• 28.08.2003, 08:41:54
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  • OTS0017 OTW0017

LR Rohr: Wasserstiftung soll Trinkwasserreserven sichern

Das Kärntner Wasser darf nicht Spekulationsobjekt werden

Klagenfurt (LPD) - Die Europäische Union greift laut eines
internen Arbeitsdokuments wiederum nach Österreichs Wasserschatz. Der
sensible Wasserbereich soll für den Wettbewerb geöffnet und dadurch
unsere Wasserversorgungsanlagen privatisiert werden. Umweltreferent
LR Reinhart Rohr wies in einem Schreiben an Bundesminister Martin
Bartenstein darauf hin, dass in einer Mitteilung der EU-Kommission
KOM (2003) 238 Privatisierungsbestrebungen zu erkennen seien.

Rohr zeigte an den Beispielen Großbritannien und Frankreich auf,
welche negativen Auswirkungen es habe, wenn die kostbare Ressource
Wasser den Gesetzen des Marktes unterworfen werde:
"Wasserpreiserhöhungen um bis zu 40 Prozent sind die Folge."

Die Befürchtung einer Privatisierung der Wasserversorgung habe
den Umweltlandesrat schon vor längerer Zeit bewogen, darüber
nachzudenken, wie man diesen Spekulationen zuvorkommen und das
Trinkwasser für die Kärntnerinnen und Kärntner auch in Zukunft vor
marktwirtschaftlichen Eingriffen schützen könne. In Österreich ist
der Besitz einer Wasserquelle gleichgestellt mit dem Grundbesitz.
Besitzer oder Erwerber eines Grundstücks mit Quellvorkommen sind auch
Eigentümer der Quelle.

Daher ist geplant, durch das Land Kärnten Grundstücke mit großen
Wassermengen anzukaufen, um darüber verfügen zu können und Wasser
nicht zum Spekulationsobjekt werden zu lassen. Diese Grundstücke
sollten dann in eine öffentliche Stiftung eingebracht werden, um sie
vor wirtschaftlich motivierten Zugriffen zu schützen. Nur eine
öffentliche Stiftung garantiere letztlich, dass kein bereits einmal
angekauftes Grundstück wieder verkauft werden könne.

Die so sichergestellten Wasserreserven sollten allen
Kärntnerinnen und Kärntnern bei Bedarf zum Selbstkostenpreis zur
Verfügung gestellt werden, sagte Rohr. Der Umweltlandesrat
unterstrich die Verantwortung der Politik und der Politiker auch für
die nächste und übernächste Generation. "Es darf nicht nur in
Wahlperioden gedacht werden, sondern das weiße Gold Kärntens - unser
Trinkwasser - muss auch für die Zukunft geschützt werden", betonte
Rohr.
(Schluss)

OTS0017    2003-08-28/08:41

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