Grünewald: Situation an der Medizin-Uni Innsbruck ist desaströs

Folgen des umstrittenen Universitätsgesetzes treiben immer seltsamere Blüten

Wien (OTS) Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, kritisierte heute anlässlich der Zuspitzung der chaotischen Situation rund um die Rektorsbestellung an der Medizin-Uni Innsbruck die Vorgangsweise Ministerin Gehrers. "Unter dem Deckmantel größerer Autonomie verkaufte Gehrer den Unis das Universitätsgesetz 2002. Nun stellt sich zunehmend heraus, dass von Autonomie keine Rede sein kann", so Grünewald.
Begonnen hat das Ganze bereits bei den von der Regierung bestellten Universitätsräten. Die Hälfte davon durfte nicht der jeweiligen Universität angehören. "Mehrfach wurde die Möglichkeit eines politischen Durchgriffs auf die Unis über den Universitätsrat kritisiert. Die Bestellung zahlreicher Personen aus dem Kreis des Personenkomitees Wolfgang Schüssels bei der Nationalratswahl nebst nationalen Burschenschaftlern begründen diesen Verdacht", erklärte Grünewald.

Auch die Vorkommnisse am Universitätsstandort Innsbuck zeigen die Unzulänglichkeiten des Gesetzes: Die Medizinische Universität hat noch immer keinen Rektor, obwohl dieser mit 1. Oktober seinen Dienst antreten hätte sollen. "Der zeitgerechte und rechtsgültige Wahlvorschlag des Gründungskonvents wurde nämlich vom Universitätsrat pauschal abgelehnt, ohne dies nachvollziehbar zu begründen. Der vom Unirat und vom Ministerium, nicht aber von der Universität autonom favorisierte Kandidat, sagte wegen nicht erfüllbarer, überzogener Forderungen ab. Während der Ratsvorsitzende in dieser kritischen Phase per Handy die Ratsgeschäfte von einem Segeltörn erledigte, phantasierte ein Sektionschef von einer notwendigen Neuausschreibung. Es kann nicht angehen, die versprochene Autonomie so lange zu persiflieren, bis durch Neuausschreibungen ein politisch genehmer Rektor gefunden wird", meint Grünewald.

Aber auch auf der Stammuniversität werde die Demotivierung der Bediensteten durch massive Einsparungen von Tag zu Tag größer. So rechne man bis Jahresende mit einer budgetbedingten Personalreduktion um bis zu 15 Prozent. "Statt Weltklasse herrscht Chaos und Demotivierung. Ich fordere die Ministerin auf, bei der Medizinischen Universität Innsbruck endlich die Autonomie ernst zu nehmen und die langfristigen Folgen von Brüskierung und Demokratieabbau zu bedenken. Die Zeit des Schönfärbens ist vorbei", so Grünewald abschließend.

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