• 28.08.2003, 11:00:03
  • /
  • OTS0083 OTW0083

Flemming: Europäische Senioren Union prangert Gewalt gegen ältere Menschen an

Hilfestellung bei Gewaltanwendung immer wichtiger!

Brüssel, 28. August 2003 (ÖVP-PK) "Ich schäme mich für die
steigende Gewaltbereitschaft gegen ältere Menschen in unserer
heutigen Gesellschaft und ich werde dabei nicht tatenlos zuschauen.
Gemeinsam mit der Europäischen Senioren Union habe ich daher einen
Forderungskatalog erstellt und dabei die Thematik nicht nur zu einem
Arbeitsschwerpunkt gemacht, sondern auch konkrete
Handlungsanforderungen an die Europäische Volkspartei, an das
Europäische Parlament, die Europäische Kommission und an die
nationalen politischen Verantwortungsgremien gerichtet", so die
österreichische ÖVP-Seniorensprecherin und Europaabgeordnete Dr.
Marilies Flemming nach ihrer ersten Präsidiumssitzung nach der
Sommerpause in Brüssel.****

Die Europäische Senioren Union, die Vereinigung von
christdemokratischen Seniorenorganisationen aus 18 europäischen
Ländern, habe ein Papier erarbeitet, das Gewalt gegen alle älteren
Menschen - sei es im häuslichen Umfeld, in den Altersheimen oder in
der Arbeitswelt - anprangert. "Hemmungsloser Individualismus, der nur
nach dem eigenen Vorteil fragt und weder für das Gemeinwohl noch für
Solidarität Raum lässt, bedroht die ethischen Fundamente unseres
Gemeinwesens. Oft wird sogar der Eindruck erweckt, durch ein langes
Leben verhalte sich der Einzelne sozialschädlich", kritisierte
Flemming scharf. "Dabei ist nicht zu vergessen, dass es die Älteren
waren, die die Basis für den Wohlstand der Jüngeren erarbeitet haben.
Sie haben Anspruch auf Alterslohn und gesellschaftliche
Wertschätzung. Soziale Sicherheit für ältere Menschen ist kein
Almosen und kein Gnadenakt, den man nach Belieben zur Disposition
stellen kann. Sozialleistungen für Ältere sind das Äquivalent eigener
Vorleistungen, die im Rahmen der generationsübergreifenden
Solidarität erbracht worden sind. Wer Senioren und Seniorinnen vor
Gewalt schützen will, muss älteren Menschen die eigenständige
Gestaltung ihres Lebensumfeldes ermöglichen. Entsprechende
Hilfsangebote sind bereit zu stellen."

Zur Verhütung menschlicher Isolierung müsse ein abgestuftes,
wohnortnahes und vernetztes Hilfesystem entwickelt werden. Ältere
Menschen dürften nicht durch überfordernde und oft nicht so
gewünschte Fürsorge faktisch entmündigt werden. "Denn diese
Entmündigung führt häufig dazu, dass die Senioren und Seniorinnen nur
als Objekt behandelt und nicht als Subjekt mit eigenen Rechten und
Pflichten begriffen werden", so Flemming weiter.

Zwiti.: "Jüngere Generationen werden länger leben"

Es sei erforderlich, Ärzten, Pflegepersonen, den gesetzlichen
Betreuern, den Freunden, Nachbarn sowie Familienangehörigen die
Gewaltthematik bewusst zu machen und letzteren Hilfestellung bei der
Überwindung von Gewaltsituationen zu gewähren. Gewalt in der Pflege
äußere sich in körperlichen und seelischen Verletzungen, aber auch im
Unterlassen von Hilfe und in der Vernachlässigung. Sie kann im
Privatbereich mit der Überbeanspruchung der Pflegepersonen
zusammenhängen (Belastung durch Beruf, Familie, Krankheit usw.) so
dass die Gewalt oftmals hinter 'geschlossenen Türen' geschehe und
damit nur schwer erfassbar sei.

Politik und Gesellschaft müssten daher alles dafür tun, um die
Rahmenbedingungen für ein aktives Altern zu stärken. "Oberstes Gebot
muss dabei sein: Hilfsbedürftigkeit im Alter darf nicht zu Armut und
zur sozialen Ausgrenzung führen", forderte die österreichische ÖVP-
Seniorensprecherin "Gesetzliche Maßnahmen, die jegliche Gewalt gegen
ältere Menschen unter Strafe stellen, sind - soweit dies nicht
bereits erfolgt ist - in allen Mitgliedstaaten der EU sowohl im
Straf- als auch im Zivilrecht zu ergreifen unter Berücksichtigung der
schwächeren Position älterer Menschen, insbesondere, wenn diese
physisch oder psychisch krank sind. Ältere Menschen müssen über ihre
Rechte informiert werden. Juristischer Beistand muss ihnen
gegebenenfalls kostenlos zugänglich sein", so Flemming weiter.

"Dieses Programm rasch umzusetzen sei nicht nur eine
Notwendigkeit für die älteren Menschen, sondern insbesondere eine
Vorsorge für die jüngere Generation, deren Lebenserwartung
erfreulicherweise ständig steigen wird", so Flemming abschließend.

Rückfragen: MEP Dr. Marilies Flemming, Tel.: 0033-3-8817-5775
([email protected]) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475 79 00 21 ([email protected])

OTS0083    2003-08-28/11:00

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel