• 17.09.2003, 12:28:04
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Metropolis-Konferenz: György Konrad über Identität

Wien (OTS) - In einer persönlich gehaltenen Sichtweise schilderte
der Schriftsteller György Konrad am Mittwoch im Rahmen der bis
Freitag noch laufenden Metropolis-Konferenz im Wiener Rathaus seine
Eindrücke über das Emigranten-Dasein. "Schrecklich wenn es ein
erzwungenes ist", betonte Konrad, der aber zugleich auch auf die
positiven Aspekte des Exils hinwies. Seines Erachtens habe jeder
Mensch das Recht auf Exil. Er erinnerte in seinem Essay an die Zeiten
des Kalten Krieges, als das "Bleiben" oder "Weggehen" in Osteuropa
gerade für Künstler oftmals "moralisch überladen" diskutiert worden
sei. Konrad, der bis heuer auch Präsident der Akademie der Künste in
Berlin war, betonte im weiteren die sprachlichen Gefahren für das
schriftstellerische Schaffen im Exil, da der emigrierte Autor in
Gefahr laufe, eine antiquierte Sprache zu benutzen. Sein Resümee:
"Die Sprache der Mittelmäßigen wird ranzig, die der Außergewöhnlichen
bleibt frisch."
(Schluss) hch/

OTS0143    2003-09-17/12:28

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