Bartenstein: Weitere Abflachung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat

Anstieg der Beschäftigten - Arbeitslosenzahlen in O.Ö., N.Ö., Kärnten und Steiermark rückläufig

Wien (BMWA/OTS) - Trotz der anhaltend schwachen internationalen Konjunktur ist auf dem österreichischen Arbeitsmarkt eine Erholung feststellbar, erklärte heute Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein zu den jüngsten Arbeitsmarktdaten. Während im Durchschnitt des ersten Quartals 2003 noch ein Rückgang der aktiv Beschäftigten (ohne Kinderbetreuungsgeldbezieherinnen und Präsenzdiener) um knapp 3.400 zu verzeichnen war, hat im 2. Quartal diese Zahl bereits um rund 6.700 zugenommen. Ende August war im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der unselbstständigen Beschäftigung (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) um 25.080 Personen (0,78%) auf einen Wert von 3.255.869 (1.782.289 Männer; 1.473.580 Frauen) festzustellen.

Auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigt eine abgeschwächte Tendenz. So hat die Zunahme im Juni noch 9.200 (4,8%) und im Juli 8.300 (4,2%) betragen. Im August 2003 hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahreswert nur mehr um 5.393 bzw. 2,7% auf 205.077 zugenommen. Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Frauen ist gegenüber dem Vorjahr um 2.332 (2,4%) auf 97.578 angestiegen, bei den Männern war ein Anstieg von 3.061 (2,9%) auf 107.499 zu verzeichnen. In den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark ist die Arbeitslosigkeit bereits rückläufig.

Österreichs Position im internationalen Vergleich ist nach wie vor eine gute. Für den Juli 2003 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus. Die Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice für August ergibt 4,5%. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 8,1% (Juni). Lediglich Luxemburg mit 3,7% (Juni) und die Niederlande mit 4,2% (Juni) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Im Detail zeigten sich Ende August 2003 auf dem heimischen Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Verkürzung derArbeitslosendauer

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im August 2003 106 Tage betragen. Die Arbeitslosendauer liegt somit um 6 Tage unter dem Vergleichswert des Vorjahres bzw. um 10 Tage unter dem August-Wert von 2001.

Langzeitarbeitslosigkeit

Ende August 2003 haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen - entgegen der Entwicklung in den Vormonaten Februar bis Juli - mit 941 bzw. 2,0% auf 47.208 leicht zugenommen. Ausschlaggebend dafür ist der starke Anstieg bei den länger als 1 Jahr vorgemerkten Personen.

Weiter niedrigste Jugendarbeitslosenquote im EU-Vergleich

Die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 18-jährigen Jugendlichen lag im August bei 4.766 Personen (+336 bzw. +7,6%). Auch die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Alter von 19 bis 24 nahm weiter zu. Im August waren um 1.858 bzw. 6,5% mehr Personen dieser Altersgruppe (insgesamt 30.267) arbeitslos als im Vorjahr.

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,5% (Juli 2003) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote aus, gefolgt von den Niederlanden (8,5%; Juni), Irland (8,8%; Juli) und Dänemark (9,3%; Juni). Die Jugendarbeitslosenquote ist im EU-Durchschnitt mit 15,7% (Juni) mehr als doppelt so hoch.

Lehrstellenmarkt

Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende August mit 9.779 um 1.290 (15,2%) über dem Wert des Vorjahres. Hingegen haben die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen im Vorjahresvergleich etwas abgenommen (-206 bzw. -6,3% auf 3.046).

Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen entwickelte sich im August mit einem Anstieg von 0,8% (348 auf 43.561) unterdurchschnittlich. Wie in den Vormonaten ist die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen mit 680 (3,2%) rückläufig, während bei den 55- bis 59-Jährigen (+635/+3,5%) und den über 60-Jährigen (+393/+9,7%) eine Zunahme zu verzeichnen ist. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen

Im Dienstleistungssektor war ein vergleichsweise hoher Zuwachs an vorgemerkten Arbeitslosen in den Bereichen Sonstige Dienstleistungen (1.613; 15,1% auf 12.283), Unternehmensbezogene Dienste (1.222; 7,5% auf 17.599), Fremdenverkehr (988; 4,3% auf 24.076) und im Verkehr und Nachrichtenwesen (449; 5,2% auf 9.002) zu verzeichnen.
In der Sachgüterproduktion sind erstmals seit Mitte 2001 die Arbeitslosenzahlen zurückgegangen (409; 1,0% auf 38.643). In der Baubrache ist wie in den Vormonaten die Arbeitslosigkeit (450; 1,8% auf 24.105)gesunken.

Entwicklung in den Bundesländern

In fast der Hälfte der Bundesländer haben die Arbeitslosenzahlen Ende August abgenommen. In Kärnten (-4,7%; -564), Niederösterreich (-1,0%; -349), Oberösterreich (-8,7%; -2.070) und in der Steiermark (-0,3%; -96) war ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Deutlich überdurchschnittlich war der Zuwachs in Vorarlberg (12,1% bzw. 793), Wien (9,4%; 6.640) und Tirol (9,3%; 883), während der Anstieg der vorgemerkten Arbeitslosen in Salzburg (1,6%; 137) etwas unter der bundesweiten Entwicklung lag. Im Burgenland (0,3%; 19) sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant geblieben.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien

Im August 2003 haben mit Ausnahme der Absolventen einer Lehre mit Meisterprüfung (-6,0%; -122 auf 1.924) und mittlerer technischer gewerblicher Schulen (-0,9%; -12 auf 1.267) in allen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen zugenommen. In absoluten Zahlen war der Anstieg bei Personen mit Pflichtschulabschluss (2,5%; 1.942 auf 80.381), ohne abgeschlossene Schulbildung (11,0%; 902 auf 9.078) sowie Absolventen von Universitäten (11,0%; 738 auf 7.454) und allgemein bildender höheren Schulen (8,2%; 590 auf 7.769) am Deutlichsten. Anteilsmäßig entfallen 77% aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule, Personen mit Pflichtschulabschluss und Personen mit Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice

Die Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice lagen im August deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der in Schulung befindlichen Personen betrug 34.681 und lag damit um 3.328 (10,6%) über dem vergleichbaren Vorjahreswert. 96% des Anstieges entfiel dabei auf jugendliche SchulungsteilnehmerInnen (15- bis 24-Jährige). Besonders ausgeprägt war der Anstieg der Teilnehmerzahlen in Kärnten (51,7% bzw. 531), Salzburg (47,1% bzw. 395) und in Vorarlberg (36,8% bzw. 242). Wie im Vormonat lag Wien mit 5,8% bzw. 611 deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die SchulungsteilnehmerInnen rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (6.583), Metall-/Elektroberufe (4.740), Handel (4.541) und den Hilfsberufen (4.106). Aus diesen Berufsgruppen kamen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1)
71100-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1)
71100-2058
presseabteilung@bmwa.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MWA0002