- 03.09.2003, 09:00:00
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Windkraft-Boom: 2.300 Beschäftigte, 300 Mio. EUR Investitionen
Wien (OTS) - Die Windkraft in Österreich boomt. Ende des Jahres
werden 300 Windräder 220.000 Haushalte mit Strom versorgen. Rund 300
Mio. Euro werden heuer in Windkraftprojekte investiert. Obwohl in der
Alpenrepublik keine Windkraftanlagen hergestellt werden, ist die
Windkraft hierzulande ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: 2.300
Beschäftigte gibt es durch die Windkraft bei österreichischen Firmen
und ihren Zulieferern.
Dies sind einige Ergebnisse einer neuen Studie des
Wissenschaftsministeriums, in der die volkswirtschaftlichen
Auswirkungen des Windkraftausbaus in Österreich untersucht wurden.
Oft besteht der Irrtum, dass es bei der Windkraft zu keiner
heimischen Wertschöpfung komme, da die Anlagen aus Dänemark und
Deutschland importiert werden. Tatsächlich ist es aber so, dass durch
die Investition in Windkraft 50% mehr heimische Wertschöpfung
entsteht, als wenn bei der Stromerzeugung alles beim Alten bleibt.
Schon bei der Errichtung der heuer 145 Windkraftanlagen mit etwa
270 Megawatt und einem Investitionsvolumen von 302 Mio. Euro kommt
gut ein Viertel der Investitionen für Fundamente, Wegebau und
Netzverstärkung direkt österreichischen Firmen zugute. Die
Aufwendungen für Betrieb und Instandhaltung, die fast ausschließlich
durch österreichische Firmen durchgeführt werden, übersteigen sogar
die gesamten Investitionskosten: Allein hier werden durch die heuer
errichteten Anlagen für die Lebenszeit der Anlagen ca. 250 Jobs
geschaffen.
Stark positive Handelsbilanz
Österreich verfügt über eine starke Windkraft-Zulieferindustrie.
Letztes Jahr war der Export von Windkraftanlagen-Komponenten mit 78
Mio. Euro doppelt so hoch wie der Import von Windkraftanlagen (35,5
Mio. Euro). Die Traditionsfirma Elin EBG Motoren GmbH ist weltweit
einer der führenden Generatorenlieferanten in der Windbranche. Mit
214 Mitarbeitern wurden 2002 38 Mio. Euro umgesetzt: Geschäftsführer
DI Dominik Brunner: "Die Windkraft ist für unseren Standort in Weiz
unverzichtbar. Als Technologieführer sind wir weltweit nur dann
glaubwürdig, wenn unsere Technologien auch in Österreich erfolgreich
genutzt werden. Und das ist durch den Boom bei der Windkraft
gewährleistet."
Dr. Schöflinger von der OÖ Firma Hexcel Composites Österreich, die
mit 160 Mitarbeiter hochwertige Verbundwerkstoffe für die Rotorflügel
liefert: "2002 haben wir Rotorblattmaterial um 42 Mio. US$ an die
weltweit wichtigsten Windkraftanlagenhersteller geliefert. Obwohl wir
alles, was wir in OÖ in Sachen Windkraft produzieren, exportieren,
schlägt sich das Anspringen des österreichischen Marktes dennoch in
unseren Umsatzzahlen nieder. Die Nachfrage am deutschen Markt hat
heuer ein wenig nachgelassen, und so spüren wir das zusätzliche
Geschäft in Österreich. Jede in Österreich verkaufte Windkraftanlage,
in der unser Flügelmaterial drinsteckt, bedeutet für uns einen
zusätzlichen Umsatz von 52.000 Euro."
Die Errichtung moderner Windräder mit Turmhöhen von 100 Metern
stellt neue Herausforderungen an Kranunternehmer wie die Firma
Prangl. Mag. Christian Prangl: "Wir bewerten das Geschäft mit der
Windenergie eindeutig positiv. Für diesen Bereich haben wir drei neue
Kräne um zusammen nahezu 10 Mio. Euro angeschafft. Insgesamt stehen
acht Kräne für das Windkraftgeschäft zur Verfügung. Allein in den
letzten 4 Monaten verzeichneten wir mit der Windenergie einen Umsatz
von rund 1,5 Mio. Euro." Gemeinsam mit dem Hafen Wien wurden darüber
hinaus innovative Transportlösungen für die bis zu 40m langen Teile
entwickelt. So bringt die Windkraft auch dort positive Impulse.
Das Windgeschäft wirkt sich auch auf die Baubranche positiv aus:
"Durch die Errichtung von Windenergieanlagen erfährt unsere Baufirma
wichtige neue Impulse in den für die Bauwirtschaft schwierigen
Zeiten, wie wir sie jetzt haben.", so Prok. Ing. Makoschitz von der
Baufirma Swietelsky Bauges.m.b.H., Niederlassung Wien Tiefbau. "Wir
errichten die Fundamente samt den erforderlichen Wegeanlagen und
Montageplätzen für die Windparks Gols /Pannonia und Neuhof. Das sind
Aufträge um rund 2,8 Mio. Euro, 40 Personen sind 2 bis 3 Monate
beschäftigt."
"Auch wenn Vertreter der Industrie und der Stromregulator
befürchten, dass sich durch den Ausbau der Windkraft der Strom
verteuert und dadurch Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, konnte nun
endlich wissenschaftlich bewiesen werden, dass sich Investitionen in
Windkraft positiv auf die heimische Wirtschaft auswirken. Nicht die
Ökoenergien sind Kostentreiber, sondern der Klimawandel. Die
Trockenheit der vergangenen Monate führt zu einer Strompreiserhöhung
von 2,5 Cent auf 3,5 Cent. Dieser Anstieg von einem Cent würde
ausreichen, um einen zusätzlichen Ökostromanteil von 15 % zu
finanzieren. Außerdem wird der geplante Emissionshandel Investitionen
in Windkraft für die heimische Volkswirtschaft noch rentabler
machen." , stellt Mag. Stefan Hantsch von der IG Windkraft
abschließend fest.
OTS0026 2003-09-03/09:00
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