"Aufbruchsstimmung am österreichischen Kapitalmarkt - umgesetzte Maßnahmen des Aktionsplans zeigen Wirkung"

Regierungsbeauftragter Schenz zieht Bilanz und stellt Prioritäten 2003/2004 vor

Wien (OTS) - Der Regierungsbeauftragte Richard Schenz ist mit der Umsetzung seines im vergangenen Jahr präsentierten Aktionsplans zur Stärkung des österreichischen Kapitalmarktes zufrieden. Zentrale Vorschläge des Aktionsplans wurden bereits verwirklicht und zeigen unmittelbar positive Auswirkungen auf den österreichischen Kapitalmarkt:

  • Der österreichische Corporate Governance Kodex: Mehr Vertrauen durch Qualitätsverbesserung
  • Das prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge-Produkt: Mehr Volumen auf der Nachfrageseite
  • Das Kuratorium für den österreichischen Kapitalmarkt; Roadshows des Regierungsbeauftragten gemeinsam mit der Wiener Börse: Mehr Vertrauen durch bessere Information

Begünstigt durch diese Maßnahmen ist am österreichischen Kapitalmarkt eine besondere Aufbruchsstimmung feststellbar. Dies zeigt sich insbesondere in einer beachtlichen Performance des ATX im internationalen Vergleich, wesentlich gestiegenen Handelsumsätzen und der Rückkehr von Unternehmen, die an ausländischen Börsen notiert waren, an die Wiener Börse.

Nun geht es um die Nachhaltigkeit der Belebung des österreichischen Kapitalmarktes. Die bereits erzielten Erfolge müssen durch eine konsequente Fortführung der Kapitalmarkt-Offensive mit den bewährten Schwerpunkten "Mehr Vertrauen" und "Mehr Volumen" ausgebaut werden.

Nachdem wesentliche Maßnahmen für Qualitätsverbesserung, Information und mehr Nachfrage bereits umgesetzt worden sind, sollen 2003/2004 wirksame Maßnahmen für mehr Volumen auf der Angebotsseite den Schwerpunkt bilden. Richard Schenz: "Es geht nun darum attraktive Anlagemöglichkeiten im Inland zu schaffen. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf den weiteren Ausbau der kapitalgedeckten Altersvorsorge und das grundsätzlich hohe private Geldvermögen in Österreich. Mit Maßnahmen zur Verbesserung des Angebots wird der noch fehlende Baustein für ein integriertes Konzept zur Stärkung des österreichischen Kapitalmarktes eingefügt."

Die prioritären Maßnahmen für mehr Volumen auf der Angebotseite sind:

  • Privatisierung
  • Securitisation
  • Steuerliche Maßnahmen für Eigenkapitalstärkung und Börsengänge
  • Stärkung des vorbörslichen Risikokapitalmarktes (Venture Capital/Private Equity)
  • Bessere Rahmenbedingungen für den österreichischen Bond Markt

Bei der voranzutreibenden Privatisierung soll grundsätzlich dem Börsegang aufgrund seiner volkswirtschaftlichen Vorteile der Vorzug gegeben werden. In diesem Zusammenhang begrüßt der Kapitalmarktbeauftragte besonders die Vorgangsweise der ÖIAG zur Voest - Privatisierung. Schenz: "Der gewählte Weg der Privatisierung über die Börse entspricht voll und ganz den im Aktionsplan dargelegten Anforderungen. Das Angebot der attraktiven Anlagemöglichkeiten im Inland wird größer. Österreichische Kernaktionäre werden Headquarter- und Börsestandort absichern. Von der damit einhergehenden Kapitalmarktstärkung profitiert die gesamte Wirtschaft."

Viel verspricht sich Schenz auch von der Etablierung des Finanzierungsinstrument Securitisation (Asset Backed Securities, Verbriefung von Forderungen) in Österreich. Damit könnten die Finanzierungskosten der österreichischen Volkswirtschaft bedeutend gesenkt werden. In Frankreich, Italien und Spanien wurde durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen der Markt außerordentlich belebt. Die Möglichkeiten der Securitisation in Österreich und die dafür notwendigen rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen werden derzeit in verschiedenen Arbeitsgruppen intensiv geprüft. Im Herbst möchte Schenz eine Punktation für ein österreichisches ABS-Gesetz vorlegen.

Ergänzt werden soll die angebotsseitige Offensive durch weitere Maßnahmen für mehr Vertrauen und mehr Volumen. Schenz: "Die Stärkung der Corporate Governance ist, wie auch leider gerade ein aktueller Fall zeigt, eine permanente Aufgabe die vollen Einsatz erfordert. Grundsätzlich bin ich aber mit der Umsetzung des Corporate Governance Kodex durch die österreichischen börsenotierten Unternehmen - bereits 30 haben sich zum Kodex bekannt - zufrieden."

Regierungsbeauftragter Schenz ist zuversichtlich, dass heuer noch mehrere Maßnahmen des Aktionsplans umgesetzt werden können, denn ein starker heimischer Kapitalmarkt, der den österreichischen Unternehmen optimale Finanzierungsbedingungen bietet, ist zur Absicherung von Wirtschaftsstandort, Wachstum, Innovation und Beschäftigung wichtiger denn je.

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Michael Eberhartinger
Büro des Regierungsbeauftragten für den Kapitalmarkt
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