• 03.10.2003, 10:14:01
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Umweltminister Pröll: Contracting ist Erfolgsfaktor für wirtschaftlichen Klimaschutz

BIG, Wirtschaftsministerium und Umweltministerium starten Contractingoffensive für Bundesgebäude

Wien (OTS) Strom und Wärmeerzeugung für Bundesgebäude verursachen
jährlich rund 600.000 Tonnen CO2-Emissionen. In Umsetzung der
nationalen Klimastrategie will nun der Bund auch bei öffentlichen
Gebäuden den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht werden: Bis
2005 sollen 10 Prozent dieser Emissionen eingespart werden.
Bundesimmobiliengesellschaft, Wirtschaftsministerium und
Umweltministerium starten daher eine Contractingoffensive für
Bundesgebäude: Ziel ist es mittels Contracting für Bundesgebäude ein
CO2-Einsparungspotenzial von rund 70.000 bis 100.000 Tonnen pro Jahr
auszuschöpfen und gleichzeitig durch Reduktion von Energiekosten von
6,50 bis 7,20 Mio. Euro pro Jahr für den Bund einzusparen. Das
erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, Freitag, beim einem
gemeinsamen Pressegespräch mit den Geschäftsführern der Bundes
Immobiliengesellschaft (BIG), DI Herbert Logar und DI Christoph
Stadlhuber. ****

Contracting stelle ein zukunftsweisendes und kosteneffizientes
Modell zur Ausschöpfung von Energiesparpotenzialen bei Gebäuden dar,
so der Minister: Ein externer Auftragnehmer kommt für Kosten und
Risiko der notwendigen Investitionen auf und zeichnet gleichzeitig
für die Installation der erforderlichen Anlagen verantwortlich. Im
Gegenzug lukriert der Auftragnehmer die eingesparten Energiekosten
während einer vereinbarten Vertragslaufzeit ganz oder teilweise.
Nach Ablauf des Vertrages kommt die volle Einsparung dem Kunden
zugute. Vor diesem Hintergrund beziffert eine Abschätzung der
Energieverwertungsagentur (E.V.A.) die durch die
Contractingoffensive für Bundesgebäude erzielbaren Kostenreduktionen
mit 1,45 Mio. Euro pro Jahr während der Vertragslaufzeit sowie 6,50
Mio. pro Jahr nach Ablauf der Vertragsbindung – nach Berechungen der
BIG sogar bis zu 7,2 Mio. Euro.

"Wenn Gemeinden und Private dem Beispiel des Bundes folgen, könnten
weitere 400.000 bis 800.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart
werden." Eine Studie der EVA zeige, so Pröll, dass in Österreich
allein durch Contracting im Dienstleistungssektor (öffentliche
Gebäude, Krankenhäuser, Schulen, Hotellerie) der Energieverbrauch um
rund 18,5 Prozent pro Jahr (3,7 von 20 Petajoule) reduziert werden
könnte. Das entspräche eingesparten Energiekosten von rund 38,5
Millionen € pro Jahr bei einem Investitionsvolumen von 233 Millionen
€. "Damit ergibt sich eine durchschnittliche Amortisationszeit von
nur sechs Jahren", so der Umweltminister.

Contracting als Möglichkeit, die Energiekosten eines Gebäudes zu
verringern, ohne selbst investieren zu müssen, werde dank der
Initiative des damaligen Umweltministers Martin Bartenstein bereits
seit 1997 erfolgreich im Gebäude des Umweltministeriums in der
Stubenbastei 5 (1010 Wien) angewandt. Durch Contracting und den
Umstieg auf Ökostrom konnten die CO2-Emissionen des Standortes seit
1997 fast halbiert werden. Trotz beträchtlicher Steigerung der
Energiedienstleistungen, beispielsweise im EDV-Bereich, konnten die
Energiekosten seit 1997 um ca. 20,6 % reduziert werden. Der Großteil
der Kostenreduktion (17,8 %) konnte durch die Reduktion des
Energieverbrauchs erzielt werden, der Rest (2,8 %) resultiert aus
Energiepreisreduktionen gegenüber dem Niveau von 1997.

Dass die BIG gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium als ersten
Schritt ein Contracting-Programm für Schulen umsetzt, hält Pröll für
besonders zukunftsweisend: "Gerade Schulen haben in der
Vergangenheit bei Wettbewerben bewiesen, dass Ihnen Energiesparen
ein Anliegen ist", würdigte Umweltminister Josef Pröll abschließend
das Engagement von Schülerinnen und Schülern.

S e r v i c e:
Nähere Informationen zum Bundescontracting finden sie unter
http://www.bundescontracting.at

Nähere Informationen über Contractinganbieter finden Sie sich unter
http://www.eva.ac.at/contracting/firmeninhalt.htm

Für Schulen, die sich mit dem Thema Energiesparen beschäftigen und
so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, bietet das
Umweltministerium im Internet ein umfassendes Paket an. Auf
www.umweltnet.at/bonus stehen von der Internetfirma "akaryon" in
Zusammenarbeit mit Klimabündnis Österreich aufbereitete
Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

(Schluss)

OTS0059    2003-10-03/10:14

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