- 26.09.2003, 09:30:53
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NÖ-Landesrechnungshof kritiert neuerlich Personalmangel im Pflegebereich
Überprüfung des Landes-Pensionisten- und Pflegeheims Berndorf dokumentiert Pflegenotstand
St. Pölten (Grüne) - Der Landesrechnungshof stellt neuerlich
erheblichen Personalmangel im Pflegebereich fest. Wörtlich heißt es
im Bericht 4/2003 der Landeskontrollore: "Im Bereich des Gehobenen
Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege besteht erheblicher
Personalmangel. Die vorgegebenen Ziele der Altenbetreuung können nur
durch Inanspruchnahme von privaten Pooldiensten erreicht werden."
Überprüft wurde das Landes-Pensionisten- und Pflegeheim Berndorf. Im
überprüften Zeitraum wurden täglich durchschnittlich 107
BewohnerInnen im Heim betreut. "Dringenden Handlungsbedarf" ortet die
Gesundheitssprecherin der NÖ Grünen Helga Krismer. "Krismer: "Die
zuständige Landesrätin muss rasch handeln. Die PatientInnen können
nicht jahrelang warten, bis die vom Land eingeleiteten Maßnahmen
greifen." Bereits 2002 haben die Kontrollore akuten Personalmangel im
Pflegebereich festgestellt.
In Berndorf - so der Landesrechnungshof - fehlen konkret 140
Wochenstunden und rund 4 Dienstposten. Der Landesrechnungshof stellt
fest: "Zum Stichtag 6. August 2002 standen im Pflegebereich dem
Sollstand von 43 Beschäftigten tatsächlich 39,5 besetzte Dienstposten
gegenüber. Dieser Bereich ist daher gegenüber dem DPPI
(Dienstpostenpläne Anm.) deutlich unterbesetzt." Der Bericht weiter:
"Um diesen Fachkräftemangel überbrücken zu können, werden Überstunden
angeordnet und Fachkräfte des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und
Krankenpflege, die bei privaten Anbietern - so genannten Pooldiensten
- angestellt sind, eingesetzt. Im Jahr 2001 wurden insgesamt 7.858
Stunden (das entspricht rd. 5 Dienstposten) durch Personal von
Pooldiensten abgedeckt."
Der Landesregierung ist dieser Zustand bekannt. Vor allem ist die
Region Weinviertel und Teile des Industrieviertels davon betroffen.
Umfangreiche Maßnahmen wurden angekündigt: Erhöhung der
Ausbildungskapazitäten sowie eine Image- und Werbekampagne. Allen ist
klar, dass diese Maßnahmen erst in einigen Jahren wirksam werden.
"Die Patienten können nicht Jahre warten bis - vielleicht - eine
Verbesserung eintritt. Auch jetzt haben alte Menschen ein Recht
bestens betreut zu werden", so die Grüne Landtagsabgeordnete. Die
Grünen fordern Sofortmaßnahmen. Bessere Arbeitsbedingungen, bessere
Bezahlung, bessere Ausbildung. Die Grünen erneuern ihren Vorschlag
Fachhochschulen für Altenpflege einzurichten um das Image des Berufes
aufzuwerten. "Das Land wird Geld in die Hand nehmen müssen um rasch
eine Verbesserung der Pflege zu erreichen", so Krismer abschließend.
OTS0030 2003-09-26/09:30
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