- 25.08.2003, 15:11:06
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AK fordert Strategieplan zum Schließen der Lücken bei der Kinderbetreuung
Wien (AK) - "So wie es einen Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung
gibt, soll es auch einen Nationalen Aktionsplan für Kinderbetreuung
geben", fordert heute Ingrid Moritz, Leiterin des Bereiches Frauen
und Familie in der AK Wien. "Mittels eines jährlichen Strategieplans
sollen die Länder bei den Öffnungszeiten als auch beim Angebot für
Kinderbetreuung Ziele setzen. Der Aktionsplan soll durch einen
jährlichen Fortschrittsbericht begleitet werden", sagt Moritz. Wenn
verstärkt auf den Einsatz von Tagesmüttern gesetzt werden soll, wie
heute von Frauenministerin Maria Rauch-Kallat vorgeschlagen, so muss
auf die Ausbildung und Qualität der Arbeitsplätze mehr Wert gelegt
werden: Für Tagesmütter gibt es bundeseinheitlich keine
Mindeststandards bei der Aus- und Weiterbildung. Ob Eltern eine gute
Qualität bei der Kinderbetreuung vorfinden, ist von den jeweiligen
Regelungen der Länder abhängig. "Bundeseinheitliche Standards in der
Aus- und Weiterbildung von Tagesmüttern sind hier dringend
notwendig". Viele Tagesmütter arbeiten auf freier Vereinbarung und
sind nicht arbeits- und sozialrechtlich abgesichert. Der Ausbau von
Kinderbetreuung muss mit Qualitätsstandards bei der Betreuung und bei
den Arbeitsplätzen verbunden werden. "Wenn Frauen wieder in den Beruf
einsteigen wollen, ist ein gutes Kinderbetreuungs-Angebot
unerlässlich. Ausreichend Kinderbetreuungsplätze können auch dazu
beitragen, die steigende Einkommensschere zwischen Männern und Frauen
zu schließen", so Moritz.
Kritik übt Moritz an der Idee, Kinderbetreuung steuerlich absetzen
zu können: "Von der Steuer können nur jene was absetzen, die gut
verdienen und daher hohe Steuern zahlen", betont Moritz. Derzeit
werden Kinderbetreuungseinrichungen sozial gestaffelt. Ohne
Förderungen wären Kinderbetreuungseinrichtungen vor allem für
niedrige EinkommensbezieherInnen (häufig AlleinerzieherInnen) nicht
leistbar. Eine steuerliche Absetzbarkeit führt zu unfairen
Umverteilungen und würde sich auf die Qualität der Kinderbetreuung
sowie auf das Erwerbsverhalten von Frauen negativ auswirken.
OTS0130 2003-08-25/15:11
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