AK-Test Wellness-Tees: Was die Werbung verheißt, ist nicht belegt

Teure Trendgetränke - Als gesunder Durstlöscher zu süß - Bis zu 29 Würfelzucker in einem Liter - AK will gesetzliche Regeln für Wellnesprodukte

Wien (AK) - Die AK will gesetzliche Regeln für Wellnessprodukte:
Nicht beweisbare Werbeaussagen müssen verboten werden. Außerdem müssen Zuckermenge und Nährwertkennzeichnung verpflichtend angegeben werden. Das muss wirksam kontrolliert werden. Ein AK-Test von Wellness-Tees und -Fruchtsäften zeigt: Teure Trendgetränke, wobei die Hersteller nicht ausreichend belegen können, was sie in der Werbung mit Wohlfühl- oder Gesundheitsslogans versprechen. Überdies enthalten sie - umgerechnet auf einen Liter - bis zu 29 Würfelzucker und sind im Schnitt doppelt so teuer wie "normale" Eistees oder Fruchtsäfte.

Die AK hat im Sommer 2003 bei 13 Wellnessdrinks auf Tee- oder Fruchtsaftbasis, die mit Wohlfühl- oder Gesundheitsslogans beworben werden, nachgeprüft , ob ihre Anfragen bei den Herstellern zu Änderungen geführt hätten. Eingekauft wurden zB Carpe Diem Kombucha oder Carpe Diem Gingko von Stock Vital, Nativa Green Tea Lemon von Rauch oder Yo vital Traube Holunder von Eckes-Grannini. Bereits im Vorjahr hat die AK bei diesen Wellnessdrinks Etikettierung und Nährstoff- bzw Inhaltsstoffangaben erfasst. Anschließend erfolgte eine Bewertung der Kennzeichnung einschließlich der Lesbarkeit der Angaben sowie der Werbebotschaften. Die Hersteller wurden um genaue Infos über die zu Grunde liegende wissenschaftliche Basis in den Werbeaussagen gebeten. Geantwortet haben 11 von 12 Herstellern. Auffällig ist, dass es heuer von den im Vorjahr 25 gekauften Drinks nur mehr 13 gibt. Die Ergebnisse haben sich verhärtet:

Diese Drinks werden oft als gesunde Durstlöscher beworben, enthalten jedoch zuviel Zucker - nach Wasser meist die zweithäufigste Zutat, sagt AK-Lebensmittelexpertin Petra Lehner. Umgerechnet sind in einem Liter zwischen 11 und 29 Würfelzucker enthalten. Und die Zuckermenge ist bei einem Drittel nicht bzw nur für Experten erkennbar angegeben. Die durchschnittliche Kalorienmenge pro Liter entspricht einer Zwischenmahlzeit.

Die Hersteller können nicht ausreichend belegen, dass ihre Produkte tatsächlich bewirken, was die Werbung verspricht. Wissenschaftlich belegt ist zwar, dass grüner und schwarzer Tee positive Gesundheitswirkungen haben kann. Allerdings in ungezuckerter Form und in über unsere normalen Tee-Trinkgewohnheiten hinausgehenden Mengen. Die Datenlage bei Kombucha (Tee mit Mikroorganismen) ist dünn, und ein über die positive Wirkung des Tees hinausgehender Zusatznutzen ist bisher nicht durch Produkttests nachgewiesen worden. Behauptete Wirkungen von Kräutern, Pflanzenextrakten oder Aromakonzentraten sind nur Mutmaßungen, berichtet Lehner. Außerdem ist die Kennzeichnung bei vielen Produkten unbefriedigend, kritisiert Lehner. So wäre bei allen Kombucha-Getränken der Hinweis auf den Alkoholgehalt und bei allen Produkten mit Grün- oder Schwarztee der Hinweis auf den Koffeingehalt wünschenswert. Daher empfiehlt Lehner:
Statt vermeintlich gesunde Wellness-Tees zu kaufen, den Tee selbst zubereiten, was ernährungsphysiologisch besser und bis zu zehnmal billiger ist.

SERVICE: Den Erhebungsbericht finden Sie unter www.konsumentenschutz.at.

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