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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Coup um Zilk" (Von Christian Buchar)
Ausgabe vom Mittwoch, 17. September 2003
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Linz (OTS) - Mit Helmut Zilks Berufung zum Chef der
Bundesheer-Reformkommission ist Kanzler Schüssel und
Verteidigungsminister Platter gleich auf mehreren Ebenen ein
politischer Schachzug gelungen: Zilk verfügt in der breiten
Öffentlichkeit nach wie vor über hohes Ansehen, das positiv auf die
Institution Bundesheer abfärben kann. Sein Naheverhältnis zur
auflagenstärksten Zeitung des Landes, der "Krone", ist hier wohl kein
Nachteil - wie auch Zilks unbestreitbares Talent zur medialen
(Selbst-)Darstellung. Als langjähriger Minister und Bürgermeister
sind dem neuen Vorsitzenden die Prozesse politischer
Entscheidungsabläufe vertraut - sicher kein Nachteil in den
anstehenden Verhandlungen. Und: Die in der Sicherheitspolitik zu
populistischem Lavieren neigende SPÖ muss damit rechnen, hier durch
einen Mann aus ihren eigenen Reihen unter Druck zu geraten. Das
Verhältnis zwischen Zilk und Alfred Gusenbauer gilt jedenfalls als
nicht gerade entspannt. Fazit: Zilks Berufung ist eine Chance, die
Landesverteidigung endlich aus populistischem Parteienstreit
herauszubringen. Das könnte der eigentliche Coup hinter der
Personal-Entscheidung sein.
OTS0234 2003-09-16/18:51
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