- 03.10.2003, 11:57:50
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MAG ELF sucht Pflegemamas und Pflegepapas
Vizebürgermeisterin Grete Laska präsentiert neue Kampagne
Wien (OTS) - In einem Pressegespräch präsentierte heute, Freitag,
Vizebürgermeisterin Grete Laska die neue Kampagne der MAG ELF (Amt
für Jugend und Familie) zur Unterstützung von Pflegeeltern.
Wenn Kinder von ihren leiblichen Eltern nicht mehr versorgt
werden können, brauchen sie eine liebevolle und engagierte
Ersatzfamilie. Mit einer Informationskampagne schafft die Stadt Wien
jetzt öffentliche Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema und
würdigt zugleich die große Leistung der Pflegemamas und Pflegepapas.
"1.114 Wiener Kinder und Jugendliche befanden sich mit Ende
letzten Jahres in Pflegefamilien. Ihr Bild in der Bevölkerung beruht
vielfach noch auf überholten Vorstellungen - Pflegeeltern übernehmen
heute eine anspruchsvolle Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit den
Fachleuten der MAG ELF. Geeignete Familien, Frauen und Männer, die
Kinder bei sich aufnehmen, werden weiterhin ständig gebraucht." so
Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Grete Laska.****
In besonders problematischen Familiensituationen ist manchmal
niemand da, der Erziehungsverantwortung tragen kann. Kinder aus
solchen Situationen brauchen Pflegeeltern, die für eine
unterschiedliche Zeitdauer die Aufgaben der leiblichen Eltern
übernehmen. Sie benötigen eine Ersatzfamilie, in der sie Pflege,
Betreuung und emotionalen Halt bekommen.
Pflegeeltern brauchen ein gutes Herz und viel Verständnis für
Kinder, aber auch spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten. Bei der Suche
nach Pflegemamas und Pflegepapas hilft jetzt eine neue Kampagne mit
Aufforderungscharakter kräftig mit.
Schwierige Aufgabe, auf Wunsch mit Anstellung
Für einen Pflegeelternteil besteht in Wien seit heuer die
Möglichkeit einer Anstellung. Gegenstand der Anstellung ist nicht die
Betreuung des Kindes in der Familie - diese Aufgabe ist unbezahlbar
und kann auch nicht in einem Arbeitsvertrag erfasst werden -, sondern
der zusätzliche Arbeitsaufwand für Fortbildung, Dokumentation,
Gruppensupervision, Besprechungen etc. Mit der Anstellung verbunden
sind Pensions-, Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung sowie
ein regelmäßiges monatliches Einkommen knapp über der
Geringfügigkeitsgrenze. Zusätzlich gibt es Angebote für kostenlose
Fortbildung und die Möglichkeit zur Gruppensupervision.
Pflegemamas und Pflegepapas werden für Kinder jeder Altersstufe
gesucht. Ganz besonders dringend aber für ältere Kinder von drei bis
neun Jahren wie auch für Geschwister, für Kinder mit schwierigen
Elternteilen, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen
sowie für Kinder mit Verhaltensproblemen und Auffälligkeiten im
sozialen Bereich.
Voraussetzung für die diese aufwändige, aber auch erfüllende
Aufgabe ist vor allem die Freude an der Arbeit mit Kindern.
Pflegekinder sind Kinder wie andere auch. Sie stellen aber darüber
hinaus besondere Anforderungen, denn sie haben oft eine belastende
Vorgeschichte und schlechte Erfahrungen hinter sich. Pflegeeltern
sind deshalb in ihren persönlichen Fähigkeiten - zum Beispiel
Toleranz, Gesprächsfähigkeit und Konfliktlösungskompetenz - sehr
gefordert.
Die MAG ELF, Amt für Jugend und Familie erteilt die
erforderliche Bewilligung für die Aufnahme eines Pflegekindes, wählt
geeignete InteressentInnen für ein bestimmtes Kind aus, vermittelt
das Kind in die individuell passende Familie, begleitet sie für die
Dauer des Pflegeverhältnisses und organisiert die Fortbildung der
Pflegeeltern. Bei allen Fragen und Problemen stehen die
SozialarbeiterInnen der MAG ELF den Pflegemamas und Pflegepapas mit
Rat und Tat zur Seite.
Martina Reichl-Roßbacher, Leiterin des Referates für Adoptiv-
und Pflegekinder: "Mit der sozialen Absicherung für Pflegeeltern
unterstützen wir die Partnerschaft zwischen den Pflegefamilien und
der MAG ELF."
