• 19.09.2003, 12:40:38
  • /
  • OTS0149 OTW0149

VP-Korosec: Bildungskonzept für Pflegeberufe ist überfällig!

Aufstieg statt Ausstieg!

Wien (VP-Klub): "Ein Bildungskonzept ist die Basis, auf der die
gesamte Gesundheitsversorgung ruht. 'Aufstieg statt Ausstieg' muss
daher, wie in anderen Bereichen jetzt schon üblich, das Prinzip für
Pflegeberufe lauten", forderte die ehemalige Volksanwältin und
Sozialsprecherin des Wiener VP Landtagsklubs, LAbg. Ingrid Korosec,
in ihrer heutigen Presskonferenz.

Eine akademische Ausbildung im Bereich der Pflege sei umgehend
anzubieten. "An der Universität Wien muss ein Lehrstuhl für
Pflegewirtschaft eingerichtet werden", so Korosec. "Die
Eigenverantwortlichkeit der Pflegewissenschaft und der dazugehörenden
Pflegeforschung muss endlich auch im akademischen Bereich geschaffen
werden."

Diplomiertes Pflegepersonal sei in Österreich permanent überlastet
und es gäbe auch keine Möglichkeit adäquater Weiterbildung. Es sei
daher nicht verwunderlich, dass der Pflegeberuf eine besonders kurze
Berufsverweildauer aufweist. "Der Ausstieg ist praktisch
vorprogrammiert", meinte Korosec. "Demotivierende Aussagen von
Vorgesetzten - nach dem Motto: 'Geben sie bei Dienstbeginn ihr Hirn
ab!' tragen das Übrige dazu bei", so die Sozialsprecherin ergänzend.

Berufliche Weiterbildung sei für eine hohe Zufriedenheit - als eine
der Voraussetzungen für engagierten Umgang mit den zur Pflege
anvertrauten Menschen - gerade für diese Berufsgruppe unerlässlich.
Daher seien auch Aufstiegsmöglichkeiten anzubieten. So sollten
PflegehelferInnen die Möglichkeit haben, das Diplom für Gesundheits-
und Krankenpflege zu erwerben und diplomierten PflegerInnen sei die
Möglichkeit der akademischen Weiterbildung anzubieten.

Weiters forderte Korosec, dass die Einstufung des Pflegegeldes ab
sofort durch Pflegepersonen vorzunehmen, da Mediziner wenig über die
Bedürfnisse und Defizite in deren Lebensgestaltung wüssten. Ähnlich
sei auch die Bestellung von Dr. Vogt zum Pflegeombudsmann zu
bewerten. "Pittermann hat hier eine übereilte Alibihandlung gesetzt.
Wir fordern eine Ausschreibung für einen Pflegeanwalt, der dann
weisungsfrei und mit umfangreicher Kompetenz ausgestattet agieren
kann und dem Wiener Landtag berichten muss. Idealerweise kommt ein
solcher Pflegeanwalt aus dem Pflegebereich", betonte Korosec.

Pflege erfolgt in einem Zwei-Klassen-System

Als umgehend nötige Maßnahme sieht Korosec auch die Umgestaltung der
räumlichen Verhältnisse in Pflegeeinrichtungen. Die Unterbringung
pflegebedürftiger Menschen in 8-Bett Zimmern sei mehr als
unmenschlich. Es seien umgehend kleinere Wohneinheiten zu schaffen,
die auch eine Privatsphäre erlauben.

Frau Univ.Doz. Dr. Elisabeth Seidl, Leiterin der Abteilung
Pflegeforschung an der Universität Linz, betonte ergänzend: "In
Österreich spricht man sich zwar vehement gegen eine
Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Medizin aus, in der Pflege ist diese
aber Gang und Gebe. Jene, die es sich leisten können, werden mit
Lainz oder ähnlichen Einrichtungen nie in Kontakt kommen."

Korosec abschließend: "Ich werde - auch wenn Frau Pittermann ihren
Platz räumt, was ich als gegeben erachte - nicht zur Tagesordnung
übergehen. Ich werde solange kämpfen, bis sich die Situation geändert
hat und solche Missstände erst gar nicht mehr entstehen können."

OTS0149    2003-09-19/12:40

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel