- 01.09.2003, 13:33:46
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Die Gleisbauarbeiten auf dem Dr. Adolf Schärf-Platz
U-Bahn-Bau bedingte Neugestaltung unter Aufrechterhaltung des Straßenbahnverkehrs
Wien (OTS) - Der Weiterbau der U-Bahn hat neben den umfangreichen
Einbautenumlegungen oftmals Auswirkungen auf den Individualverkehr
und auch auf Buslinien - wenigsten bei diesen Maßnahmen an der
Oberfläche sind Umleitungen leichter zu bewältigen. An mancher
Örtlichkeit ist freilich auch die Straßenbahn betroffen, und ein
schienengebundenes Verkehrsmittel zu verlegen, ist aus etlichen
Gründen - abgesehen vom Platzbedarf, nicht zuletzt der Kosten wegen -
problematisch. Also behilft man sich mit der Bauabwicklung "unter
Aufrechterhaltung des Verkehrs" und verlegt möglichst viele Arbeiten
in die Nachtstunden - vor allem in die betriebsfreie Zeit der
Straßenbahn. Hier muss allerdings zumeist auch auf die Interessen der
Anrainer - vor allem hinsichtlich der Nachtruhe - Bedacht genommen
werden: im vorliegenden Fall, den Gleisbauarbeiten auf dem Dr. Adolf
Schärf-Platz im 22. Bezirk bei der Endstation der "U 1" ist
wenigstens dieser Punkt weggefallen. Die Wiener Linien stellen aber
dazu fest, dass es sich bei dieser Baustelle "insgesamt wegen der
Wetterlage (Hitzeperiode!), ihrer Größe und wegen der technischen
Erfordernisse um die schwierigste des Jahres 2003 gehandelt hat". Die
Arbeiten sind am 5. Mai angelaufen, das deutlich vorgezogene Bauende
war am 8. August; immerhin waren knapp 1,4 Kilometer an Gleisen
verlegt worden. Unter welchen Arbeitsbedingungen, darauf wird im
Folgenden noch einzugehen sein.****
Die Gesamtbauleistung der Hauptarbeiten - die in 5 Bauphasen
abgewickelt wurden, umfasste
o Neuverlegung von 1.385 Metern Gleise; dabei waren 272 geschweißte Verbindungen, so genannte "Schweißstöße" herzustellen.
o Errichtung von 10 Weichenanlagen und 7 Kreuzungen
o Verfüllen von (diese und die nächste Kennzahl gerundet) 1.500
Kubikmetern Beton
o Verlegen von Großflächenplatten im Ausmaß von 4.140
Quadratmetern
Unter den schon erwähnten 5 Bauphasen befand sich nur eine, bei
der die Einstellung des Straßenbahnverkehrs unumgänglich war, und
zwar der Zeitraum 25. Juli bis 3. August. Während dieser Zeit wurde
durchgeführt
o Neuverlegung von 525 Metern Gleise mit 124 Schweißstößen
o Errichtung von 4 Weichenanlagen und 1 Kreuzung
o Verfüllen von (diese und die nächste Kennzahl gerundet) 600
Kubikmetern Beton
o Verlegen von Großflächenplatten im Ausmaß von 1.570
Quadratmetern
Die wesentlichen Bauleistungen wurden von den Bediensteten der
Wiener Linien (Bahnbaustrecken 10 und 11) sowie von Mitarbeitern der
Firma Strabag erbracht (zusätzlich Spannen der Oberleitung durch
Balfour-Beaty), die Schienenstöße stellten die Schweißer der
Oberbauwerkstätte der Wiener Linien her. Auch wenn manche Arbeiten in
die kühleren Nachtstunden (betriebslose Zeit) fallen, die Sommerhitze
erschwert solche Arbeiten sichtlich. Ein Schweißer ist nicht nur dem
2.300 Grad heißen Lichtbogen und seiner UV-Strahlung ausgesetzt
sondern auch der Wärmestrahlung der Schweißnaht von etwa 1.500 Grad.
Schienen, Weichen und Großflächenplatten werden zwar mittels
Kran (zum Teil Spezialtransporter der Oberbauwerkstätte) zur
Einbaustelle gehoben, aber in die Endlage müssen sie von Hand
gebracht werden. Eine einzelne Schiene mit 15 Metern Länge wiegt 960
Kilogramm, Großflächenplatten bringen 1,5 Tonnen auf die Waage -
Massen, die auch bei den extremen Temperaturen des zu Ende gehenden
Sommers bewegt werden mussten. Die geodätisch eingemessenen Bauteile
mussten gerade auf dieser Baustelle mit ihren zahlreichen
Weichenanlagen und Kreuzungen, Zentimeter genau passen und in Lage
und Höhe plankonform ausgerichtet sein. Entsprechend den Grundlinien
des Wiener Oberbaus wird das Gleis auf eine bewehrte Betonplatte
gelegt, zwischen ihr und dem Schienenfuß dienen Gummiplatten als
Bewegungsaufnehmer und auch zur Schallhemmung. Die Straßenoberfläche
im Gleisbereich wird dann fast überall mit Beton-Großflächenplatten
ausgelegt. (Schluss) pz
OTS0127 2003-09-01/13:33
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