• 03.10.2003, 10:22:12
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Grünewald: Situation an der Medizin-Uni Innsbruck ist desaströs

Folgen des umstrittenen Universitätsgesetzes treiben immer seltsamere Blüten

Wien (OTS) Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald,
kritisierte heute anlässlich der Zuspitzung der chaotischen Situation
rund um die Rektorsbestellung an der Medizin-Uni Innsbruck die
Vorgangsweise Ministerin Gehrers. "Unter dem Deckmantel größerer
Autonomie verkaufte Gehrer den Unis das Universitätsgesetz 2002. Nun
stellt sich zunehmend heraus, dass von Autonomie keine Rede sein
kann", so Grünewald.
Begonnen hat das Ganze bereits bei den von der Regierung bestellten
Universitätsräten. Die Hälfte davon durfte nicht der jeweiligen
Universität angehören. "Mehrfach wurde die Möglichkeit eines
politischen Durchgriffs auf die Unis über den Universitätsrat
kritisiert. Die Bestellung zahlreicher Personen aus dem Kreis des
Personenkomitees Wolfgang Schüssels bei der Nationalratswahl nebst
nationalen Burschenschaftlern begründen diesen Verdacht", erklärte
Grünewald.

Auch die Vorkommnisse am Universitätsstandort Innsbuck zeigen die
Unzulänglichkeiten des Gesetzes: Die Medizinische Universität hat
noch immer keinen Rektor, obwohl dieser mit 1. Oktober seinen Dienst
antreten hätte sollen. "Der zeitgerechte und rechtsgültige
Wahlvorschlag des Gründungskonvents wurde nämlich vom Universitätsrat
pauschal abgelehnt, ohne dies nachvollziehbar zu begründen. Der vom
Unirat und vom Ministerium, nicht aber von der Universität autonom
favorisierte Kandidat, sagte wegen nicht erfüllbarer, überzogener
Forderungen ab. Während der Ratsvorsitzende in dieser kritischen
Phase per Handy die Ratsgeschäfte von einem Segeltörn erledigte,
phantasierte ein Sektionschef von einer notwendigen Neuausschreibung.
Es kann nicht angehen, die versprochene Autonomie so lange zu
persiflieren, bis durch Neuausschreibungen ein politisch genehmer
Rektor gefunden wird", meint Grünewald.

Aber auch auf der Stammuniversität werde die Demotivierung der
Bediensteten durch massive Einsparungen von Tag zu Tag größer. So
rechne man bis Jahresende mit einer budgetbedingten Personalreduktion
um bis zu 15 Prozent. "Statt Weltklasse herrscht Chaos und
Demotivierung. Ich fordere die Ministerin auf, bei der Medizinischen
Universität Innsbruck endlich die Autonomie ernst zu nehmen und die
langfristigen Folgen von Brüskierung und Demokratieabbau zu bedenken.
Die Zeit des Schönfärbens ist vorbei", so Grünewald abschließend.

OTS0065    2003-10-03/10:22

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