• 28.08.2003, 10:32:57
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ÖGB trauert um Josef Hesoun

Ein großer Gewerkschafter verstarb heute im 74. Lebensjahr

Wien (ÖGB). Tief betroffen gibt der ÖGB bekannt, dass heute,
Donnerstag, Josef Hesoun, nach längerem schweren Leiden im 74.
Lebensjahr verstorben ist. Mit ihm verliert die Gewerkschaftsbewegung
einen Mitstreiter, der mit ganzem Herzen für die Interessen der
ArbeitnehmerInnen eintrat. Hesoun war in seiner aktiven Zeit unter
anderem langjähriger Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz,
ÖGB-Vizepräsident, AK-NÖ-Präsident und mehr als vier Jahre
Sozialminister.++++

Josef Hesoun wurde am 12. April 1930 in Vösendorf bei Wien
geboren, erlernte den Beruf des Mechaniker und war vor allem ein
Vollblut-Gewerkschafter. 1945 trat er als Lehrling der Gewerkschaft
bei, 1952 begann er seine Karriere als Betriebsrat bei der Firma
Wienerberger, 1957 wurde Hesoun Angestelltenbetriebsrat. 1957 wurde
er Mitglied im niederösterreichischen Landesvorstand der Gewerkschaft
Bau-Holz, 1961 bis 1973 war er Sekretär in dieser Gewerkschaft. Nach
Stationen als Landessekretär und stellvertretender Vorsitzender der
Gewerkschaft Bau-Holz und Landesobmann in Niederösterreich übernahm
er im April 1986 als geschäftsführender Vorsitzender die Führung
seiner Gewerkschaft, im Oktober des gleichen Jahres wurde er am 12.
Gewerkschaftstag der Bau-Holz-Arbeiter zum Vorsitzenden gewählt.

Von 1982 bis 1995 war Hesoun Mitglied des ÖGB-Bundesvorstands und
von 1987 bis 1995 auch Vizepräsident des ÖGB. Parallel zu seiner
Gewerkschaftskarriere entwickelte sich seine Laufbahn in der
Arbeiterkammer: Ab 1964 Kammerrat, von 1974 bis 1990 Präsident der
AK-NÖ und von 1983 bis 1991 Vizepräsident des Österreichischen
Arbeiterkammertages.

Dem Parlament gehörte Josef Hesoun als Abgeordneter 15 Jahre lang
an: Von 1975 bis 1979 war er Bundesrat, von 1979 bis 1990
Abgeordneter zum Nationalrat. Dem Sozialausschuss gehörte er ab
Beginn seiner Tätigkeit im Nationalrat an, von 1983 an war er dessen
Obmann. Im Dezember 1990 folgte Hesoun dem Ruf von Bundeskanzler
Vranitzky und übernahm die Leitung des Sozialressorts in der
Bundesregierung.

In seiner Tätigkeit als Bundesminister für Arbeit und Soziales
setzte er mit dem Inkrafttreten des Bundespflegegeldgesetzes und der
analogen landesgesetzlichen Regelungen einen vielfach in der
österreichischen Sozialgesetzgebung mit europaweiter Vorbildwirkung
gesehen "Meilenstein". Aber auch die Neuorganisation des
Arbeitsmarktservices aus der Bundesverwaltung und viele positive
Veränderungen in der sozialen Landschaft Österreichs wurden in
Hesouns Ministerzeit verwirklicht.

Mit Josef Hesoun verliert die Gewerkschaftsbewegung eine großen
Mann der Arbeiterbewegung, dessen ganzes Herz für die Interessen der
arbeitenden Menschen in unserem Lande schlug. Gleichzeitig legte
Hesoun mit seinen Leistungen als Sozialminister anderen
Sozialpolitikern die Latte sehr, sehr hoch. (ew)

ÖGB, 28. August 2003
Nr. 702

OTS0069    2003-08-28/10:32

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