• 03.09.2003, 12:39:43
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  • OTS0141 OTW0141

Resolution der Ärztekammer: Kein Einfrieren der öffentlichen Ausgaben

Vorstand der Ärztekammer für Wien beschließt Resolution zur Sicherung der Qualität und des Versorgungsstandards im Gesundheitswesen

Wien (OTS) - In der Vorstandssitzung vom 2. September 2003 wurde
von den anwesenden Ärztinnen und Ärzten einstimmig eine Resolution
beschlossen, die sich gegen eine planwirtschaftliche Umstrukturierung
des österreichischen Gesundheitswesens richtet. Das von
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat kürzlich geforderte
Einfrieren der öffentlichen Ausgaben für die Versorgung erkrankter
Österreicherinnen und Österreicher ist mit der kontinuierlich
steigenden Lebenserwartung und dem hohen Anspruchsverhalten der
Bevölkerung an die medizinische Versorgung nicht vereinbar.****

Eine Deckelung der Gesundheitsausgaben geht mit völliger
Fortschrittsverweigerung und einer Absage an die Top-Medizin in
Österreich einher. Unter diesen Vorgaben von Qualitätsstandards zu
sprechen erscheint den Wiener Ärztinnen und Ärzten als purer
Zynismus. Die Wiener Ärzteschaft ist direkt für die
Patientenversorgung verantwortlich und sieht in einer
Kostenlimitierung im Bereich der sich ständig weiterentwickelnden
Medizin eine Beeinträchtigung der Versorgung kranker Menschen.

Die ebenfalls von der Ministerin angeregte Schaffung von
"Gesundheitsagenturen" bringt lediglich Verwaltungskosten und keine
Vorteile für die Patienten. Die Wiener Ärzteschaft befürchtet, dass
das für die Errichtung und Verwaltung der "Gesundheitsagenturen"
aufgebrachte Geld der medizinischen Versorgung der Patienten entzogen
werden würde. Im Sinne der notwendigen Sparsamkeit kann dieser
Vorschlag von der Wiener Ärzteschaft nur abgelehnt werden.

Weiters hält der Vorstand der Ärztekammer für Wien fest, dass die
von Rauch-Kallat geplante Qualitätssicherung in der
Patientenversorgung im Raum Wien längst etabliert ist. Schon heute
erfüllen Ärztinnen und Ärzte in Ordinationen und Spitälern eine Reihe
von erprobten Qualitätsstandards und Zertifizierungen. In Österreich
garantiert das so genannte "Diplom-Fortbildungsprogramm", das als
eines der besten weltweit gilt, eine umfassende medizinische
Qualitätssicherung. Seitens der Politik werden noch höhere
Qualitätsstandards in der Patientenbehandlung gefordert und die
Ärztekammer für Wien ist auch bereit an der Weiterentwicklung dieser
Standards mitzuarbeiten. Allerdings ist damit eine weitere
Kostensteigerung vorprogrammiert.

Der Vorstand der Ärztekammer für Wien bietet an, künftige
Diskussionen um Reformen im Gesundheitswesen nicht nur mit
praxisfernen Gesundheitsökonomen, sondern unter Einbeziehung der
praktizierenden Ärzteschaft, zu führen. Denn nur diese verfügen über
die nötige Kompetenz und tragen darüber hinaus die alleinige
Verantwortung gegenüber dem Patienten.

OTS0141    2003-09-03/12:39

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW

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