Grüne/Rest-Hinterseer: WTO muss zur Beseitigung des Welthungers beitragen

Unterstützung der Entwicklungsländer statt Exportdumping

Wien (OTS) "Alle Regierungen der Welt haben versprochen, Hunger und Armut bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Das muss das vorrangige Thema im Rahmen der WTO-Agrarverhandlungen sein", fordert die Regionensprecherin der Grünen, Heidi Rest-Hinterseer, die anlässlich der derzeitigen WTO-Runde in Cancún anwesend ist.
"Markteroberung bei landwirtschaftlichen Produkten darf nicht weiter die Maxime der EU und USA sein. Exportsubventionen und sonstige Unterstützungsmaßnahmen der Industrieländer, die zur Störung der Weltmärkte führen und negative Auswirkungen auf die lokalen Märkte haben, sind zügig abzuschaffen", fordert Rest-Hinterseer. Sie weist darauf hin, dass für viele Entwicklungsländer das große Potential in der Landwirtschaft liege, die bis zu 60% ihrer Volkswirtschaft ausmache. "Eine Änderung der Subventionspraxis der EU und USA sind ein Gebot der Stunde und dürfen den Entwicklungsländern nicht durch Zugeständnisse zu Verhandlungen über ein Investitionsabkommen abgepresst werden", so Rest-Hinterseer. "Weiters müssen die Märkte der Industrieländer für Agrarprodukte der Entwicklungsländer weiter geöffnet werden und die Entwicklungsländer müssen die Möglichkeit haben, sich vor Dumping durch subventionierte Exporte zu schützen", fordert Rest-Hinterseer.

In Richtung der EU-VerhandlerInnen und der österreichischen Bundesregierung fordert sie, sich dafür einzusetzen, dass das Vorsorgeprinzip in den WTO-Verträgen verankert wird. Der Agrarhandel müsse mit den Interessen der europäischen KonsumentInnen hinsichtlich hoher Lebensmittelqualität, Entwicklung des ländlichen Raumes, Umwelt- und Tierschutz im Einklang stehen. Dies gelte insbesondere auch im Hinblick auf den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO). "Vor der WTO-Klage der USA zum Fall des EU-Moratoriums auf Neuzulassungen von Gentech-Pflanzen darf nicht in die Knie gegangen werden, da die Fragen der Koexistenz sowie der Haftung keineswegs gelöst sind", warnt Rest-Hinterseer. "Höchste Zeit sei auch, dass die WTO-Abkommen mit den Bestimmungen der internationalen Übereinkommen im Rahmen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Einklang gebracht werden," betont Rest-Hinterseer abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (++43-1) 40110-6697
http://www.gruene.at
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0008