AK-Ziel: In Oberösterreich mindestens 20.000 Betreuungsplätze für Schulkinder schaffen

Linz (OTS) - Eine AK-Studie im Vorjahr hat aufgezeigt, dass eine überwiegende Mehrheit der Eltern Nachmittagsbetreuung für ihre schulpflichtigen Kinder für wünschenswert hält. Tatsächlich werden in ganz Oberösterreich nur 8 Prozent der Schulkinder nachmittags betreut. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt neuerlich, dass das Betreuungsangebot vor allem in kleineren Gemeinden völlig unzureichend ist. Mittelfristig sind 20.000 Betreuungsplätze zu schaffen.
Die aktuelle Studie wurde von der Arbeiterkammer beim Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung (IBE) in Auftrag gegeben. Befragt wurden 400 Eltern von Schulanfängerinnen und Schulanfängern. Für die Arbeiterkammer belegen die Ergebnisse der Studie, dass in den nächsten Jahren vor allem die ganztägig geführten Schulformen ausgebaut werden müssen.
Das Stadt-Land-Gefälle bei der Nachmittagsbetreuung ist beträchtlich. In Linz, Linz-Land, Steyr und Wels befinden sich 76 Prozent der oberösterreichischen Hortplätze. Im Vergleich dazu: 32 Prozent der Volksschulkinder gehen in diesem Gebiet zur Schule.
In Linz, Wels und Steyr besuchen im Schnitt 6 Prozent der schulpflichtigen Kinder eine ganztägig geführte Schule, im Rest Oberösterreichs nur 2 Prozent. Zusammen mit den Hortplätzen bietet die Stadt Linz für 33 Prozent der schulpflichtigen Kinder eine Nachmittagsbetreuung. Die Wahrscheinlichkeit, einen Betreuungsplatz für ein Schulkind zu finden, ist in Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern dramatisch höher als in Gemeinden bis 2000 Einwohner. Tatsächlich wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit dem Schuleintritt des Kindes nicht leichter, sondern schwieriger. 8 Prozent der befragten Eltern, die vorher bereits berufstätig waren, sagen, dass sie mit dem Schuleintritt des Kindes ihre Arbeitszeit reduzieren müssen.
37,2 Prozent der befragten Eltern in kleinen Gemeinden wünschen das Angebot einer ganztägig geführten Volksschule für ihr Kind, wenn die Qualität stimmt. In Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern wünschen dies sogar 57 Prozent. Die AK fordert deshalb ein zusätzliches Angebot von 20.000 Betreuungsplätzen in ganztägig geführten Schulen. Zusammen mit dem bestehenden Angebot würden dann gerade 22 Prozent abgedeckt - ein erster notwendiger Schritt.
70 Prozent aller befragten Eltern sagen, dass sich die Arbeiterkammer verstärkt für ganztägig geführte Schulformen und mehr Möglichkeiten zur Nachmittagsbetreuung für Schulkinder einsetzen soll. Für AK-Vizepräsident Dr. Johann Kalliauer ist das ein klarer Auftrag. Die Arbeiterkammer fordert daher:
Wahlfreiheit für Eltern, was die Art der Nachmittagsbetreuung betrifft
Ganztägig geführte Schulen für rund ein Viertel der Pflicht-schüler/-innen
Einen Stufenplan für die nächste Legislaturperiode, um dieses Ziel zu erreichen
Ein flexibles, den Wünschen der Eltern angepasstes Betreuungsangebot Mitfinanzierung durch Bund und Land
"Ganztägig geführte Schulen rechnen sich volkswirtschaftlich", ist AK-Vize Kalliauer überzeugt: Höhere Steuereinnahmen und bessere Bildungserfolge würden die Kosten wettmachen.

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