• 11.09.2003, 12:10:16
  • /
  • OTS0147 OTW0147

AK-Ziel: In Oberösterreich mindestens 20.000 Betreuungsplätze für Schulkinder schaffen

Linz (OTS) - Eine AK-Studie im Vorjahr hat aufgezeigt, dass eine
überwiegende Mehrheit der Eltern Nachmittagsbetreuung für ihre
schulpflichtigen Kinder für wünschenswert hält. Tatsächlich werden in
ganz Oberösterreich nur 8 Prozent der Schulkinder nachmittags
betreut. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt neuerlich,
dass das Betreuungsangebot vor allem in kleineren Gemeinden völlig
unzureichend ist. Mittelfristig sind 20.000 Betreuungsplätze zu
schaffen.
Die aktuelle Studie wurde von der Arbeiterkammer beim Institut für
Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung (IBE) in Auftrag gegeben.
Befragt wurden 400 Eltern von Schulanfängerinnen und Schulanfängern.
Für die Arbeiterkammer belegen die Ergebnisse der Studie, dass in den
nächsten Jahren vor allem die ganztägig geführten Schulformen
ausgebaut werden müssen.
Das Stadt-Land-Gefälle bei der Nachmittagsbetreuung ist
beträchtlich. In Linz, Linz-Land, Steyr und Wels befinden sich 76
Prozent der oberösterreichischen Hortplätze. Im Vergleich dazu: 32
Prozent der Volksschulkinder gehen in diesem Gebiet zur Schule.
In Linz, Wels und Steyr besuchen im Schnitt 6 Prozent der
schulpflichtigen Kinder eine ganztägig geführte Schule, im Rest
Oberösterreichs nur 2 Prozent. Zusammen mit den Hortplätzen bietet
die Stadt Linz für 33 Prozent der schulpflichtigen Kinder eine
Nachmittagsbetreuung. Die Wahrscheinlichkeit, einen Betreuungsplatz
für ein Schulkind zu finden, ist in Gemeinden mit mehr als 20.000
Einwohnern dramatisch höher als in Gemeinden bis 2000 Einwohner.
Tatsächlich wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit dem
Schuleintritt des Kindes nicht leichter, sondern schwieriger. 8
Prozent der befragten Eltern, die vorher bereits berufstätig waren,
sagen, dass sie mit dem Schuleintritt des Kindes ihre Arbeitszeit
reduzieren müssen.
37,2 Prozent der befragten Eltern in kleinen Gemeinden wünschen
das Angebot einer ganztägig geführten Volksschule für ihr Kind, wenn
die Qualität stimmt. In Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern
wünschen dies sogar 57 Prozent. Die AK fordert deshalb ein
zusätzliches Angebot von 20.000 Betreuungsplätzen in ganztägig
geführten Schulen. Zusammen mit dem bestehenden Angebot würden dann
gerade 22 Prozent abgedeckt - ein erster notwendiger Schritt.
70 Prozent aller befragten Eltern sagen, dass sich die
Arbeiterkammer verstärkt für ganztägig geführte Schulformen und mehr
Möglichkeiten zur Nachmittagsbetreuung für Schulkinder einsetzen
soll. Für AK-Vizepräsident Dr. Johann Kalliauer ist das ein klarer
Auftrag. Die Arbeiterkammer fordert daher:
Wahlfreiheit für Eltern, was die Art der Nachmittagsbetreuung
betrifft
Ganztägig geführte Schulen für rund ein Viertel der
Pflicht-schüler/-innen
Einen Stufenplan für die nächste Legislaturperiode, um dieses Ziel zu
erreichen
Ein flexibles, den Wünschen der Eltern angepasstes Betreuungsangebot
Mitfinanzierung durch Bund und Land
"Ganztägig geführte Schulen rechnen sich volkswirtschaftlich", ist
AK-Vize Kalliauer überzeugt: Höhere Steuereinnahmen und bessere
Bildungserfolge würden die Kosten wettmachen.

OTS0147    2003-09-11/12:10

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel