Österreichischer Radiologenkongress in Klagenfurt

Moderne Bildgebung bei Herzerkrankungen

Wien (OTS) - Der Österreichischer Röntgenkongress 2003, vom 25. -27.September an der Universität Klagenfurt, unter der Präsidentschaft von em.Prim.Dr.Helge Haselbach, steht unter anderem unter dem Motto "Sie können Hirn - aber nicht herzlos leben".

Neben ausgesuchten zentralen Themen, die der modernen Entwicklung Rechnung tragen, wichtigen Intensiv- und Refresherkursen, sowie Workshops stellt die moderne Bildgebung des Herzens einen der zahlreichen Schwerpunkte dar.

Die Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT) hat sich auf Grund des rasanten technischen Fortschritts der vergangenen Jahre bedeutend verbessert. Galt die Untersuchung noch vor wenigen Jahren für Kardiologen als etwas Exotisches und für Radiologen als zeitraubende Spielerei, so bietet die Kardio-MRT heute neben exzellenten morphologischen Bildern auch funktionelle Daten hoher Präzision bis hin zur Real-Time-Bildgebung.

Die aus der Echokardiographie gewohnten Schnittebenen lassen sich präzise einstellen und mit so genannten Cine-Sequenzen, die nur wenige Sekunden Aufnahmezeit benötigen, ist die Herzaktion als Film abspielbar. Dadurch sind auch prospektive Aussagen zur Qualität des Herzmuskels nach Herzinfarkt oder bei entzündlichen Erkrankungen des Herzmuskels möglich geworden. Die Unterscheidung, ob sich im untersuchten Herzareal vitale Herzmuskelzellen finden, ist eine klinisch wichtige Frage. Ihre Beantwortung stellt fest, ob und welche Behandlung für dieses Muskelgebiet nach einem ischämischen Ereignis erfolgversprechend ist. Die Abgrenzung zwischen infarziertem und vitalen Myokard ist mit dem so genannten "Late-Enhancement" (Kontrastmittelanreicherung im Narbengewebe des Herzmuskels) so exakt wie mit keinem anderen bildgebenden Verfahren möglich. Je nach Größe des infarzierten Areals lässt sich die Prognose bei revaskularisierender Therapie (Gefäßdehnung, Stentlegung, Bypass-Operation) sehr gut abschätzen. Transmurale Infarkte sind bezüglich Besserung der Wandkontraktilität und somit auch der Herzauswurfleistung prognostisch ungünstiger einzustufen als kleine Infarkte ohne sichtbares Korrelat.

Weitere Einsatzgebiete der Kardio-MRT sind Entzündungen des Herzmuskels, Klappenuntersuchungen, Herztumoren, Missbildungen und die Darstellung der großen Gefäße.

Die neueste Generation der Computertomographie mit der so genannten Multislice- und Multidetektortechnologie zeigen derzeit vielversprechende Ergebnisse in der Bestimmung von Koronargefäßverkalkungen und der Evaluierung der Koronargefäße. Neueste Studienergebnisse belegen, dass es bei Koronarstenosen eine 85-prozentige Übereinstimmung zwischen Angiographie und CT gibt, wenn ein sogenannter 16-Zeiler-CT zur Anwendung kommt.

Die wichtigste Patientengruppe ist jene mit erhöhtem Risiko für eine koronare Herzkrankheit und unklaren, mit nicht invasiven Methoden erhobenen Befunden. Ein Bindeglied zwischen invasiven und nichtinvasiven diagnostischen Methoden scheint nun mit der CT-Angiographie, die als Vortest-Verfahren anzusehen ist, gefunden zu sein.

Die Untersuchung der Herzkranzgefäße mit der Kardio-MRT ist zwar möglich, derzeit aber noch nicht routinemäßig einsetzbar. Gemeinsam mit der Funktionsuntersuchung des Herzmuskel in Ruhe und unter Belastung wird diese Methode eine ernstzunehmende Alternative zur herkömmlichen Angiographie und der Szintigraphie des Herzmuskels werden.

Arbeitsgruppe für kardiovaskuläre Bildgebung Voritzender: Univ. Doz. Dr. Klaus Hergan VBDO Vorsitzender: Univ. Doz. Dr. Michael Stiskal

Rückfragen & Kontakt:

em.Prim.Dr. Helge Haselbach
Präsident Österreichischer Röntgenkongress 2003
Tel.: 0676 733 22 40

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