- 28.08.2003, 11:07:35
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Gradwohl: Pröll bei Dürrehilfe säumig zu Lasten der österreichischen Bauern
Wien (SK) Landwirtschaftsminister Pröll hat die Möglichkeit,
aufgrund der Dürre EU-Fördermittel früher an Österreichs Landwirte
auszahlen zu können, offensichtlich verschlafen, stellte
SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl Donnerstag gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ fest. Das sei an sich schon schlimm genug, denn
gerade in der Landwirtschaft stimme der Grundsatz "Wer rasch hilft,
hilft doppelt". Anstatt nun aber EU-Kommissar Fischler dankbar für
diesen Hinweis zu sein und alles zu tun, damit Österreichs Bauern
möglichst rasch zu ihrem Geld kommen, trotzt Minister Pröll nun auch
noch und erklärt, dieses Angebot nütze Österreich nichts und der
damit verbundene Verwaltungsaufwand wäre zu groß, kritisierte
Gradwohl. ****
Man habe den Eindruck, dass Pröll nicht willens sei, seinen
Fehler einzugestehen und diesen möglichst rasch zu beheben, sondern
verzweifelt nach allen möglichen Ausreden suche. Es könne ja wohl
verwaltungstechnisch kein riesiges Problem sein, in die
Computerprogramme zur Auszahlung der EU-Fördermittel ein früheres
Datum einzusetzen, stellte Gradwohl fest. Falls Pröll, der ja erst
seit kurzem Landwirtschaftsminister ist, noch
Einarbeitungsschwierigkeiten habe, könne er ja seine ÖVP-Vorgänger um
Rat fragen. Gerade in Fragen von EU-Förderungen für die
Landwirtschaft wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Pröll regelmäßigen
Kontakt zu seinem Parteikollegen Fischler hielte, um diesbezüglich
auf dem laufenden zu sein. Gradwohl übte in diesem Zusammenhang auch
Kritik am ÖVP-Bauernbund, der Minister Pröll die Mauer mache, anstatt
sich auf die Seite der Landwirte zu stellen. "Nicht die Telefone
sollten beim Bauernbund heißlaufen, wie dessen Präsident Grillitsch
feststellte, sondern seine Maschinerie sollte heißlaufen im
Bestreben, Österreichs Bauern möglichst rasch zu EU-Förderungen zu
verhelfen", schloss Gradwohl. (Schluss) ml/mm
OTS0088 2003-08-28/11:07
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