• 16.09.2003, 09:19:57
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AK-Test Jugendkonten: "Minus" am Konto kommt teuer (1)

Guthabenzinsen höher als am Girokonto - Vorsicht: Trotz Gratis-Konto-Werbung saftige Zusatzspesen möglich

Wien (AK) - Mehr Guthabenzinsen als am Girokonto, aber teure
Minuszinsen gibt es auf Jugendkonten. Das zeigt ein AK-Test bei 9
Wiener Banken. Eine Bankomatkarte gibt's meist kostenlos dazu. Aber
Eltern und Kinder mögen auf mögliche Überziehungsfallen achten, wenn
mit der Karte beim Bankomaten abgehoben oder damit bezahlt werden
kann. Außerdem warnt die AK vor saftigen Zusatzspesen einiger Banken,
obwohl mit Gratis-Konto geworben wird.

Zwei Schülerinnen haben im Auftrag der AK Wien im August die
Konditionen von Jugendkonten für Schüler und Lehrlinge bei 10 Wiener
Banken erhoben - Raiffeisen NÖ-Wien, Hypo NÖ, PSK, Bawag, Bank
Austria CA, Oberbank, Wiener Spar- und Kreditinstitut, Volksbank Wien
und Erste Bank. Die Bank für Tirol und Vorarlberg hat keine
Jugendkonten im Programm. Außerdem telefonierte ein AK-Tester mit den
Banken, um genauere Infos zu Bankomatkarten und Kontoüberziehung zu
erhalten.

Meist werben die Banken mit Gratis-Konto oder kostenloser
Kontoführung für Jugendkonten. Jedoch zeigt der AK-Test, dass das
nicht immer stimmt, da einige Banken beträchtliche Spesen für
Überweisungen, Dauerauftragsänderungen oder Kontoschließung verlangen
- zB 23 Euro für die Kontoschließung beim Wiener Spar- und
Kreditinstitut.

Die Guthabenzinsen auf den Jugendkonten sind um einiges höher als
bei den Gehaltskonten und können bis zu 2 Prozent ausmachen
(Raiffeisen NÖ-Wien, Hypo NÖ, PSK). Die Kontoüberziehung ist aber für
Jugendliche teuer. Die Überziehungszinsen machen zwischen 7,25
Prozent (Volksbank Wien) und 9,875 (Erste Bank) aus. Im Vergleich
dazu kosten die Überziehungszinsen beim Gehaltskonto im Schnitt 10,4
Prozent (Juni 2003).

Für Schüler ist eine Kontoüberziehung grundsätzlich nicht möglich
außer die Eltern haften dafür. So ist bei einem Drittel der
untersuchten Banken eine Überziehung überhaupt nicht möglich. 6 der 9
Banken stellten eine Kontoüberziehung in Aussicht, wenn die Eltern
eine Haftungserklärung unterschreiben. Die AK Wien erhob zusätzlich
die Bedingungen der Kontoüberziehung für Lehrlinge bzw Jugendliche
mit eigenem Einkommen: Bei Lehrlingen sind die Bedingungen einer
Kontoüberziehung sehr unterschiedlich: Die Antworten reichten von
"überhaupt nicht möglich für Jugendliche unter 18 Jahren" über "ab
dem dritten Lehrjahr" bis hin zu "ab 17 mit maximalem Rahmen von 400
Euro". Außerdem gibt es offenbar kaum konkrete Betragsgrenzen und
Regeln für Überziehungslimits. Die AK rät daher, gleich bei
Kontoeröffnung mit der Bank abzuklären, unter welchen Voraussetzungen
eine Kontoüberziehung möglich ist.

Eine meist kostenlose Bankomatkarte ist im Regelfall in den
Kontopaketen beinhaltet (Ausnahme Spar- und Kreditinstitut). Das
Bankwesengesetz verlangt, dass Banken nur dann Bankomatkarten an
Jugendliche ausgeben dürfen, wenn die Eltern zuvor zugestimmt haben.
Eltern und Kinder sollten aber achten, dass bei Bankomatzahlungen
oder Bankomatabhebungen eine mögliche Überziehungsfalle lauern kann.
(Forts.)

OTS0030    2003-09-16/09:19

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW

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