• 19.09.2003, 09:55:01
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Österreichischer Radiologenkongress in Klagenfurt

Moderne Bildgebung bei Herzerkrankungen

Wien (OTS) - Der Österreichischer Röntgenkongress 2003, vom 25. -
27.September an der Universität Klagenfurt, unter der Präsidentschaft
von em.Prim.Dr.Helge Haselbach, steht unter anderem unter dem Motto
"Sie können Hirn - aber nicht herzlos leben".

Neben ausgesuchten zentralen Themen, die der modernen Entwicklung
Rechnung tragen, wichtigen Intensiv- und Refresherkursen, sowie
Workshops stellt die moderne Bildgebung des Herzens einen der
zahlreichen Schwerpunkte dar.

Die Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT) hat sich
auf Grund des rasanten technischen Fortschritts der vergangenen Jahre
bedeutend verbessert. Galt die Untersuchung noch vor wenigen Jahren
für Kardiologen als etwas Exotisches und für Radiologen als
zeitraubende Spielerei, so bietet die Kardio-MRT heute neben
exzellenten morphologischen Bildern auch funktionelle Daten hoher
Präzision bis hin zur Real-Time-Bildgebung.

Die aus der Echokardiographie gewohnten Schnittebenen lassen sich
präzise einstellen und mit so genannten Cine-Sequenzen, die nur
wenige Sekunden Aufnahmezeit benötigen, ist die Herzaktion als Film
abspielbar. Dadurch sind auch prospektive Aussagen zur Qualität des
Herzmuskels nach Herzinfarkt oder bei entzündlichen Erkrankungen des
Herzmuskels möglich geworden. Die Unterscheidung, ob sich im
untersuchten Herzareal vitale Herzmuskelzellen finden, ist eine
klinisch wichtige Frage. Ihre Beantwortung stellt fest, ob und welche
Behandlung für dieses Muskelgebiet nach einem ischämischen Ereignis
erfolgversprechend ist. Die Abgrenzung zwischen infarziertem und
vitalen Myokard ist mit dem so genannten "Late-Enhancement"
(Kontrastmittelanreicherung im Narbengewebe des Herzmuskels) so exakt
wie mit keinem anderen bildgebenden Verfahren möglich. Je nach Größe
des infarzierten Areals lässt sich die Prognose bei
revaskularisierender Therapie (Gefäßdehnung, Stentlegung,
Bypass-Operation) sehr gut abschätzen. Transmurale Infarkte sind
bezüglich Besserung der Wandkontraktilität und somit auch der
Herzauswurfleistung prognostisch ungünstiger einzustufen als kleine
Infarkte ohne sichtbares Korrelat.

Weitere Einsatzgebiete der Kardio-MRT sind Entzündungen des
Herzmuskels, Klappenuntersuchungen, Herztumoren, Missbildungen und
die Darstellung der großen Gefäße.

Die neueste Generation der Computertomographie mit der so
genannten Multislice- und Multidetektortechnologie zeigen derzeit
vielversprechende Ergebnisse in der Bestimmung von
Koronargefäßverkalkungen und der Evaluierung der Koronargefäße.
Neueste Studienergebnisse belegen, dass es bei Koronarstenosen eine
85-prozentige Übereinstimmung zwischen Angiographie und CT gibt, wenn
ein sogenannter 16-Zeiler-CT zur Anwendung kommt.

Die wichtigste Patientengruppe ist jene mit erhöhtem Risiko für
eine koronare Herzkrankheit und unklaren, mit nicht invasiven
Methoden erhobenen Befunden. Ein Bindeglied zwischen invasiven und
nichtinvasiven diagnostischen Methoden scheint nun mit der
CT-Angiographie, die als Vortest-Verfahren anzusehen ist, gefunden zu
sein.

Die Untersuchung der Herzkranzgefäße mit der Kardio-MRT ist zwar
möglich, derzeit aber noch nicht routinemäßig einsetzbar. Gemeinsam
mit der Funktionsuntersuchung des Herzmuskel in Ruhe und unter
Belastung wird diese Methode eine ernstzunehmende Alternative zur
herkömmlichen Angiographie und der Szintigraphie des Herzmuskels
werden.

Arbeitsgruppe für kardiovaskuläre Bildgebung
 Voritzender: Univ. Doz. Dr. Klaus Hergan

 VBDO
 Vorsitzender: Univ. Doz. Dr. Michael Stiskal
OTS0042    2003-09-19/09:55

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