- 29.08.2003, 09:03:00
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Fasslabend: Lehrstellenproblematik in Wien muss langfristig behoben werden
ÖAAB fordert Umdenken in der Wiener Lehrstellenpolitik
Wien (ÖAAB-PD) "Die Lehrlingssituation zeigt auch diesen Sommer
wieder ein seit mehreren Jahren bekanntes Bild: es klafft eine
eklatante Lücke zwischen Lehrstellensuchenden und
Lehrstellenangeboten, die bis Jahresende nur mühsam abgebaut werden
kann" so ÖAAB Bundesobmann Abg.z.NR Dr. Werner Fasslabend. Die
Analyse zeige aber auch gravierende regionale Unterschiede. Während
in den meisten westlichen Bundesländern ein ausgeglichenes Verhältnis
zwischen Suchenden und freien Lehrstellen bestünde, gebe es im
Bundesland Salzburg sogar einen Überhang von 46 freien Lehrstellen.
Ganz anders aber die Situation in Wien. Hier ortet Fasslabend "eine
überdimensionale Schwachstelle, die nun aber endlich langfristig
saniert werden muss!"
Gegenwärtig fehle in Wien laut Statistik 2.500 Lehrstellen (Stand
Ende Juni 2003) und damit hat Wien einen Anteil von fast 40 % an der
österreichweiten Lehrstellenlücke (6.661). Fasslabend: "Ebenso
signifikant ist ein im Vergleich zu den anderen österreichischen
Bundesländern hinsichtlich Wirtschaftsbedeutung und Einwohnerzahl
unterproportional niedriger Anteil an Lehrlingen: nicht einmal 13 %
aller Lehrverträge werden in Wien unterzeichnet."
"Die Problematik entsteht nicht nur durch die vergleichsweise zu
anderen Bundesländern ineffiziente Vermittlungstätigkeit des AMS" so
Fasslabend, sondern auch durch die "schwerwiegenden Strukturdefizite,
die bereits bei der Vernachlässigung von Hauptschulen und
Polytechnischen Lehrgängen ihren Ursprung haben" . Zudem attestiert
Fasslabend der Wiener Landesregierung ein "vergleichsweise geringes
Engagement in der dualen Ausbildung".
"Die Lehrstellenmisere wird so lange andauern bis die
Verantwortlichen der Wiener Landesregierung und AMS endlich
verstehen, dass das duale Ausbildungssystem einen wesentlichen
Eckpfeiler im Standortwettbewerb darstellt. Der eklatante Mangel an
Lehrstellen in Wien kann nicht mit Kurzfristmaßnahmen behoben werden,
die immer wieder zum Sommerthema werden" erklärt der ÖAAB
Bundesobmann.
Entscheidend sei die "langfristige Verbesserung der
Grundvoraussetzungen und Einstellungen im schulischen Bereich und in
der Wirtschaft" und die "längstfällige Aufwertung der Lehre" so
Fasslabend abschließend.
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