- 17.09.2003, 14:18:42
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SPÖ-Initiative "Wir sind Familie": Kinderbetreuung und bessere Rahmenbedingungen für Familien
Wien (SK) Den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen,
Nachmittagsbetreuung an den Schulen und Ganztagsschulen, das Recht
auf Elternteilzeit sowie die Gleichstellung Homosexueller forderte am
Mittwoch in einer Pressekonferenz die SPÖ-Plattform "Wir sind
Familie". Mitglieder der Plattform sind die SPÖ-Frauen, die Junge
Generation in der SPÖ (JG) Initiative Sozialismus und Homosexualität
(SoHo), die Kinderfreunde, der Pensionistenverband und die
Volkshilfe. "Würde man nur fünf Jahre die Kindergartenmilliarde
fortsetzen, könnte man den Bedarf an Betreuungsplätzen decken",
erklärte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer. "Hätte man in
den letzten drei Jahren den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze nicht
verabsäumt, wären wir schon wesentlich weiter", fügte
SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl hinzu. ****
Die Plattform ist sich einig, dass zwar Kinder vielfach von
Paaren gewünscht werden, es aber an den Rahmenbedingungen scheitert.
Auch die Absicherung junger Menschen sei mangelhaft. Prammer führte
eine OECD-Studie an, aus der hervorgeht, dass Österreich in Europa in
diesem Punkt an drittletzter Stelle stehe. "Die Jugendlichen hängen
in Österreich mehr als in anderen europäischen Staaten in der Luft",
kritisierte Prammer. Die Bundessekretärin der JG, Andrea Katz,
erklärte, dass zwar viele junge Menschen ein Kind wollen, "aber diese
Regierung schafft keine Rahmenbedingungen".
Prammer brachte erneut ihren Zweifel an der Ernsthaftigkeit der
Ankündigung der Bundesregierung, die Elternteilzeit einzuführen, vor.
"Ich selbst habe zweimal einen Antrag auf Recht auf Teilzeit mit
einem Rückkehrrecht auf Vollzeiterwerbstätigkeit vorgebracht und bin
zweimal an den ÖVP gescheitert. Ich befürchte, mit den derzeitigen
Ankündigungen wird den Frauen einmal mehr Sand in die Augen
gestreut."
SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl betonte, dass alle
Familienformen als gleichwertige Familienformen anerkannt werden
sollen "und diese Initiative auch all jenen den Rücken stärken soll,
die traditionelle Familienformen nicht leben, oder nicht leben
wollen".
Der Bundessekretär der SoHo, Raoul Fortner, griff die Forderung nach
der Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Paaren auf.
Homosexuelle Paare sollten genauso heiraten können, wie
heterosexuelle. Die immer wieder ins Spiel gebrachte Voraussetzung,
Kinder zu kriegen, lässt er nicht gelten. "Paare, die 40 Jahre
zusammen sind und keine Kinder haben, können auch heiraten - es geht
hier doch nur um eine christlich-katholische Sexualmoral."
Waltraud Witowetz-Müller, die Bundesvorsitzende der Kinderfreunde,
erklärte, dass es für Kinder egal sei, ob sie in
Mehr-Generationen-Familien leben oder in einer Patchwork-Familie.
"Wichtig ist - und ich kann das nur immer wieder betonen - das
Verhalten der Erwachsenen den Kinder gegenüber." Witowetz-Müller
sprach sich für einheitliche Qualitätskriterien für alle
Kinderbetreuunseinrichtungen aus und forderte ein österreichweites
Bundesrahmengesetz. Auch sei das Recht auf Kinderbetreuung adäquat
einer Bildungsform anzusehen.
Kuntzl forderte weiters im Zusammenhang mit der Debatte um die
Ganztagsschulen von Bildungsministerin Gehrer eine konkrete
Initiative. "Der kleinste gemeinsame Nenner ist: es fehlt an
Nachmittagsbetreuung." Daher soll Gehrer einen Gipfel einberufen und
auch Ländervertreter dazu einladen, um machbare Schritte zu setzen.
"Ich kann mir eine Vielfalt an Angeboten vorstellen, von der
Ganztagsschule bis hin zur Nachmittagsbetreuung an den Schulen",
betonte Kuntzl. Wichtig sei, "dass etwas getan wird". (schluss) up
OTS0183 2003-09-17/14:18
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