- 17.09.2003, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Mit gezinkten Karten" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 18.09.2003
Wien (OTS) - Was soll man von einem Betrieb halten, in dem von
insgesamt knapp 46.000 MitarbeiterInnen nicht weniger als 2000
zeitweise und 143 sogar vollständig als Personalvertreter dienstfrei
gestellt sind? Bei den ÖBB ist das ganz normal, und entsprechend
abgehoben verteidigen die Personalvertreter Rechte, von denen
Beschäftigte in Privatunternehmen nicht einmal träumen dürfen.
Die meisten normal arbeitenden Eisenbahner haben die Zeichen der Zeit
längst erkannt. Freiwillig auf jene Rechte zu verzichten, die ihnen
die SPÖ früher in der Hoffnung auf Wählerstimmen zugeschanzt hat -
das wäre aber wohl zuviel verlangt.
Es liegt also an der jetzigen Regierung, die ÖBB von einem
Privilegienstadel zu einem ganz normalen Dienstleistungsunternehmen
zu machen. Dann wird auch die lächerliche Diskussion aufhören, ob die
Abgeltung von Sozialtarifen für Schüler und Pensionisten oder der
Betrieb unrentabler Nebenbahnen als Zuschüsse für die ÖBB zu werten
sind. In Wirklichkeit haben diese Leistungen mit den Bundesbahnen
überhaupt nichts zu tun. Hier wird von beiden Seiten mit gezinkten
Karten gespielt.
Am besten wäre es, die Eisenbahner-Gewerkschafter selbst in die
Chefsessel der ÖBB zu hieven und ihnen ein erfolgsabhängiges Gehalt
zu bezahlen. Die Personalvertreter wissen mit Sicherheit am besten,
wie die Bundesbahnen flott auf Schiene zu bringen wären - und wenn
sie ihren Eigennutz künftig zum Wohl des Unternehmens und aller
Steuerzahler einsetzen, wäre allen gedient.
OTS0217 2003-09-17/17:00
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