• 01.10.2003, 10:30:00
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WGKK eröffnet Vertragsverhandlungen mit Wiener Ärztekammer

Versicherte brauchen bessere Öffnungszeiten und Qualitätssicherung

Wien (OTS) - In den kommenden Wochen verhandeln Wiener
Gebietskrankenkasse und Wiener Ärztekammer nach einem gemeinsam
festgelegten Zeitplan einen neuen Gesamtvertrag. Dazu ist die
Vertragskündigung zum 31. 12. 2003 ein technisch notwendiger Schritt,
weil der alte Vertrag sonst ohne Kündigungsmöglichkeit bis Ende 2004
gültig gewesen wäre. Das Gesetz sieht eine Vertragskündigung nur zu
einem Jahresende mit dreimonatiger Kündigungsfrist vor. Gestern war
daher der letztmögliche Tag, um die geplante Neuverhandlung
einzuleiten.

Forderungskatalog der WGKK: Verbesserungen für Versicherte

Die WGKK wird für ihre Versicherten in den kommenden Verhandlungen
folgende wichtige Fragen auf die Agenda setzen:

+ Bessere Öffnungszeiten und einen Stellenplan für eine gerechtere
Verteilung der Arztstellen
+ moderne Qualitätssicherung
+ mehr barrierefreie Ordinationen für behinderte Menschen
+ Mithilfe der Ärzte bei sinnvollem Sparen im Medikamentenbereich
+ Erhöhung der Effizienz (dem Beispiel der WGKK folgend) und
+ Abschluss eines Vertrages für drei Jahre.

Eine entsprechende Punktation samt einer Darstellung der
Rahmenbedingungen der kommenden Verhandlungen wurde bereits Ende
August der Standesvertretung der Ärzte übermittelt.

Hauptverband droht Kasse und Ärzten mit Mittelkürzung

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat den einzelnen
Krankenkassen ein technokratisches und mit den Notwendigkeiten der
Patientenversorgung nicht zu vereinbarendes Finanzziel diktiert. Die
Einsparungsvorgaben wurden mit der Auszahlung von Mitteln aus dem
Ausgleichsfonds verknüpft. Werden die unrealistischen Vorgaben nicht
erreicht, werden die Zahlungen gekürzt oder gänzlich gestrichen.
Gemäß Hauptverband dürfen spätestens 2005 die Aufwendungen für
Leistungen - z.B. Ärzthonorare - nicht stärker steigen als die
Beitragseinnahmen. Was das bedeutet, kann aus den Zahlen der letzten
Jahre leicht dargelegt werden:

Ärztehonorare doppelt so stark gestiegen wie die
Beitragseinnahmen

Während die Beitragseinnahmen in den letzten fünf Jahren (1997 -
2002) nur um insgesamt 11 Prozent gestiegen sind, sind die Honorare
der Ärzte im selben Zeitraum um 22 Prozent gewachsen. Allein von 2001
auf 2002 sind die Arzthonorare um 5 Prozent gestiegen, die
Beitragseinnahmen jedoch nur um 0,2 Prozent.

Unabhängig von den überzogenen Vorgaben des Hauptverbandes ist die
WGKK den Beitragszahlern einen sorgsamen Umgang mit ihrem Geld
schuldig. Die Entwicklung der Ärztehonorare muss in Zeiten knapper
öffentlicher Mittel in einer Vernünftigen Relation zur Entwicklung
der Löhne und Gehälter der Versichertengemeinschaft stehen. "Es ist
keinesfalls zu akzeptieren, dass die Politik den Versicherten höhere
Selbstbehalte abverlangt, die Anbieterhonorare in ihrem Wachstum
jedoch unberührt bleiben" sagte der Obmann der Wiener
Gebietskrankenkasse Franz Bittner.

Wiener Ärztekammer und WGKK im selben Boot

"Die Wiener Ärztekammer ist gemeinsam mit der WGKK Opfer der
verfehlten Politik auf Bundes- bzw. Hauptverbandsebene. Trotz dieser
äußerst schwierigen Rahmenbedingungen werden wir mit unserem Partner
Ärztekammer eine konsensuelle Lösung anstreben" sagte Bittner. "Ein
vertragsloser Zustand wäre die schlechteste Lösung für Patienten und
Ärzte. Davon sind wir jedoch noch weit entfernt. Sowohl der
Ärztekammerpräsident als auch ich wollen das vermeiden."

"Ein gutes Verhältnis zu unseren Vertragspartnern ist mir sehr
wichtig. Wir wollen die Verhandlungen ehrlich und mit offenem Visier
führen. Ich habe als erfahrener Verhandler großes Versändnis für die
Standesvertretung der Ärzte, dass sie ihre Sorgen und Ängste
artikuliert und auch ihre Forderungen stellt. Ich bin zuversichtlich,
dass wir gemeinsam eine gute Lösung zum Wohle der Patienten finden
werden. Ein vertragsloser Zustand ist nicht unser Ziel" stellte
Bittner fest.

OTS0068    2003-10-01/10:30

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