Umweltminister Pröll: Contracting ist Erfolgsfaktor für wirtschaftlichen Klimaschutz

BIG, Wirtschaftsministerium und Umweltministerium starten Contractingoffensive für Bundesgebäude

Wien (OTS) Strom und Wärmeerzeugung für Bundesgebäude verursachen jährlich rund 600.000 Tonnen CO2-Emissionen. In Umsetzung der nationalen Klimastrategie will nun der Bund auch bei öffentlichen Gebäuden den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht werden: Bis 2005 sollen 10 Prozent dieser Emissionen eingespart werden. Bundesimmobiliengesellschaft, Wirtschaftsministerium und Umweltministerium starten daher eine Contractingoffensive für Bundesgebäude: Ziel ist es mittels Contracting für Bundesgebäude ein CO2-Einsparungspotenzial von rund 70.000 bis 100.000 Tonnen pro Jahr auszuschöpfen und gleichzeitig durch Reduktion von Energiekosten von 6,50 bis 7,20 Mio. Euro pro Jahr für den Bund einzusparen. Das erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, Freitag, beim einem gemeinsamen Pressegespräch mit den Geschäftsführern der Bundes Immobiliengesellschaft (BIG), DI Herbert Logar und DI Christoph Stadlhuber. ****

Contracting stelle ein zukunftsweisendes und kosteneffizientes Modell zur Ausschöpfung von Energiesparpotenzialen bei Gebäuden dar, so der Minister: Ein externer Auftragnehmer kommt für Kosten und Risiko der notwendigen Investitionen auf und zeichnet gleichzeitig für die Installation der erforderlichen Anlagen verantwortlich. Im Gegenzug lukriert der Auftragnehmer die eingesparten Energiekosten während einer vereinbarten Vertragslaufzeit ganz oder teilweise. Nach Ablauf des Vertrages kommt die volle Einsparung dem Kunden zugute. Vor diesem Hintergrund beziffert eine Abschätzung der Energieverwertungsagentur (E.V.A.) die durch die Contractingoffensive für Bundesgebäude erzielbaren Kostenreduktionen mit 1,45 Mio. Euro pro Jahr während der Vertragslaufzeit sowie 6,50 Mio. pro Jahr nach Ablauf der Vertragsbindung – nach Berechungen der BIG sogar bis zu 7,2 Mio. Euro.

"Wenn Gemeinden und Private dem Beispiel des Bundes folgen, könnten weitere 400.000 bis 800.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden." Eine Studie der EVA zeige, so Pröll, dass in Österreich allein durch Contracting im Dienstleistungssektor (öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Schulen, Hotellerie) der Energieverbrauch um rund 18,5 Prozent pro Jahr (3,7 von 20 Petajoule) reduziert werden könnte. Das entspräche eingesparten Energiekosten von rund 38,5 Millionen € pro Jahr bei einem Investitionsvolumen von 233 Millionen €. "Damit ergibt sich eine durchschnittliche Amortisationszeit von nur sechs Jahren", so der Umweltminister.

Contracting als Möglichkeit, die Energiekosten eines Gebäudes zu verringern, ohne selbst investieren zu müssen, werde dank der Initiative des damaligen Umweltministers Martin Bartenstein bereits seit 1997 erfolgreich im Gebäude des Umweltministeriums in der Stubenbastei 5 (1010 Wien) angewandt. Durch Contracting und den Umstieg auf Ökostrom konnten die CO2-Emissionen des Standortes seit 1997 fast halbiert werden. Trotz beträchtlicher Steigerung der Energiedienstleistungen, beispielsweise im EDV-Bereich, konnten die Energiekosten seit 1997 um ca. 20,6 % reduziert werden. Der Großteil der Kostenreduktion (17,8 %) konnte durch die Reduktion des Energieverbrauchs erzielt werden, der Rest (2,8 %) resultiert aus Energiepreisreduktionen gegenüber dem Niveau von 1997.

Dass die BIG gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium als ersten Schritt ein Contracting-Programm für Schulen umsetzt, hält Pröll für besonders zukunftsweisend: "Gerade Schulen haben in der Vergangenheit bei Wettbewerben bewiesen, dass Ihnen Energiesparen ein Anliegen ist", würdigte Umweltminister Josef Pröll abschließend das Engagement von Schülerinnen und Schülern.

S e r v i c e:
Nähere Informationen zum Bundescontracting finden sie unter http://www.bundescontracting.at

Nähere Informationen über Contractinganbieter finden Sie sich unter
http://www.eva.ac.at/contracting/firmeninhalt.htm

Für Schulen, die sich mit dem Thema Energiesparen beschäftigen und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, bietet das Umweltministerium im Internet ein umfassendes Paket an. Auf www.umweltnet.at/bonus stehen von der Internetfirma "akaryon" in Zusammenarbeit mit Klimabündnis Österreich aufbereitete Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

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