- 14.09.2003, 16:27:45
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Leitantrag des Österreichischen Seniorenbund: "Starke Senioren. Sichere Zukunft"
Starke Stimme für Österreichs Senioren
Innsbruck (OTS) - Der Österreichische Seniorenbund (ÖSB) mit
seinen Verantwortungsträgern ist heute die treibende Kraft einer
zeitgemäßen Senioren- und Generationenpolitik in Österreich. Er ist
zugleich starke Interessenvertretung und leistungsfähige
Serviceorganisation mit über 285.000 Mitgliedern in 200 Bezirks- und
mehr als 2.000 Ortsgruppen in ganz Österreich.
Mit seinen Angeboten und Aktivitäten steht der Österreichische
Seniorenbund mitten im Leben der Seniorinnen und Senioren. Das
zeigen auch die wichtigsten Daten und Fakten aus dem ÖSB-Arbeitsjahr
2002:
- Bei tausenden Informationsveranstaltungen konnten wir 122.715
Teilnehmer begrüßen.
- 54.556 Seniorinnen und Senioren nahmen unser Beratungsangebot
wahr.
- 433.099 Seniorinnen und Senioren besuchten kulturelle
Veranstaltungen.
- 668.470 Personen beteiligten sich aktiv an hunderten Senioren-
Sportveranstaltungen.Von den Landesgruppen des ÖSB wurden 2,9 Millionen
Zeitungsexemplare und andere Publikationen herausgegeben. Darin wird
laufend über das umfassende Serviceangebot des ÖSB und die senioren-
und sozialpolitischen Entwicklungen in Österreich berichtet.
Der ÖSB ist Garantie dafür, dass ältere Menschen in Österreich
eine starke Stimme und einen verlässlichen Ansprechpartner haben.
Impulse und Orientierung
Der medizinische Fortschritt, ein verändertes
Gesundheitsbewusstsein, ein höheres Bildungsniveau und ein weiter
steigender Lebensstandard werden in der westlichen Welt dafür sorgen,
dass die Menschen mindestens ein Drittel ihres Lebens als Ältere
verbringen. Darauf müssen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
sowie die Betroffenen selbst einstellen. Den notwendigen
Bewusstseinswandel für die Herausforderungen und Chancen, die mit
dieser Entwicklung verbunden sind, haben viele Entscheidungsträger
und auch die breite Öffentlichkeit noch nicht vollzogen. Der ÖSB
sieht es als seine Aufgabe, auch dafür kräftige Impulse und klare
Orientierungen zu geben.
Mit dem unter dem Titel "Ältere Menschen - neue Perspektiven"
veröffentlichten Seniorenbericht 2000 hat die Bundesregierung von
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel die erste umfassende Darstellung
der Lebenssituation älterer Menschen in Österreich vorgelegt. Die in
diesem Bericht vorgenommene wissenschaftliche Analyse der
Lebenssituation älterer Menschen in Österreich ist eine
unverzichtbare Planungs- und Orientierungshilfe für die politischen
Entscheidungsträger. Gerade die Generationen- und Seniorenpolitik
braucht künftig eine klare Strategie, damit aus demographischen
Herausforderungen gesellschaftliche und individuelle Chancen werden
können.
Gesellschaft für alle Generationen
Als ÖSB wollen wir die bestehenden Probleme und Herausforderungen
für die älteren Menschen in unserem Land engagiert aufgreifen und in
einem generationenübergreifenden Dialog Lösungen entwickeln. Deshalb
fordern und fördern wir auch die Zusammenarbeit zwischen den
verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Eine gemeinsame Vision vom
Alter mit Zukunft geht alle an. Gefragt sind die besten Ideen für
eine Gesellschaft für alle Generationen.
Prioritäten für die Seniorenpolitik
Im Sinn einer starken, engagierten und dialogorientierten
Seniorenpolitik haben für uns in der kommenden Arbeitsperiode
folgende Anliegen Priorität:
- Im Rahmen der geplanten Verfassungsreform auf Basis der
Arbeitsergebnisse des Österreich-Konvents sind
* das Verbot der Diskriminierung auf Grund des Alters in der
Bundesverfassung
* das Grundrecht auf Alterssicherung
* die Einführung der Briefwahl auf Bundes-, Landes- und
Gemeindeebene
zu verankern
- Schaffung von Seniorenbeiräten in allen Bundesländern und
Gemeinden
- Schaffung einer Pensionistenkurie bei den
Sozialversicherungsträgern und beim Hauptverband
- Unbeschränkter Zugang zum medizinischen Fortschritt für Jung
und Alt
- Förderung und Stärkung der persönlichen Verantwortung für die
eigene Gesundheit und Gesundheitsvorsorge (Schaffung von
Anreizen, z.B. durch steuerliche Begünstigungen)
- Maßnahmen für eine kosteneinsparende Reform bei den
Sozialversicherungsträgern (Zusammenlegung von SV-Trägern,
gemeinsame EVD, verstärkter Einsatz von Generika etc.)
- Sicherstellung der Pflegeversorgung durch
* einheitliche Ausbildung und Schaffung eines Berufsbildes für
alle Pflegeberufe in ganz Österreich
* flächendeckender Ausbau der Hauskrankenpflege
* Erweiterung der sozialen Absicherung der Menschen, die
Pflegearbeit leisten
* Schaffung von zusätzlichen Pflegebetten
* jährliche Anpassung des Pflegegeldes an die steigenden
Pflegekosten
- Bildung von Netzwerken von Jung und Alt - mehr
Selbstorganisation mit mehr sozialer Verantwortung bei den
Einzelnen
- Klares Nein zur aktiver Sterbehilfe - klares Ja zum weiteren
Ausbau der Familienhospizkarenz und zur Stärkung des
Hospizgedankens
- Schaffung eines Bundes-Heimvertragsgesetzes, wobei auch
bestehende Verträge
nach einer angemessenen Übergangsfrist erfasst sein sollen
- Anerkennung der Leistungen jener Mütter, die vor dem 1.1.1956
Kinder geboren haben
- Anpassung des Richtsatzes für Ausgleichszulagenempfänger an die
jeweilige Armutsgefährdungsschwelle
- Ziel der Pensionsanpassung ist die Werterhaltung der Pensionen.
Bei einem entsprechendem Wirtschaftswachstum sind die Pensionen
auch stärker zu erhöhen,um der älteren Generation den gerechten
Anteil an dem von ihr aufgebauten Wohlstand zu sichern
- Recht auf Arbeit und Bildung auch nach Erreichen des
gesetzlichen Pensionsalters
- Berufliche Weiterbildung, flexible Arbeitszeitmodelle sowie
Neupositionierung der wertvollen Rolle älterer Arbeitnehmer im
gesamten beruflichen Umfeld
- Schaffung von Lehrstühlen für Geriatrie und Gerontologie
- Beseitigung der derzeit geltenden gesetzlichen Regelung der
Unfallrentenbesteuerung
- Nachhaltig Sicherheit und Frieden in Europa sichernOTS0050 2003-09-14/16:27
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