Soziales Anliegen, mit Augenzwinkern serviert
Die neue Informationskampagne soll die public awareness für die
Thematik rund um Pflegekinder erhöhen und zugleich möglichst viele
potenzielle Pflegeeltern ansprechen. Dabei gilt es vor allem,
überkommene Klischees rund um das Thema auszuräumen. Zusätzlich wird
die Öffentlichkeit auf die große Leistung der Pflegeeltern aufmerksam
gemacht. Für Konzeption und Umsetzung der Kampagne verantwortlich
zeichnet das Kommunikationsbüro, eine Fullserviceagentur im 6. Wiener
Bezirk.
Die Headline "Bringen Sie das zusammen?" bringt die Botschaft
auf den Punkt: Sind Sie imstande, ein Kind so anzunehmen, wie es ist,
mit allem, was dazugehört? Die Anzeigenmotive zeigen lebendige
Momente, die der eigenen Kindheit entstammen oder die man aus der
Erfahrung als Mutter oder Vater kennt. Spezielle Inserate widmen sich
darüber hinaus den Krisenpflegekindern - Babys und Kleinkinder im
Alter bis zu zwei Jahren, die für die Dauer von sechs bis acht Wochen
innerhalb von Stunden Aufnahme finden müssen.
Starke Präsenz im Stadtbild
Großformatige Sujets auf Bussen und Straßenbahnen der Wiener Linien,
Indoor-Poster sowie Anzeigen in Printmedien prägen mit Anfang Oktober
das Wiener Stadtbild. Eine Broschüre informiert über alles, was
werdende Pflegemamas und Pflegepapas wissen wollen, und auch im
Internet gibt's gebündelte Information: Unter
http://www.pflegemama.at/ und http://www.pflegepapa.at/ findet man
alles Wissenswerte, einiges Unterhaltsame sowie nützliche Links und
Kontakte.
Bei bestehenden Pflegeeltern bedankt sich die Stadt Wien im
Rahmen der neuen Kampagne mit sinnvollen Give-aways: Pflegemamas und
-papas erhalten ein Gutscheinheft voller nützlicher Bons sowie auf
Wunsch ein Puzzle, bedruckt mit ihrem Familienfoto. Ein Magazin wird
der Pflegeeltern-Community außerdem über Neuigkeiten berichten.
Zahlen und Fakten zum Thema Pflegekinder
Mit 31. 12. 2002 befanden sich 1114 Wiener Kinder und
Jugendliche in Pflegefamilien. Von diesen Kindern und Jugendlichen
sind 446 in Wiener Pflegefamilien und 670 Kinder und Jugendliche bei
510 Pflegefamilien in anderen Bundesländern untergebracht. Die
meisten davon, nämlich 442 Kinder und Jugendliche, leben in
niederösterreichischen Pflegefamilien.
Langzeitpflege: Im Jahr 2002 vermittelte das Referat für
Adoptiv- und Pflegekinder 82 Säuglinge und Kleinkinder in
Langzeitpflegefamilien, 30 davon in Wiener Pflegefamilien und 52 zu
Pflegeeltern in den Bundesländern. 56 Säuglinge und Kleinkinder kamen
aus Krisenpflegefamilien und 26 Säuglinge und Kleinkinder aus der
Herkunftsfamilie bzw. aus Spitälern, Krisenzentren oder
Wohngemeinschaften.
Krisenpflege: Krisenpflegefamilien nehmen - meist ohne
Vorbereitungszeit - ein Kind aus akuter Krisensituation für die Dauer
von ca. 6 Wochen auf. Krisenpflegefamilien haben sich sehr gut
bewährt: Seit ihrer Einführung 2001 musste (mit äußerst kurzfristigen
Ausnahmen) kein Wiener Kind im Alter von 0-2 Jahren, dessen Familien
in eine schwere Krisensituation geraten war, in einer
Wohngemeinschaft oder einem Heim untergebracht werden. Von 112
Säuglingen und Kleinkindern, die im Laufe des Jahres in
Krisenpflegefamilien vermittelt wurden, konnten 46 Kinder wieder in
den Haushalt der leiblichen Eltern zurückkehren. 56 Kinder benötigten
eine längerfristige Folgeunterbringung in anderen Pflegefamilien.
Informationen: http://www.wien.at/; http:/www.pflegemama.at/;
http://www.pflegepapa.at/
(Schluss) eg
OTS0131 2003-10-03/11:57
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