- 17.09.2003, 10:44:25
- /
- OTS0082 OTW0082
Landauer und Strache: Nur eine Systemänderung hilft den Betroffenen im Pflegebereich!
Konstruktive Verbesserungsvorschläge für eine notwendige Systemänderung im Pflegebereich helfen den Betroffenen
Wien, 17-09-2003 (fpd) - Die in Wien vorhandene und eingerichtete
Kontrollinstanz der Patientenanwaltschaft hat beim aktuellen
Pflegeskandal leider kläglich versagt! Es ist deshalb notwendig auch
über eine Verbesserung dieser bestehenden Kontrollinstanz
nachzudenken.
Eine Ausweitung der Mittel und bessere Aufgabendefinierung für diese
unabhängige und weisungsungebundene Kontrollinstanz im Rahmen der
Patientenanwaltschaft ist umzusetzen. Die Tätigkeit der Wiener
Patientenanwaltschaft soll einerseits durch mehr Personal und einer
Erhöhung der finanziellen Mittel und andererseits durch
eigenständige, unangemeldete und regelmäßige Stichprobenkontrollen in
den Wiener Pflege- und Gesundheitsanstalten effizienter werden,
fordern die Freiheitliche Gesundheitsstadträtin Karin Landauer und
der Freiheitliche Landesobmann-Stellvertreter Heinz-Christian
Strache.
Auch die Schaffung eines Personalanwaltes ist von Nöten, da erst
damit der Qualitätsdruck gegenüber den verantwortlichen
Magistratsdienststellen sicherzustellen ist. Der zu schaffende
Personalanwalt soll in Zukunft die Anlaufstelle für das unzufriedene
Pflegepersonal sein, das oftmals Problemfällen ausgesetzt und
gegenüber den zuständigen Stellen hilflos ausgeliefert ist. Welche
Folgen es haben kann wenn derjenige, der Gesetze und Verordnungen
erlässt, sich selbst kontrolliert (bzw. vorhandene Kontrollstellen
nicht kontrollieren), wird der breiten Öffentlichkeit gerade in
diesen Tagen dramatisch vor Augen geführt.
Die gänzliche Gleichstellung und Öffnung des Marktes auch für private
Anbieter - neben den öffentlichen Anbietern - nach dem Vorbild
anderer Bundesländer ist unumgänglich. Die öffentlichen Heime in Wien
haben zur Zeit noch immer eine Monopolstellung. Private Anbieter -
sieht man von karitativen und gemeinnützigen Trägern ab - bekommen so
gut wie keine Zuschüsse für Pflegeplätze vom Magistrat. Ohne diese
Zuschüsse können sich die meisten Pflegebedürftigen einen qualitativ
hochwertigen Pflegeplatz jedoch nicht leisten. Die Folgen sind
unmenschlich überfüllte, öffentliche (!) Heime, demotivierte
Mitarbeiter und unzumutbare Wartelisten für die betagten Menschen.
Pflegeplätze werden in Wien von Magistratsbeamten vergeben, wodurch
die Pflegebedürftigen in Wien zu Bittstellern verkommen. Daß es auch
anders gehen kann, zeigt das Beispiel der Steiermark, so Strache.
Auch die Einführung eines von der FPÖ seit Jahren geforderten
Pflegeschecks für pflegebedürftige Menschen wäre ein richtiger Ansatz
zur freien Wahl und Qualitätsverbesserung für die Betroffenen.
Die Berufsmatura für das Pflegepersonal wertet den Berufsstand auf
und steigert die Qualität. Zu jammern, dass zu wenig junge Menschen
den Beruf einer Diplomkrankenschwester oder eines
Diplomkrankenpflegers ergreifen, ist für uns Wiener Freiheitliche
zuwenig. Nur durch eine Aufwertung des Berufsstandes kann dieser
Fehlentwicklung positiv entgegengewirkt werden.
Eine Neuorganisation der Ausbildung im Pflegebereich darf nicht nur
wie bisher auf den Spitalsbereich ausgerichtet sein. Obwohl es
bereits mehr Pflegebetten als Akutbetten in Österreich gibt,
konzentriert sich die Ausbildung im diplomierten Bereich nach wie vor
auf den Spitalsbereich. Hier fordern wir Freiheitlichen eine
Neuausrichtung der Ausbildungsplätze, so Landauer und Strache.
Zusammenfassend halten Landauer und Strache fest, dass die Öffnung
des Wiener Gesundheitsbereiches und die Gleichstellung von
öffentlichen Heimen und privaten Häusern, die Einführung eines
Pflegeschecks und dadurch die Wahlfreiheit für Pflegeheime, die
Zulassung von privaten Investoren, die Ausweitung und Verbesserung
der unabhängigen und weisungsfreien Kontrollinstanz
(Patientenanwaltschaft), die Schaffung einer Berufsmatura für
Diplomkrankenschwestern und -pfleger sowie die Neustrukturierung der
Pflegeberufe die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Heimpflege
darstellen.
Nur wenn wir umgehend diese positiven Veränderungen und Maßnahmen
umsetzen, kann dem Pflegenotstand in Wien wirkungsvoll begegnet und
den Betroffenen wirklich geholfen werden, so Landauer und Strache
abschließend.
OTS0082 2003-09-17/10:44
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW






