- 08.09.2003, 13:03:29
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Autonomie des Sports in Gefahr
Entwurf des neuen Berufssportgesetzes bedroht Selbstverwaltung des Sports
Wien (OTS) - Bei der Präsidentenkonferenz des Allgemeinen
Sportverbandes Österreichs (ASVÖ) am vergangenen Wochenende in Wien
wurde der vom Staatsekretariat für Sport vorgelegte Entwurf für ein
neues Berufssportgesetz behandelt.
Zum Unterschied vom Erstentwurf der Bundes-Sportorganisation, der
sich ausschließlich mit der Thematik des Berufssportes
auseinandersetzt, zeigt der Entwurf des Staatsekretariats deutliche
politische Bestrebungen, in die autonome Struktur des Sportes
einzugreifen. Dies wird durch zwei Ansätze deutlich:
Nach Meinung der Präsidenten des ASVÖ führt die Schaffung eines
neuen Verwaltungsorganes ("Bundessportrat") die Arbeit der
Bundes-Sportorganisation als Dach des gesamten Sportes ad absurdum
und beweist die Intentionen, staatlichen Einfluss auf die
Selbstverwaltung des Sportes zu nehmen.
Die Präsidenten waren weiters der Meinung, dass eine Verschärfung
der Rechnungslegungsvorschriften, wie sie in diesem Gesetzesentwurf
gefordert wird, die Arbeit in den tausenden gemeinnützigen
Amateursportvereinen gefährdet. Das Vereinsgesetz regelt diesen
Bereich ausreichend.
Ein weiterer Kritikpunkt am vorliegenden Gesetzesentwurf ist, dass
eine Zweiteilung des Berufsbildes vom Berufsportler als Arbeitnehmer
einerseits und vom freiberuflichen Berufsportler andererseits
festgeschrieben wird.
Die Präsidenten des ASVÖ kamen zu der Überzeugung, dass mit diesem
Gesetzesentwurf nicht nur die Thematik des Berufssportes behandelt
wird, sondern gleichzeitig der unabhängige Sport in den
Einflussbereich der Politik geführt werden soll. Als überparteilicher
Sport-Dachverband ruft der ASVÖ dazu auf, dieser "Verstaatlichung des
autonomen Sportbereichs" bereits im Ansatz entgegenzuwirken.
OTS0114 2003-09-08/13:03
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