• 23.09.2003, 12:24:51
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  • OTS0137 OTW0137

WKÖ fordert Bedarfserhebung und Evaluierung der Nachmittagsbetreuung in Schulen

Landertshammer: Das Angebot soll sich an der Nachfrage orientieren

Wien (PWK623) - "Die Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und
Schüler ist ein höchst aktuelles Thema, das eine genaue Erhebung der
Nachfrage, des derzeit verfügbaren Angebots, und eines möglichen
Ausbaus erfordert", betont Michael Landertshammer, Leiter der
Bildungspolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich. Er
schließt sich damit der von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer
angeregten Statuserhebung an und meint, dass dabei von der Mehrzahl
der Eltern voraussichtlich ein rascher Ausbau des Angebotes gewünscht
sei.

"Das Angebot soll sich an der Nachfrage orientieren", stellt
Landertshammer klar. Damit erscheine es fraglich, ob eine jeweils
individuelle Entscheidung des Schulgemeinschaftsausschusses (SGA) mit
einem notwendigen großflächigen Betreuungskonzept koordinierbar ist.
"Die von Ministerin Gehrer betonte Wahlmöglichkeit ist ein
wesentlicher Punkt in dieser Diskussion, eine Zwangstagsschule wird
von der Wirtschaftskammer nicht befürwortet. Wer vor eine Wahl
gestellt wird, sollte allerdings auch die Möglichkeiten kennen, vor
die er gestellt wird." Gerade in der Bundeshauptstadt gebe es
zahlreiche Schulversuche und Angebote (wie etwa das "Offene Lernen"),
über die Eltern oft nur unzureichend informiert sind. Eine
transparente und übersichtliche Zusammenstellung der bereits
bestehenden Formen der Nachmittagsbetreuung sei daher wichtig.

Hand in Hand mit einer Bedarfsanalyse sollte auch eine Evaluierung
der bereits bestehenden Angebote durchgeführt werden. Landertshammer:
"Wir können es uns nicht leisten, nicht zu wissen, ob unsere
Bildungsangebote angenommen werden und ob der Standard und die
Qualität den Erwartungen der Eltern entspricht." Für Eltern, die sich
heute für Kinder entscheiden, muss gesichert sein, dass ihnen - ohne
dass sie ihren Beruf aufgeben müssen - eine optimale Betreuung ihrer
Kinder ermöglicht wird. Die Nachmittagsbetreuung ist für Eltern, die
in der Berufswelt stehen, in vielen Fällen eine unabdingbare
Notwendigkeit bei der Betreuung ihrer Kinder.

Eine bundesweit forcierte Nachmittagsbetreuung an allen Schulen könne
hier wesentliche Verbesserungen erzielen, so Landertshammer: "Es
bedarf sicher noch weiterer Maßnahmen, der von Ministerin Gehrer
angepeilte Weg ist aber ein weiterer wichtiger Schritt einer besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie."

Wie sich auch an den derzeitigen Entwicklungen in Deutschland zeigt,
kann die gesamte Diskussion nicht ohne Einbeziehung der Frage der
Lehrerarbeitszeit geführt werden. Wie Professor Haider, Leiter der
von BM Gehrer eingesetzten Zukunftskommission vor einigen Wochen
feststellte, ist eine über Ihre Unterrichtsverpflichtung
hinausgehende Anwesenheit der Lehrer in den Schulen durchaus denkbar.
In diesem Zusammenhang müssen aber auch Probleme der oft nicht
vorhandenen Infrastruktur an den Schulstandorten, z.B. betreffend
Aufenthaltsmöglichkeiten für die Schüler und angemessener
Arbeitsplätze für die Lehrer, mitgedacht werden. (Ne)

OTS0137    2003-09-23/12:24

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