Evangelisch-Reformierter Landessuperintendent Karner übt scharfe Kritik an Roms Ökumene-Kurs ut.: Jüngstes Vatikan-Dokument belastet ökumenisches Klima

Wien, 5. September 2003 (epd Ö) Das jüngste Vatikan-Dokument, das sich mit Partnerschaften homosexueller Personen befasst, belaste auch das ökumenische Klima. Das erklärte der Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich, HR Mag. Peter Karner, am Donnerstagabend vor Journalisten in Wien. "Die römisch-katholische Kirche will einfach nicht wahrhaben, dass andere Kirchen anders denken und zu anderen Schlussfolgerungen kommen", so Karner.

"Es gibt eine Tendenz, Ökumene zu uniformieren, gemeinsame Aussagen zu missbrauchen und gegen Menschenrechte eine Frontstellung einzunehmen", kritisiert der Landessuperintendent. Die römisch-katholische Kirche führe zwar Gespräche mit den anderen christlichen Kirchen, sehe sie aber nicht als gleichwertige Partner an. Karner gesteht Rom "selbstverständlich das Recht zu, klar zu sagen, was es von Katholiken erwartet". Dies dürfe jedoch nicht mit Diskriminierungen und Unterstellungen anderer Kirchen verbunden sein. Karner: "Die römisch-katholische Kirche soll zur Kenntnis nehmen, dass der Beschluss unserer reformierten Synode, gleichgeschlechtliche Partnerschaften in einem Gottesdienst zu segnen, aus fester Überzeugung gefasst wurde, damit Gottes Willen zu erfüllen."

Anlass für die Reaktion seitens der Evangelischen Kirche H.B. war ein Schreiben der Glaubenskongregation an katholische Politiker, in dem diesen empfohlen wird, gegen die Anerkennung homosexueller Partnerschaften bzw. gegen die Gleichstellung solcher Partnerschaften mit der Ehe aufzutreten.

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