angestiegen ist. Auch die Zahl der Spitalstage ist im
selben Zeitraum von insgesamt 2.066.804 auf 2.189.223 gestiegen. Die
OÖ Gebietskrankenkasse schließt aus diesen Daten, dass die LKF in den
Spitälern zu unerwünschten Auswirkungen geführt haben könnte.
Jedenfalls müssen die Effekte genau beobachtet werden, bevor im Jahr
2005 die weitere Finanzierung der Spitäler beschlossen wird.
Insbesondere muss geklärt werden, ob die leistungsorientierte
Spitalsfinanzierung eventuell dazu geführt hat, dass Patienten zwar
frühzeitig entlassen, dann aber "in Serie" wieder ins Spital bestellt
wurden. Zu untersuchen wird auch sein, inwieweit sich etwa Fälle aus
Ambulanzen zu stationären Fällen "entwickelt" haben.
Aus Sicht der OÖ Gebietskrankenkasse sind solche unerwünschten
Nebenwirkungen der LKF nicht auszuschließen und sollten in die
Diskussion um die Spitalsfinanzierung einfließen. Schließlich geht es
im Spitalsbereich um sehr viel Geld. Es ist auch unbedingt notwendig
zu untersuchen, welche finanziellen Auswirkungen und welche
Auswirkungen auf die Effizienz der angebotenen Leistungen die LKF
gebracht hat. Nur auf die Senkung der durchschnittlichen Verweildauer
zu blicken, greift eindeutig zu kurz.
OTS0070 2003-10-06/11:16
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