- 05.09.2003, 13:09:05
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EKZ-Strafsteuer: "Konsumentenfeindlicher Schwachsinn" - "Handelsfunktionäre pflegen mittelalterliches Zunftdenken und Protektionismus"
Wien (OTS) - Als "konsumentenfeindlichen Schwachsinn" bezeichnete
Dr. Stephan Mayer-Heinisch, der Obmann der österreichischen
Einkaufszentren-Vereinigung ACSC, am Freitag die Forderung von
Handelsfunktionären nach Einführung einer Einkaufszentren-Strafsteuer
von 4,-- Euro pro m2 Verkaufsfläche. "Das würde nämlich bedeuten,
dass die Kunden der österreichischen Einkaufszentren jährlich rund 70
Mio. Euro mehr für ihre Einkäufe bezahlen müssten".
"Diese Interessenvertreter des Handels pflegen ein
mittelalterliches Zunftdenken und einen unerträglichen
Protektionismus. Sie wollen dabei nicht wahrhaben, dass in den 138
österreichischen Einkaufszentren (104 "klassische" Einkaufszentren,
32 Fachmarktzentren, 1 Factory Outlet Center und 1 Airport Center)
mit rund 4.900 Betrieben und insgesamt etwa 42.000 Mitarbeitern
tagtäglich (pro Geschäftstag) mehr als eine Million Besucher begrüßt
werden, das sind 330 Mio. Mensche pro Jahr!", sagte Mayer-Heinisch.
"Der Wandel im Handel, die weiterhin steigende Mobilität, der
Wunsch nach Angebots-Bündelung und -Vielfalt und das Verlangen nach
dem Erlebnis-Einkauf samt Sortimentsbreite sind an machen
Einzelhandelsfunktionären offenbar vollkommen spurlos
vorübergegangen", stellte Mayer-Heinisch fest und fügte hinzu: "Es
wäre den Konsumenten und dem Handel wirklich geholfen, wenn sich die
Handels-Funktionäre nicht gegen konsumentenfreundliche Öffnungszeiten
sperren und die Liberalisierung der Öffnungszeiten nutzen statt
torpedieren würden".
Scharfen Widerspruch handelten sich die Handelsfunktionäre auch
mit ihren Zahlenangaben ein: "Von einem Verkaufsflächen-Zuwachs von
600.000 m2 auszugehen, ist um rund 100 Prozent falsch: Seriöse
Prognosen gehen von maximal 300.000 m2 in den nächsten drei Jahren
aus, bzw. einem jährlichen Zuwachs von 80.000 m2 bis 100.000 m2 -
und das entspricht dem Durchschnitt der letzten Jahre - mit fallender
Tendenz", stellt der ACSC-Obmann fest.
Wie sich schon an der unseligen Farnleiter-Verordnung erwiesen
habe, dürfte auch eine EKZ-Strafsteuer auf gewaltige Rechtsprobleme
stoßen, weil man hier einerseits massiv in Eigentumsrechte eingreifen
müsste und andererseits erhebliche Abgrenzungsprobleme entstünden.
Was sei denn eigentlich die "Grüne Wiese" und wie lange bleibe sie
das auch, fragt Dr. Stephan Mayer-Heinisch und ergänzt: "37 Prozent
aller österreichischen Zentren liegen derzeit bereits in den
Hauptgeschäftslagen der jeweiligen Städte, bzw. in (Wiener)
Hauptgeschäftsstraßen oder in sonstigen baulich integrierten Lagen -
und es werden laufend mehr, wie die derzeit geplanten Projekte klar
belegen".
OTS0140 2003-09-05/13:09
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