VP-Korosec: Bildungskonzept für Pflegeberufe ist überfällig!

Aufstieg statt Ausstieg!

Wien (VP-Klub): "Ein Bildungskonzept ist die Basis, auf der die gesamte Gesundheitsversorgung ruht. 'Aufstieg statt Ausstieg' muss daher, wie in anderen Bereichen jetzt schon üblich, das Prinzip für Pflegeberufe lauten", forderte die ehemalige Volksanwältin und Sozialsprecherin des Wiener VP Landtagsklubs, LAbg. Ingrid Korosec, in ihrer heutigen Presskonferenz.

Eine akademische Ausbildung im Bereich der Pflege sei umgehend anzubieten. "An der Universität Wien muss ein Lehrstuhl für Pflegewirtschaft eingerichtet werden", so Korosec. "Die Eigenverantwortlichkeit der Pflegewissenschaft und der dazugehörenden Pflegeforschung muss endlich auch im akademischen Bereich geschaffen werden."

Diplomiertes Pflegepersonal sei in Österreich permanent überlastet und es gäbe auch keine Möglichkeit adäquater Weiterbildung. Es sei daher nicht verwunderlich, dass der Pflegeberuf eine besonders kurze Berufsverweildauer aufweist. "Der Ausstieg ist praktisch vorprogrammiert", meinte Korosec. "Demotivierende Aussagen von Vorgesetzten - nach dem Motto: 'Geben sie bei Dienstbeginn ihr Hirn ab!' tragen das Übrige dazu bei", so die Sozialsprecherin ergänzend.

Berufliche Weiterbildung sei für eine hohe Zufriedenheit - als eine der Voraussetzungen für engagierten Umgang mit den zur Pflege anvertrauten Menschen - gerade für diese Berufsgruppe unerlässlich. Daher seien auch Aufstiegsmöglichkeiten anzubieten. So sollten PflegehelferInnen die Möglichkeit haben, das Diplom für Gesundheits-und Krankenpflege zu erwerben und diplomierten PflegerInnen sei die Möglichkeit der akademischen Weiterbildung anzubieten.

Weiters forderte Korosec, dass die Einstufung des Pflegegeldes ab sofort durch Pflegepersonen vorzunehmen, da Mediziner wenig über die Bedürfnisse und Defizite in deren Lebensgestaltung wüssten. Ähnlich sei auch die Bestellung von Dr. Vogt zum Pflegeombudsmann zu bewerten. "Pittermann hat hier eine übereilte Alibihandlung gesetzt. Wir fordern eine Ausschreibung für einen Pflegeanwalt, der dann weisungsfrei und mit umfangreicher Kompetenz ausgestattet agieren kann und dem Wiener Landtag berichten muss. Idealerweise kommt ein solcher Pflegeanwalt aus dem Pflegebereich", betonte Korosec.

Pflege erfolgt in einem Zwei-Klassen-System

Als umgehend nötige Maßnahme sieht Korosec auch die Umgestaltung der räumlichen Verhältnisse in Pflegeeinrichtungen. Die Unterbringung pflegebedürftiger Menschen in 8-Bett Zimmern sei mehr als unmenschlich. Es seien umgehend kleinere Wohneinheiten zu schaffen, die auch eine Privatsphäre erlauben.

Frau Univ.Doz. Dr. Elisabeth Seidl, Leiterin der Abteilung Pflegeforschung an der Universität Linz, betonte ergänzend: "In Österreich spricht man sich zwar vehement gegen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Medizin aus, in der Pflege ist diese aber Gang und Gebe. Jene, die es sich leisten können, werden mit Lainz oder ähnlichen Einrichtungen nie in Kontakt kommen."

Korosec abschließend: "Ich werde - auch wenn Frau Pittermann ihren Platz räumt, was ich als gegeben erachte - nicht zur Tagesordnung übergehen. Ich werde solange kämpfen, bis sich die Situation geändert hat und solche Missstände erst gar nicht mehr entstehen können."

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