• 01.09.2003, 11:30:00
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  • OTS0077 OTW0077

Europäischer Kardiologen-Kongress, Wien: Verringertes Herz-Kreislauf-Risiko durch richtige Ernährung und Lebensstil

Wien (OTS) - Beim jährlich stattfindenden Europäischen
Kardiologen-Kongress, der heuer in Wien abgehalten wurde, ging es im
Rahmen eines Satelliten-Symposiums um Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die richtige Ernährung spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn
wer sich bewusst ernährt, kann das Risiko einer
Herz-Kreislauf-Erkrankung reduzieren. Das nützt nicht nur der eigenen
Gesundheit, sondern hilft auch dem Gesundheitssystem, Kosten zu
sparen.

Mit der richtigen Ernährung vorbeugen 1)

Bestimmte Ernährungsweisen können vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
schützen. Die entscheidende Rolle dabei spielt der Anteil an Fett in
der Nahrung. Gesättigte Fettsäuren, die besonders reichlich in fetten
Milch- und Fleischprodukten enthalten sind, sowie die so genannten
Trans-Fettsäuren, die in Milchfett und bestimmten Pflanzenfetten
vorkommen, erhöhen das Cholesterin. Ein erhöhtes Cholesterin wiederum
steigert das Herz-Kreislauf-Risiko. Daher sollte der Anteil an
gesättigten Fettsäuren und Trans-Fettsäuren in der Ernährung deutlich
reduziert werden.

Ein weiterer Aspekt der richtigen Ernährung liegt im Bereich der
einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Bei einer ausgewogenen
Ernährung sollten die so genannten Omega-6-Fettsäuren (z.B.
Linolsäure aus Sonnenblumenöl) und Omega-3-Fettsäuren (Fettsäuren aus
Fisch- oder Pflanzenölen, wie z.B. Rapsöl) in einem bestimmten
Verhältnis zueinander stehen (etwa 5:1).
Außerdem gilt wie immer: Wer sich bewegt, lebt gesünder! Durch
körperliche Aktivitäten wird der Fettkonsum ausgeglichen. Übergewicht
ist generell verboten, da dieses ein hohes Risiko einer
Herz-Kreislauf-Erkrankung darstellt.

Zur richtige Ernährung gehört natürlich auch den regelmäßigen
Konsum von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Empfehlenswert ist
außerdem eine erhöhte Zufuhr von Pflanzensterinen, z.B. in Form
angereicherter Margarine, da diese Pflanzensterine eine Senkung des
Cholesterinspiegels herbeiführen. Dadurch wird erhöhter Blutdruck
sowie ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko verringert.
Allein durch eine ausgewogene Ernährung kann das
Herz-Kreislauf-Risiko um bis zu 30 % reduzieren werden.

Vorteile fürs Gesundheitssystem 2)

Bei Diskussionen über Einsparungen im Gesundheitswesen, wie sie
zur Zeit im Gange sind, sollte auch das Thema Ernährung
berücksichtigt werden, bieten sich auf diesem Gebiet doch
Möglichkeiten zu Einsparungen. Durch die richtige Ernährung können
das Cholesterin gesenkt und darüber hinaus Kosten verringert werden:

In einer Modellrechnung, die rund 30 % der bundesdeutschen
Bevölkerung repräsentierte (ca. 25 Mio. Personen), wurden sowohl
Kosten als auch Einsparungen ermittelt, die längerfristig aus einer
Cholesterinsenkung zu erwarten sind.

Insgesamt kann für die in der Studie repräsentierte Bevölkerung
von 25 Mio. über einen Zeitraum von 10 Jahren eine potenzielle
Senkung um 117.000 koronare Erkrankungsfälle angenommen werden. Die
dadurch ersparten Behandlungskosten liegen bei 1,3 Mrd. Euro.

Motivation ist alles 3)

Wer seine Ernährung umstellen will, muss seinen Lebensstil ändern.
Das fällt uns allen nicht leicht. Wer daran gewöhnt ist, am Abend zum
Fernsehen ein Packerl Chips zu verspeisen, oder zwischendurch gerne
mal zur Schokolade greift, wird darauf nur ungern verzichten. Neue
und subtilere Methoden sollen helfen, Patienten besser zur Änderung
bestimmter Verhaltensweisen zu motivieren. Es gibt überzeugende
Hinweise, dass auch geringfügige Änderungen im Lebens- bzw-
Ernährungsverhalten in Summe zu einer beträchtlichen
Risikoverminderung führen können.

Gesundheitspsychologen empfehlen Ärzten und
ernährungsmedizinischen BeraterInnen, in mehrstufigen
Motivationsgesprächen vorzugehen, die zunächst davon ausgehen, dass
der Patient keine Verhaltensänderung beabsichtigt. Er sollte in der
Folge auch nicht dazu überredet oder gezwungen werden. Im so
genannten "motivatorischen Interview" werden erst die Voraussetzungen
geschaffen, dass in offenen Gesprächen nicht nur die Vorteile,
sondern auch die Nachteile einer Verhaltensänderung gemeinsam
besprochen werden. Der Patient wird auf diese Weise eher ermutigt,
selbst über die Möglichkeit einer Verhaltensänderung nachzudenken und
sich selber zu diesem Schritt zu entschließen. Erst auf dieser Basis
kann in der Folge über das "wie" der Lebensstiländerung gesprochen
werden.

In Anti-Drogen- und Anti-Raucher Programmen hat sich die Technik
des motivatorischen Interviews in der Vergangenheit bewährt, für
Verhaltensänderungen im Ernährungsbereich ist dies ebenfalls
anzunehmen, auch wenn entsprechende Studien noch ausstehen.

European Society of Cardiology Congress 2003, Vienna.
   Satellite-Symposium "Dietary management and lifestyle assessment
   for cardiovascular risk reduction", 30.08.03.
   Sponsored by Becel-Institute

Chair: Prof. Michael Kunze, University of Vienna, Prof. Ulrich
Keil, University of Münster, Germany

Vortragende:
   - Jim Mann, University of Otago,  New Zealand: Importance of
     dietary management for the prevention of cardiovascular disease
   - Karl Wilhelm Lauterbach, University Köln, Germany: Cost-benefit
     analysis of primary prevention strategies for coronary heart
     disease
   - Paul Bennet, Universität Bristol, Great Britain: The role of
     patient’s motivation as key towards a healthy lifestyle - how
     to do it right

1) Jim Mann, University of Otago,  New Zealand:  Importance of

dietary management for the prevention of cardiovascular disease
2) Karl Wilhelm Lauterbach, University Köln, Germany: Cost-benefit

analysis of primary prevention strategies for coronary heart
   disease
3) Paul Bennet, Universität Bristol, Great Britain: The role of
   patient’s motivation as key towards a healthy lifestyle - how to
   do it right
OTS0077    2003-09-01/11:30

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