Leitantrag des Österreichischen Seniorenbund: "Starke Senioren. Sichere Zukunft"

Starke Stimme für Österreichs Senioren

Innsbruck (OTS) - Der Österreichische Seniorenbund (ÖSB) mit seinen Verantwortungsträgern ist heute die treibende Kraft einer zeitgemäßen Senioren- und Generationenpolitik in Österreich. Er ist zugleich starke Interessenvertretung und leistungsfähige Serviceorganisation mit über 285.000 Mitgliedern in 200 Bezirks- und mehr als 2.000 Ortsgruppen in ganz Österreich.

Mit seinen Angeboten und Aktivitäten steht der Österreichische Seniorenbund mitten im Leben der Seniorinnen und Senioren. Das zeigen auch die wichtigsten Daten und Fakten aus dem ÖSB-Arbeitsjahr 2002:

  • Bei tausenden Informationsveranstaltungen konnten wir 122.715 Teilnehmer begrüßen.
  • 54.556 Seniorinnen und Senioren nahmen unser Beratungsangebot wahr.
  • 433.099 Seniorinnen und Senioren besuchten kulturelle Veranstaltungen.
  • 668.470 Personen beteiligten sich aktiv an hunderten Senioren-Sportveranstaltungen.

Von den Landesgruppen des ÖSB wurden 2,9 Millionen Zeitungsexemplare und andere Publikationen herausgegeben. Darin wird laufend über das umfassende Serviceangebot des ÖSB und die senioren-und sozialpolitischen Entwicklungen in Österreich berichtet.

Der ÖSB ist Garantie dafür, dass ältere Menschen in Österreich eine starke Stimme und einen verlässlichen Ansprechpartner haben.

Impulse und Orientierung

Der medizinische Fortschritt, ein verändertes Gesundheitsbewusstsein, ein höheres Bildungsniveau und ein weiter steigender Lebensstandard werden in der westlichen Welt dafür sorgen, dass die Menschen mindestens ein Drittel ihres Lebens als Ältere verbringen. Darauf müssen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Betroffenen selbst einstellen. Den notwendigen Bewusstseinswandel für die Herausforderungen und Chancen, die mit dieser Entwicklung verbunden sind, haben viele Entscheidungsträger und auch die breite Öffentlichkeit noch nicht vollzogen. Der ÖSB sieht es als seine Aufgabe, auch dafür kräftige Impulse und klare Orientierungen zu geben.

Mit dem unter dem Titel "Ältere Menschen - neue Perspektiven" veröffentlichten Seniorenbericht 2000 hat die Bundesregierung von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel die erste umfassende Darstellung der Lebenssituation älterer Menschen in Österreich vorgelegt. Die in diesem Bericht vorgenommene wissenschaftliche Analyse der Lebenssituation älterer Menschen in Österreich ist eine unverzichtbare Planungs- und Orientierungshilfe für die politischen Entscheidungsträger. Gerade die Generationen- und Seniorenpolitik braucht künftig eine klare Strategie, damit aus demographischen Herausforderungen gesellschaftliche und individuelle Chancen werden können.

Gesellschaft für alle Generationen

Als ÖSB wollen wir die bestehenden Probleme und Herausforderungen für die älteren Menschen in unserem Land engagiert aufgreifen und in einem generationenübergreifenden Dialog Lösungen entwickeln. Deshalb fordern und fördern wir auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Eine gemeinsame Vision vom Alter mit Zukunft geht alle an. Gefragt sind die besten Ideen für eine Gesellschaft für alle Generationen.

Prioritäten für die Seniorenpolitik

Im Sinn einer starken, engagierten und dialogorientierten Seniorenpolitik haben für uns in der kommenden Arbeitsperiode folgende Anliegen Priorität:

  • Im Rahmen der geplanten Verfassungsreform auf Basis der Arbeitsergebnisse des Österreich-Konvents sind
  • das Verbot der Diskriminierung auf Grund des Alters in der Bundesverfassung
  • das Grundrecht auf Alterssicherung
  • die Einführung der Briefwahl auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene zu verankern
  • Schaffung von Seniorenbeiräten in allen Bundesländern und Gemeinden
  • Schaffung einer Pensionistenkurie bei den Sozialversicherungsträgern und beim Hauptverband
  • Unbeschränkter Zugang zum medizinischen Fortschritt für Jung und Alt
  • Förderung und Stärkung der persönlichen Verantwortung für die eigene Gesundheit und Gesundheitsvorsorge (Schaffung von Anreizen, z.B. durch steuerliche Begünstigungen)
  • Maßnahmen für eine kosteneinsparende Reform bei den Sozialversicherungsträgern (Zusammenlegung von SV-Trägern, gemeinsame EVD, verstärkter Einsatz von Generika etc.)
  • Sicherstellung der Pflegeversorgung durch
  • einheitliche Ausbildung und Schaffung eines Berufsbildes für alle Pflegeberufe in ganz Österreich
  • flächendeckender Ausbau der Hauskrankenpflege
  • Erweiterung der sozialen Absicherung der Menschen, die Pflegearbeit leisten
  • Schaffung von zusätzlichen Pflegebetten
  • jährliche Anpassung des Pflegegeldes an die steigenden Pflegekosten
  • Bildung von Netzwerken von Jung und Alt - mehr Selbstorganisation mit mehr sozialer Verantwortung bei den Einzelnen
  • Klares Nein zur aktiver Sterbehilfe - klares Ja zum weiteren Ausbau der Familienhospizkarenz und zur Stärkung des Hospizgedankens
  • Schaffung eines Bundes-Heimvertragsgesetzes, wobei auch bestehende Verträge nach einer angemessenen Übergangsfrist erfasst sein sollen
  • Anerkennung der Leistungen jener Mütter, die vor dem 1.1.1956 Kinder geboren haben
  • Anpassung des Richtsatzes für Ausgleichszulagenempfänger an die jeweilige Armutsgefährdungsschwelle
  • Ziel der Pensionsanpassung ist die Werterhaltung der Pensionen. Bei einem entsprechendem Wirtschaftswachstum sind die Pensionen auch stärker zu erhöhen,um der älteren Generation den gerechten Anteil an dem von ihr aufgebauten Wohlstand zu sichern
  • Recht auf Arbeit und Bildung auch nach Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters
  • Berufliche Weiterbildung, flexible Arbeitszeitmodelle sowie Neupositionierung der wertvollen Rolle älterer Arbeitnehmer im gesamten beruflichen Umfeld
  • Schaffung von Lehrstühlen für Geriatrie und Gerontologie
  • Beseitigung der derzeit geltenden gesetzlichen Regelung der Unfallrentenbesteuerung
  • Nachhaltig Sicherheit und Frieden in Europa sichern

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund
Heinz K. Becker
Mobil: 0699/111/777/16

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