- 17.09.2003, 14:53:27
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Grüne/Moser: Dringender Bedarf in der Sanierung von Wohnhausanlagen
Wohnbauförderung für Klimaschutzzwecke widmen
Wien (OTS) Als "diskussionswürdig" bezeichnet die Bautensprecherin
der Grünen, Gabriela Moser, den Vorstoß des ÖVP-Bautensprechers
Großruck, Eigenheimsanierungen steuerlich zu fördern. Moser fordert
darüber hinaus ein steuerliches Absetzmodell, das auch untere
Einkommensschichten entlastet. "Anzustreben wäre eine Kombination mit
einer Wohnbauförderung, die eine Zweckwidmung im Sinne des
Klimaschutzes hat," so Moser.
Moser sieht jedoch einen dringenden Bedarf in der Sanierung von
Wohnhausanlagen aus den 60er und 70er Jahren. "Die Betriebskosten
betragen bereits bis zu einem Drittel der Wohnungskosten, davon
entfallen auf die Heizkosten meist mehr als 50 Prozent. Gerade sozial
schwache Haushalte sind davon besonders betroffen". Das heißt, eine
Zweckbindung der Wohnbauförderung in Richtung Klimaschutzmaßnahmen
muss Vorrang haben, wie z.B. die thermische Sanierung. Darin liegt
laut Moser die große Chance für die Bauwirtschaft, für den
Arbeitsmarkt und für die Reduktion von CO2 im Sinne des Kyotoziels.
Die Grünen haben bereits ein Paket für die Sanierung von Wohnanlagen
vorbereitet.
"Mit 450 Mio. Euro pro Jahr aus der Wohnbauförderung ließen sich im
Wohn- und Kleinverbrauch (bis 2008) an die 4,4 Mio. Tonnen Co2
äquivalent einsparen und 9000 Arbeitsplätze könnten geschaffen
werden," so die Bautensprecherin weiter. Ein breites Kyoto-Paket
(unter Einschluss des Energie- und Verkehrssektors) hätte sowohl im
Beschäftigten- als auch im Budgetbereich deutlich positive Effekte
und würde zu einer gesamtwirtschaftlichen All-winner-Strategie
führen. "Jährlich, über 10 Jahre hinweg, würde das bis zu 14.000
Arbeitsplätze mehr und Nettoeinnahmen des öffentlichen Budgets von
rund 1 Mrd. Euro bedeuten. Besonders profitieren würden
österreichische Klein- und Mittelbetriebe, da es zu hoher
Arbeitsintensität führen würde, zu hohen Beschäftigungs- und
Steueraufkommenseffekten und die reduzierten Energieimporte die
Leistungsbilanz entlasten würde," so Moser abschließend.
OTS0193 2003-09-17/14:53
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