NEWS veröffentlicht deutschen Eurofighter-Rechnungshofbericht

Die brisante Mängelliste der Luxus-Kampfjets erstmals im Wortlaut: Nach "Vereisungsgefahr" jetzt auch "Vogelschlag-Gefahr"

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe den vollständigen Bericht des deutschen Bundesrechnungshofes zum umstrittenen Eurofighter erstmals im Wortlaut. Der Behörden-Akt wurde mit "VS - nur für den Dienstgebrauch" klassifiziert und ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Das mit der Aktenzahl BRH-IV 6-2003-0639 versehene Dokument, das mit 8. August 2003 datiert ist, listet umfangreiche Mängel des neuen Austro-Abfangjägers auf. Wörtlich heißt es in dem vertraulichen Bericht:
- "Die Flugzeugtriebwerke dürfen wegen Vereisungsgefahr bei Lufttemparaturen von weniger als + 5 ºC und gleichzeitiger Sicht unter 400 m nicht gestartet werden."
- "Flüge unterhalb 750 Metern mit Geschwindigkeiten von über 850 km/h sind wegen der Gefahr von Vogelschlag verboten."

Die Prüfer des Bundesrechnungshofes erheben in ihrem Geheimbericht nicht nur schwere Vorwürfe über mangelnde Leistungsanforderungen des Eurofighters, sondern kommen auch zu dem Schluss, dass selbst gebrauchte russische MiG 29-Jets dem Eurofighter überlegen seien. Die vom Bundesrechnungshof aufgeworfenen Mängel beziehen sich auf die erste Tranche der Kampfjets. Diese umfasst just jene Flieger, die Österreich ab 2005 als "Übergangslösung" zur Verfügung gestellt werden sollen.

NEWS veröffentlicht zudem ein Geheimdokument des Eurofighter-Konsortiums EADS, das ausdrücklich "nicht zur Weitergabe an Medien" bestimmt ist. Das mit 8. September 2003 datierende Schriftstück gibt Anweisung zu einer einheitlichen "Sprachregelung für den Eurofighter-Bundesrechnungshof-Bericht". EADS stellt darin, die vom Bundesrechnungshof festgestellten "angeblichen" Leistungsmängel als "weitgehend längst behoben dar", "Kritikpunkte" seien "wahllos herausgegriffen" worden. Die bemängelten Leistungsanforderungen wie Winterbetrieb, Nutzung von Zusatztanks, Geschwindigkeit und Flughöhe seien "mit Prototypen" bereits "nachgewiesen". Lediglich "einzelne" Leistungsnachweise seien derzeit noch bei der NATO-Agentur "NETMA" in Bearbeitung.

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