- 02.09.2003, 11:00:33
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Bartenstein: Weitere Abflachung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat
Anstieg der Beschäftigten - Arbeitslosenzahlen in O.Ö., N.Ö., Kärnten und Steiermark rückläufig
Wien (BMWA/OTS) - Trotz der anhaltend schwachen internationalen
Konjunktur ist auf dem österreichischen Arbeitsmarkt eine Erholung
feststellbar, erklärte heute Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr.
Martin Bartenstein zu den jüngsten Arbeitsmarktdaten. Während im
Durchschnitt des ersten Quartals 2003 noch ein Rückgang der aktiv
Beschäftigten (ohne Kinderbetreuungsgeldbezieherinnen und
Präsenzdiener) um knapp 3.400 zu verzeichnen war, hat im 2. Quartal
diese Zahl bereits um rund 6.700 zugenommen. Ende August war im
Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der unselbstständigen Beschäftigung
(ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) um 25.080 Personen
(0,78%) auf einen Wert von 3.255.869 (1.782.289 Männer; 1.473.580
Frauen) festzustellen.
Auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigt eine abgeschwächte
Tendenz. So hat die Zunahme im Juni noch 9.200 (4,8%) und im Juli
8.300 (4,2%) betragen. Im August 2003 hat die Arbeitslosigkeit
gegenüber dem Vorjahreswert nur mehr um 5.393 bzw. 2,7% auf 205.077
zugenommen. Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Frauen
ist gegenüber dem Vorjahr um 2.332 (2,4%) auf 97.578 angestiegen, bei
den Männern war ein Anstieg von 3.061 (2,9%) auf 107.499 zu
verzeichnen. In den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich,
Oberösterreich und Steiermark ist die Arbeitslosigkeit bereits
rückläufig.
Österreichs Position im internationalen Vergleich ist nach wie vor
eine gute. Für den Juli 2003 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT
für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus. Die
Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice für August
ergibt 4,5%. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem
EU-Durchschnitt von 8,1% (Juni). Lediglich Luxemburg mit 3,7% (Juni)
und die Niederlande mit 4,2% (Juni) weisen eine niedrigere
Arbeitslosenquote als Österreich auf.
Im Detail zeigten sich Ende August 2003 auf dem heimischen
Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:
Verkürzung derArbeitslosendauer
Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im
August 2003 106 Tage betragen. Die Arbeitslosendauer liegt somit um 6
Tage unter dem Vergleichswert des Vorjahres bzw. um 10 Tage unter dem
August-Wert von 2001.
Langzeitarbeitslosigkeit
Ende August 2003 haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen
- entgegen der Entwicklung in den Vormonaten Februar bis Juli - mit
941 bzw. 2,0% auf 47.208 leicht zugenommen. Ausschlaggebend dafür ist
der starke Anstieg bei den länger als 1 Jahr vorgemerkten Personen.
Weiter niedrigste Jugendarbeitslosenquote im EU-Vergleich
Die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 18-jährigen Jugendlichen lag
im August bei 4.766 Personen (+336 bzw. +7,6%). Auch die Zahl der
vorgemerkten Arbeitslosen im Alter von 19 bis 24 nahm weiter zu. Im
August waren um 1.858 bzw. 6,5% mehr Personen dieser Altersgruppe
(insgesamt 30.267) arbeitslos als im Vorjahr.
Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,5% (Juli 2003) die
niedrigste Jugendarbeitslosenquote aus, gefolgt von den Niederlanden
(8,5%; Juni), Irland (8,8%; Juli) und Dänemark (9,3%; Juni). Die
Jugendarbeitslosenquote ist im EU-Durchschnitt mit 15,7% (Juni) mehr
als doppelt so hoch.
Lehrstellenmarkt
Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende August mit 9.779 um
1.290 (15,2%) über dem Wert des Vorjahres. Hingegen haben die beim
Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen im
Vorjahresvergleich etwas abgenommen (-206 bzw. -6,3% auf 3.046).
Altersarbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen entwickelte sich im
August mit einem Anstieg von 0,8% (348 auf 43.561)
unterdurchschnittlich. Wie in den Vormonaten ist die Arbeitslosigkeit
in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen mit 680 (3,2%)
rückläufig, während bei den 55- bis 59-Jährigen (+635/+3,5%) und den
über 60-Jährigen (+393/+9,7%) eine Zunahme zu verzeichnen ist. Neben
demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten
Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den
entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz
zurückzuführen.
Entwicklung nach Branchen
Im Dienstleistungssektor war ein vergleichsweise hoher Zuwachs an
vorgemerkten Arbeitslosen in den Bereichen Sonstige Dienstleistungen
(1.613; 15,1% auf 12.283), Unternehmensbezogene Dienste (1.222; 7,5%
auf 17.599), Fremdenverkehr (988; 4,3% auf 24.076) und im Verkehr und
Nachrichtenwesen (449; 5,2% auf 9.002) zu verzeichnen.
In der Sachgüterproduktion sind erstmals seit Mitte 2001 die
Arbeitslosenzahlen zurückgegangen (409; 1,0% auf 38.643). In der
Baubrache ist wie in den Vormonaten die Arbeitslosigkeit (450; 1,8%
auf 24.105)gesunken.
Entwicklung in den Bundesländern
In fast der Hälfte der Bundesländer haben die Arbeitslosenzahlen
Ende August abgenommen. In Kärnten (-4,7%; -564), Niederösterreich
(-1,0%; -349), Oberösterreich (-8,7%; -2.070) und in der Steiermark
(-0,3%; -96) war ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.
Deutlich überdurchschnittlich war der Zuwachs in Vorarlberg (12,1%
bzw. 793), Wien (9,4%; 6.640) und Tirol (9,3%; 883), während der
Anstieg der vorgemerkten Arbeitslosen in Salzburg (1,6%; 137) etwas
unter der bundesweiten Entwicklung lag. Im Burgenland (0,3%; 19) sind
die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant
geblieben.
Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien
Im August 2003 haben mit Ausnahme der Absolventen einer Lehre mit
Meisterprüfung (-6,0%; -122 auf 1.924) und mittlerer technischer
gewerblicher Schulen (-0,9%; -12 auf 1.267) in allen
Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen
zugenommen. In absoluten Zahlen war der Anstieg bei Personen mit
Pflichtschulabschluss (2,5%; 1.942 auf 80.381), ohne abgeschlossene
Schulbildung (11,0%; 902 auf 9.078) sowie Absolventen von
Universitäten (11,0%; 738 auf 7.454) und allgemein bildender höheren
Schulen (8,2%; 590 auf 7.769) am Deutlichsten. Anteilsmäßig entfallen
77% aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule,
Personen mit Pflichtschulabschluss und Personen mit Lehrabschluss.
Schulungen des Arbeitsmarktservice
Die Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice lagen im August
deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der in Schulung
befindlichen Personen betrug 34.681 und lag damit um 3.328 (10,6%)
über dem vergleichbaren Vorjahreswert. 96% des Anstieges entfiel
dabei auf jugendliche SchulungsteilnehmerInnen (15- bis 24-Jährige).
Besonders ausgeprägt war der Anstieg der Teilnehmerzahlen in Kärnten
(51,7% bzw. 531), Salzburg (47,1% bzw. 395) und in Vorarlberg (36,8%
bzw. 242). Wie im Vormonat lag Wien mit 5,8% bzw. 611 deutlich unter
dem bundesweiten Durchschnitt. Die SchulungsteilnehmerInnen
rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe
(6.583), Metall-/Elektroberufe (4.740), Handel (4.541) und den
Hilfsberufen (4.106). Aus diesen Berufsgruppen kamen 58% aller in
Schulung befindlichen Personen.
Rückfragehinweis: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1)
71100-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1)
71100-2058
mailto:[email protected]
OTS0075 2003-09-02/11:00
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