• 17.09.2003, 16:12:43
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Leon Askin feiert am 18. September seinen 96. Geburtstag in der Österreichischen Nationalbibliothek und wird Buchpate von einer barocken Haggadah

Wien (OTS) - Der bekannte Hollywood-Schauspieler und Regisseur
Professor Leon Askin feiert am 18. September seinen 96. Geburtstag in
der Österreichischen Nationalbibliothek. Zu diesem Anlass wird er
gemeinsam mit seiner Gattin, der Medienexpertin Anita Askin-Wicher,
eine Buchpatenschaft für eine barocke Pesach-Haggadah aus dem 18.
Jahrhundert übernehmen. Der wertvolle Druck ist ein Auszug aus dem
Alten Testament mit liturgischen Texten, die beim Seder-Abend, dem
jüdischen Osterfest, verlesen werden. Der Band wird im Prunksaal der
Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt.
Leon Askin ist bereits Buchpate der ÖNB und zwar für ein Plakat von
Carol Reeds Film "Der dritte Mann".

Askin feierte 1995 ein Comeback in Paulus Mankers Wiener
Festwochen- Inszenierung von "Alma - A Show Biz ans Ende" in der
Rolle des Zeitzeugen, der Alma Mahler-Werfel persönlich gekannt hat.
Unerwartet für ihn, der nicht mehr gedacht hatte, eine zweite
Karriere in Wien zu starten. Spätestens seither ist der Name Leon
Askin (eigentlich: Leo Aschkenasy), 1907 in Wien als ältester Sohn
jüdischer sozialdemokratischer Eltern geboren, auch jüngeren
TheaterbesucherInnen ein Begriff.

Askins Karriere begann im Wien der Zwanziger Jahre. Er studierte
am Max Reinhardt Seminar in Wien und bei Louise Dumont in Düsseldorf.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gelang Askin
1933 die Flucht nach Paris, wo er vor allem politisches Kabarett
spielte und inszenierte. 1940 erhielt er das ersehnte Affidavit für
die USA, nachdem er in einem französischen Lager interveniert war.
Der Regisseur Erwin Piscator erleichterte ihm einen beruflichen Start
in Amerika. Die fremde Sprache erschwerte anfangs seine Laufbahn als
Schauspieler. Askin spielte am Theater und in Filmen Rollen mit
fremdländischem Akzent und war als Regisseur erfolgreich. Nach dem
Zweiten Weltkrieg, in dem er in der US-Armee als Informationsoffizier
diente, übernahm er Rollen und Inszenierungen auch an
deutschsprachigen Bühnen.
Popularität in den USA erlangte er in über sechzig Hollywood-Filmen.
Er arbeitete mit Stars wie Doris Day, Danny Kaye, Gloria Swanson,
Richard Burton, Elizabeth Taylor, Peter Ustinov und vielen anderen
zusammen.

1994 kehrte er endgültig nach Wien zurück. Seine Rückkehr ist
keine "Heimkehr", wie er immer betont, denn "für einen Flüchtling
kann es keine Wiederkehr in die Heimat, aber auch kein Gefühl des
Zuhauseseins in der Fremde geben."

OTS0211    2003-09-17/16:12

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