Für SPÖ ist neues Jagdgesetz mit Enteignung zu vergleichen

Labg. Schaumberger: SPÖ-Zustimmung gibt es nur zu einem zeitgemäßen Jagdgesetz, aber nicht zu Doppelgleisigkeit und Zentralismus

Klagenfurt (SP-KTN) - "Feudale Jagd mit Champagner und Kaviar mag
in der Geschichte ihren Platz gehabt haben, was wir aber für die Zukunft brauchen ist nicht ein ‚Unter-sich-sein' von Elitären, sondern ein modernes zeitgemäßes Jagdgesetz mit der Anerkennung der Mehrfachfunktion unseres Waldes und der Prioritäten Wald vor Wild durch unsere JägerInnen vor Ort, die wissen, worum es geht", stellt die Land- und Forstwirtschaftsprecherin der SPÖ im Kärntner Landtag, Labg. Hilde Schaumberger fest. Das Interesse der Kärntnerinnen und Kärntner an der Ressource Wald ist im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen. "Ein Jagdgesetz, das nur einigen Privilegierten Vorteile verschafft und sonst nur Nachteile bringt, wie es im vorliegenden Entwurf der Fall ist, wird unser Zustimmung nicht bekommen, es ist gegen den Willen der Bevölkerung und schafft Zentralismus und Doppelgleisigkeiten", so die SP-Abgeordnete. Der Wald war und ist ein im Allgemeininteresse stehendes Naturgut. Kärnten unterscheidet sich von anderen Bundesländern vor allem dadurch, dass die Kärntner Wälder von vielen Menschen bewirtschaftet werden. Derzeit gibt es 23.000 WaldeigentümerInnen, das heißt sehr viel Kleinwald- und wenige Guts-und Herrschaftsbetriebe.

In diesem Waldsystem hat die Jagd ihre Aufgabe in der Regulierung von Wildbeständen und in der Abwehr von Wildschäden, um das Ökosystem Wald zu erhalten. Daher sollte die Jagd sich als Teil der Waldwirtschaft verstehen und darstellen. "Wer das vorgelegte Gesetz und die Folgen näher analysiert, kommt unweigerlich zum Schluss, dass es von einem Drang der Selbstverwirklichung getragen wurde", kritisiert Schaumberger. Statt Bürgernähe werde Zentralismus gewünscht, statt einer Beschleunigung werden Verwaltungsabläufe länger dauern, statt Einsparungen wird es auch für die betroffenen JägerInnen teurer werden, statt Bürokratieabbau werden Doppelgleisigkeiten eingeführt. Zum anderen müssen, wenn diese Gesetz Wirklichkeit wird, Bauern in Zukunft zuschauen, wie an ihnen vorbei über ihren Wald entschieden wird. "Die Anmaßung über die Waldbewirtschafter hinweg alleine entscheiden zu wollen ist strikt abzulehnen", so die SP-Abgeordnete.

Sollte die ÖVP dem neuen Gesetz zustimmen, dann ist das Verrat an den Kärntnerinnen und Kärntnern, an jenen, die den Wald betreten genauso, wie an jenen die den Wald bewirtschaften und dafür Steuern zahlen. "Es kommt einer Enteignung nahe, wenn die Kärntner Jägerschaft entscheiden wird, wo es zu einer Kernzone (Wildzuchtzone) kommt. Oder wenn die Kärntner Jägeschaft entscheiden wird, ob durch den Wald gewandert werden darf, oder die Menschen und damit die Gäste ausgesperrt werden", stellt die SP-Abgeordnete fest. Es könne kein Ausgleich geschaffen werden, wenn die beamtete Jagdverwaltung nur mehr unter sich sein will und die Erfahrungen der JägerInnen vor Ort nicht mehr einbindet.

Derzeit haben die Bezirkshauptmannschaften eine Funktion erfüllt, die fachlich fundiert, schnell und mit Ortskenntnissen versehen, von allen anerkannt wurde. "Die Ausschaltung der BH nützt sicherlich einigen Großforstbetrieben, nicht aber den Gemeinden mit ihren Eigenjagden, nicht den JägerInnen vor Ort und nicht den Waldbesitzern", sagt Schaumberger und erklärt: "Mit dem vorliegenden Gesetz bringen die Verwalter der Kärntner Jägerschaft ihre JägerInnen in arge Legitimationsnöte, die sie nicht verdient haben und Landesjägermeister Ferdinand Gorton handelt politisch, statt die Interessen der JägerInnen zu vertreten".

Die SPÖ werde nur ein zeitgemäßes Jagdgesetz unterstützen, das ökologisch, forst- natur- und tierschützerisch akzeptiert wird, die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt und der Erhaltung und der Wirtschaftlichkeit des Waldes verpflichtet ist, so Schaumberger. (Schluss)

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