• 11.09.2003, 11:26:15
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Sima zu Temelin-Zwischenlager: Neuerliche Bedrohung für Österreichs Bevölkerung

"Alle Staatsbürger können ihre Einwände gegen Atom-Brennstofflager deponieren!"

Wien (SK) Als eine neuerliche Bedrohung für Österreichs Bevölkerung
sieht SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima das von Tschechien geplante
Zwischenlager im AKW Temelin. Seit heute läuft dazu das Verfahren zu
einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung, kurz UVP,
an dem sich auch Österreich beteiligt. "Für 1370 Tonnen abgebrannten
Brennstoff soll unweit unserer Grenze ein Lager errichtet werden.
Geplant sei es, bis 2065 den Atom-Müll am Standort des AKW zwischen
zu lagern. ****

Zahlreiche Fragen zur Sicherheit und Technik seien aber bisher völlig
ungeklärt. Etwa jene nach dem Szenario eines Terrorakts, bei dem ein
Flugzeug ins geplante Zwischenlager stürze. "Bei deutschen
Genehmigungsverfahren für atomare Zwischenlager sind diese Szenarien
eines bewusst herbeigeführten Flugzeugabsturz sehr wohl Gegenstand,
im aktuellen tschechischen jedoch nicht", kritisiert Sima, im
besonderen vor dem heutigen Jahrestag der Terroranschläge in den USA.

Auch etliche technische Details - etwa was die Behälter im geplanten
Zwischenlager betreffe- seien im Konzept der AKW-Betreiber bislang
eher kryptisch formuliert. "Dazu kommt, dass laut einem
Richtlinien-Entwurf der EU bis 2018 ein Endlager für atomare
Brennstoffe gefunden sein muss, die Temelin-Betreiber aber 60 Jahre
zwischenlagern wollen und nicht an ein Endlager denken. "Es besteht
daher die Gefahr, dass aus dem Zwischenlager in Temelin auch ein
Endlager werden könnte", warnt Sima. Sie appelliert anlässlich des
heute beginnenden Verfahrens zum Zwischenlager an alle besorgten
Österreicherinnen und Österreicher, ihre Stellungnahmen zum geplanten
Zwischenlager in Temelin einzubringen.

Die schriftlichen Stellungnahmen können bis zum 25. September bei den
Ämtern der Landesregierungen von Ober- und Niederösterreich und
Salzburg sowie im Umweltministerium deponiert werden. Dieses wird sie
dann gesammelt an die tschechischen Behörden weiterleiten. Dort werde
dann ausgearbeitet, was tatsächlicher Inhalt der UVP sein werde. "Es
ist besonders wichtig, dass viele Menschen an diesem Verfahren
teilnehmen, ihre Sorgen und Bedenken ausdrücken. Es ist unbestritten,
dass die Frage der Zwischen- und Endlagerung von atomaren
Brennstoffen ein nach wie vor ungelöstes Problem ist", so Sima. Es
müssen im Rahmen der UVP sämtliche Details geklärt werden, im
besonderen auch die Frage nach einem absichtlich herbeigeführten
Flugzeugabsturz auf das Lager, schloss die Umweltsprecherin.
(Schluss) ns/mp

OTS0111    2003-09-11/11:26

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