Fasslabend: Lehrstellenproblematik in Wien muss langfristig behoben werden

ÖAAB fordert Umdenken in der Wiener Lehrstellenpolitik

Wien (ÖAAB-PD) "Die Lehrlingssituation zeigt auch diesen Sommer wieder ein seit mehreren Jahren bekanntes Bild: es klafft eine eklatante Lücke zwischen Lehrstellensuchenden und Lehrstellenangeboten, die bis Jahresende nur mühsam abgebaut werden kann" so ÖAAB Bundesobmann Abg.z.NR Dr. Werner Fasslabend. Die Analyse zeige aber auch gravierende regionale Unterschiede. Während in den meisten westlichen Bundesländern ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Suchenden und freien Lehrstellen bestünde, gebe es im Bundesland Salzburg sogar einen Überhang von 46 freien Lehrstellen. Ganz anders aber die Situation in Wien. Hier ortet Fasslabend "eine überdimensionale Schwachstelle, die nun aber endlich langfristig saniert werden muss!"

Gegenwärtig fehle in Wien laut Statistik 2.500 Lehrstellen (Stand Ende Juni 2003) und damit hat Wien einen Anteil von fast 40 % an der österreichweiten Lehrstellenlücke (6.661). Fasslabend: "Ebenso signifikant ist ein im Vergleich zu den anderen österreichischen Bundesländern hinsichtlich Wirtschaftsbedeutung und Einwohnerzahl unterproportional niedriger Anteil an Lehrlingen: nicht einmal 13 % aller Lehrverträge werden in Wien unterzeichnet."

"Die Problematik entsteht nicht nur durch die vergleichsweise zu anderen Bundesländern ineffiziente Vermittlungstätigkeit des AMS" so Fasslabend, sondern auch durch die "schwerwiegenden Strukturdefizite, die bereits bei der Vernachlässigung von Hauptschulen und Polytechnischen Lehrgängen ihren Ursprung haben" . Zudem attestiert Fasslabend der Wiener Landesregierung ein "vergleichsweise geringes Engagement in der dualen Ausbildung".

"Die Lehrstellenmisere wird so lange andauern bis die Verantwortlichen der Wiener Landesregierung und AMS endlich verstehen, dass das duale Ausbildungssystem einen wesentlichen Eckpfeiler im Standortwettbewerb darstellt. Der eklatante Mangel an Lehrstellen in Wien kann nicht mit Kurzfristmaßnahmen behoben werden, die immer wieder zum Sommerthema werden" erklärt der ÖAAB Bundesobmann.

Entscheidend sei die "langfristige Verbesserung der Grundvoraussetzungen und Einstellungen im schulischen Bereich und in der Wirtschaft" und die "längstfällige Aufwertung der Lehre" so Fasslabend abschließend.

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