Verzetnitsch: voestalpine sichert Arbeitsplätze und Kaufkraft

Minister Bartenstein soll "Schnäppchenjagd" sofort beenden und Wirtschaftsstandort nicht gefährden

Wien (ÖGB). ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch wies die heutige Forderung von Minister Bartenstein zurück, dass es jetzt an der Zeit ist, eine rasche Privatisierung des Stahlkonzerns voestalpine durchzuziehen. "Die Lage ist viel zu Ernst, als dass österreichisches Eigentum zum Spielball für jene wird, denen es nicht um Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Bedeutung der Industriebetriebe für Österreich geht, sondern deren Kaufabsichten sich lediglich an einer Ertragsmaximierung orientieren", warnt Verzetnitsch, der einen möglichen Verkauf der voestalpine-Anteile strikt ablehnt. "Statt zur 'Schnäppchenjagd' zu blasen, muss der Standort gesichert werden, denn Beschäftigung und Kaufkraftsicherung haben Priorität", so Verzetnitsch.++++

"Ein Verkauf der voestalpine-Anteile durch die Republik Österreich würde die Zerschlagung der voestalpine bedeuten. Damit würde die derzeitige positive wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region sowie der einzelnen Standorte beeinträchtigt und die Verschleuderung von Volksvermögen sowie den Verlust Tausender Arbeitsplätze bedeuten. Das schadet ganz Österreich massiv", so Verzetnitsch. "Österreich würde eines der letzten heimischen Unternehmen verlieren, das weltweit tätig ist und über Subaufträge Hunderten mittelständischen Unternehmen den Weg auf den Weltmarkt ermöglicht", liefert der ÖGB-Chef einige Gegenargumente, die Minister Bartenstein offensichtlich nicht kennen möchte.

Wichtiger Wirtschaftspartner

Die wirtschaftliche Bedeutung der voestalpine für Österreich sei gewaltig. So habe seit dem Börsegang 1995 beispielsweise die voestalpine AG Dividendenzahlungen in Höhe von 352 Mio. Euro geleistet. Das Gesamtauftragsvolumen für Schiene und Straße liege bei jährlich rund 145 Mio. Euro und für Forschung und Entwicklung würden pro Jahr etwa 60 Mio. Euro aufgewendet. Die externen Zukäufe in Österreich betragen jährlich 1,1 Mrd. Euro, dazu kommen noch Zukäufe vom Erzberg in einer Größenordnung von 27 Mio. Euro und Zukäufe für österreichischen Schrottbezug in Höhe von 42 Mio. Euro jährlich, der Energiebedarf in Österreich werde pro Jahr auf 160 Mio. Euro geschätzt. "Angesichts dieser Daten verwundert es schon, dass es für Minister Bartenstein zu der von ihm vorgesehenen Privatisierung 'in der Sache kein Gegenargument' gibt", meint Verzetnitsch.

Statt zur "Schnäppchenjagd" blasen, Beschäftigung und Kaufkraft sichern

Die Bundesregierung sei gut beraten, nicht zur "Schnäppchen-Jagd" auf ein gut funktionierendes Industrieunternehmen zu blasen, so Verzetnitsch. Alle verantwortungsvollen PolitikerInnen sollten sich vor Augen führen, dass allein die voestalpine in Österreich 14.500 MitarbeiterInnen beschäftigt, damit rund 44.500 Menschen eine Existenz sichert und auch für die Kaufkraft von großer Bedeutung ist.

"Bei einem so wichtigen Unternehmen wie der voestalpine liegt deren Absicherung sehr wohl im Verantwortungsbereich der Politik. Die Bundesregierung ist daher aufgefordert, der geplanten Zerschlagung der voestalpine sofort Einhalt zu gebieten und sicherzustellen, dass eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in öffentlicher Hand verbleibt", so Verzetnitsch abschließend. (ew)

ÖGB, 26. August 2003
Nr. 696

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Ernst Weber
Tel. (++43-1) 534 44/361 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001