- 18.09.2003, 13:52:41
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Kommission will weiters Tabak, Olivenöl und Baumwolle reformieren
Für alle drei Bereiche Prämienkürzung und Entkoppelung vorgesehen
Brüssel (OTS) - Neben den Optionen für einen mehr oder weniger
Kahlschlag der EU-Zuckermarktordnung will Agrarkommissar Franz
Fischler kommenden Dienstag in Straßburg auch die Reformideen der
Kommission für die gemeinamen Marktordnungen für Tabak, Olivenöl und
Baumwolle vorstellen. Im Laufe des Novembers sollen offizielle
Gesetzesvorschläge folgen, damit - im Gegensatz zum Zucker - die
Beratungen im Europäischen Parlament und im EU-Ministerrat noch im
ersten Halbjahr 2004 abgeschlossen werden können.
Die Direktzahlungen für Tabakerzeuger sollen zum größten Teil von
der Produktion abgekoppelt werden. Für Erzeuger von mehr als 3,5 t
pro Jahr möchte die Kommission die Prämien zudem auch noch kürzen.
Die Kommission stellt sich vor, dass durch eine Entkoppelung der
Tabakprämien weniger wettbewerbsfähige Betriebe die Erzeugung
aufgeben und somit die Effizienz des Sektors verbessert wird. Zudem
werde in der EU aus gesundheitspolitischen Gründen große Kritik an
den Subventionen des Tabakanbaus laut. Nur die Prämien bis zu einer
Erzeugung von 3,5 t pro Jahr und Betrieb sollen deshalb nach dem
Reformvorschlag der Kommission zukünftig noch in voller Höhe und in
entkoppelter Form an die Landwirte ausgezahlt werden.
Tabakprämien nach Erzeugungsmengen gekürzt
Für eine Produktionsmenge von 3,5 bis 10 t pro Jahr soll der
Landwirt nur noch 80% der heutigen Prämien in entkoppelter Form
erhalten. 20% des heutigen Prämienvolumens sollen für diese Tranche
in den Restrukturierungsfonds gehen, mit dem ein Ausstieg aus dem
Tabakanbau gefördert wird. Für Produktionsmengen von über 10 t pro
Jahr und Betrieb sollen stufenweise die Prämien um zwei Drittel
gekürzt werden. Die bei den großen Produzenten eingesparten Gelder
sollen ebenfalls in den Restrukturierungsfonds einfließen. Heute
machen die Direktzahlungen am Tabakanbau von EUR 5.000,- bis 7.000,-
pro ha rund 75% der Einkünfte der Erzeuger aus.
Produktion soll sich in größere Betriebe verlagern
Durch die Reform werde sich der Tabakanbau in die größeren
Betriebe verlagern, die ihre variablen Kosten allein mit Hilfe des
Markterlöses decken können, meint die Kommission. Da weiterhin gleich
hohe Summen in die häufig strukturschwachen griechischen oder
italienischen Regionen mit vielen Tabakkleinerzeugern fließen werden,
macht sich die Kommission auch wenig Sorgen um den Erhalt von
Arbeitsplätzen nach der Reform des Sektors.
Ähnliche Kürzungsmodelle für Olivenöl und Baumwolle
Für Olivenhaine, die größer als 0,3 ha sind, sollen die Erzeuger
nur noch 60% der heutigen Direktzahlungen für Olivenöl in
entkoppelter Form erhalten. Die anderen 40% gehen nach den
Kommissionsplänen ebenfalls in einen Fonds, mit dem die
Olivenölerzeugung vor allem in schwierigen Randstandorten erhalten
werden soll. Ähnlich will die Kommission auch bei der Baumwolle
verfahren.
(Schluss) mö
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OTS0182 2003-09-18/13:52
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