Flemming: Europäische Senioren Union prangert Gewalt gegen ältere Menschen an

Hilfestellung bei Gewaltanwendung immer wichtiger!

Brüssel, 28. August 2003 (ÖVP-PK) "Ich schäme mich für die steigende Gewaltbereitschaft gegen ältere Menschen in unserer heutigen Gesellschaft und ich werde dabei nicht tatenlos zuschauen. Gemeinsam mit der Europäischen Senioren Union habe ich daher einen Forderungskatalog erstellt und dabei die Thematik nicht nur zu einem Arbeitsschwerpunkt gemacht, sondern auch konkrete Handlungsanforderungen an die Europäische Volkspartei, an das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und an die nationalen politischen Verantwortungsgremien gerichtet", so die österreichische ÖVP-Seniorensprecherin und Europaabgeordnete Dr. Marilies Flemming nach ihrer ersten Präsidiumssitzung nach der Sommerpause in Brüssel.****

Die Europäische Senioren Union, die Vereinigung von christdemokratischen Seniorenorganisationen aus 18 europäischen Ländern, habe ein Papier erarbeitet, das Gewalt gegen alle älteren Menschen - sei es im häuslichen Umfeld, in den Altersheimen oder in der Arbeitswelt - anprangert. "Hemmungsloser Individualismus, der nur nach dem eigenen Vorteil fragt und weder für das Gemeinwohl noch für Solidarität Raum lässt, bedroht die ethischen Fundamente unseres Gemeinwesens. Oft wird sogar der Eindruck erweckt, durch ein langes Leben verhalte sich der Einzelne sozialschädlich", kritisierte Flemming scharf. "Dabei ist nicht zu vergessen, dass es die Älteren waren, die die Basis für den Wohlstand der Jüngeren erarbeitet haben. Sie haben Anspruch auf Alterslohn und gesellschaftliche Wertschätzung. Soziale Sicherheit für ältere Menschen ist kein Almosen und kein Gnadenakt, den man nach Belieben zur Disposition stellen kann. Sozialleistungen für Ältere sind das Äquivalent eigener Vorleistungen, die im Rahmen der generationsübergreifenden Solidarität erbracht worden sind. Wer Senioren und Seniorinnen vor Gewalt schützen will, muss älteren Menschen die eigenständige Gestaltung ihres Lebensumfeldes ermöglichen. Entsprechende Hilfsangebote sind bereit zu stellen."

Zur Verhütung menschlicher Isolierung müsse ein abgestuftes, wohnortnahes und vernetztes Hilfesystem entwickelt werden. Ältere Menschen dürften nicht durch überfordernde und oft nicht so gewünschte Fürsorge faktisch entmündigt werden. "Denn diese Entmündigung führt häufig dazu, dass die Senioren und Seniorinnen nur als Objekt behandelt und nicht als Subjekt mit eigenen Rechten und Pflichten begriffen werden", so Flemming weiter.

Zwiti.: "Jüngere Generationen werden länger leben"

Es sei erforderlich, Ärzten, Pflegepersonen, den gesetzlichen Betreuern, den Freunden, Nachbarn sowie Familienangehörigen die Gewaltthematik bewusst zu machen und letzteren Hilfestellung bei der Überwindung von Gewaltsituationen zu gewähren. Gewalt in der Pflege äußere sich in körperlichen und seelischen Verletzungen, aber auch im Unterlassen von Hilfe und in der Vernachlässigung. Sie kann im Privatbereich mit der Überbeanspruchung der Pflegepersonen zusammenhängen (Belastung durch Beruf, Familie, Krankheit usw.) so dass die Gewalt oftmals hinter 'geschlossenen Türen' geschehe und damit nur schwer erfassbar sei.

Politik und Gesellschaft müssten daher alles dafür tun, um die Rahmenbedingungen für ein aktives Altern zu stärken. "Oberstes Gebot muss dabei sein: Hilfsbedürftigkeit im Alter darf nicht zu Armut und zur sozialen Ausgrenzung führen", forderte die österreichische ÖVP-Seniorensprecherin "Gesetzliche Maßnahmen, die jegliche Gewalt gegen ältere Menschen unter Strafe stellen, sind - soweit dies nicht bereits erfolgt ist - in allen Mitgliedstaaten der EU sowohl im Straf- als auch im Zivilrecht zu ergreifen unter Berücksichtigung der schwächeren Position älterer Menschen, insbesondere, wenn diese physisch oder psychisch krank sind. Ältere Menschen müssen über ihre Rechte informiert werden. Juristischer Beistand muss ihnen gegebenenfalls kostenlos zugänglich sein", so Flemming weiter.

"Dieses Programm rasch umzusetzen sei nicht nur eine Notwendigkeit für die älteren Menschen, sondern insbesondere eine Vorsorge für die jüngere Generation, deren Lebenserwartung erfreulicherweise ständig steigen wird", so Flemming abschließend.

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