• 29.09.2003, 16:32:43
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  • OTS0165 OTW0165

Entkriminalisieren statt legalisieren

Vorarlberg in der Cannabisfrage auf dem richtigen Weg

Bregenz (VLK) – Gesundheitslandesrat Hans-Peter Bischof ist
nicht überrascht über die Entscheidung des Schweizer
Nationalrates, den Gesetzesentwurf zur Cannabisfreigabe
abzulehnen: "Durch das mehrmalige Verschieben der Debatte
im Schweizer Parlament und aus Gesprächen mit Schweizer
Kollegen habe ich fast damit gerechnet." ****

Für Bischof zeigt sich auch, "dass wir in Vorarlberg in
der Cannabisfrage auf dem richtigen Weg sind – nämlich
sensibel und mit Augenmaß jeden Einzelfall prüfen und
entsprechende Vorgangsweisen festlegen". Auch wenn
gelegentlicher Cannabiskonsum nicht automatisch
gesundheitliche Probleme mit sich bringt, wäre eine
generelle Verharmlosung ein völlig falscher Ansatz. Denn
Cannabis ist eine hochwirksame psychoaktive Substanz, die
massiv in die Stoffwechselprozesse im Gehirn eingreift.

Ziel müsse es sein, von einer gerichtlichen Bestrafung
der Konsumenten weg zu kommen, aber trotzdem wenn nötig dem
Einzelfall angepasst gesundheitsbezogene Maßnahmen
durchführen zu können. Dafür bietet das österreichische
Suchtmittelgesetz bereits heute entsprechende Grundlagen.
Dort ist festgelegt, dass Drogenkonsum in der Schule und im
Bundesheer nicht bei Staatsanwaltschaft oder Exekutive
anzuzeigen ist, sondern – wenn zielführend - gleich eine
gesundheitsbezogene Maßnahme eingeleitet werden muss.
Allerdings: "Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein
Jugendlicher, der in seiner Freizeit 'kifft', rechtlich
schlechter gestellt ist als einer, der dies in der Schule
tut. Hier ist unabhängig vom Ort auf jeden Fall Gesundheit
vor Strafe zu stellen", fordert Landesrat Bischof eine
Ausweitung der Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes auf
andere Bereiche.
(hh/gw,nvl)

OTS0165    2003-09-29/16:32

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