• 24.08.2003, 09:24:00
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Tumpel verlangt dauerhafte Lösung für Lehrstellen-Krise

Noch immmer brauchen über 13.000 Jugendliche eine Lehrstelle - Wirtschaft soll entweder mehr ausbilden oder für Auffangnetz-Ausbildung zahlen

Wien (AK) - Endlich dauerhafte Maßnahmen, damit das Recht aller
Jugendlichen auf Ausbildung gesichert ist: Das verlangt AK Präsident
Herbert Tumpel. Laut Schätzung der AK ExpertInnen brauchen ab
September nach wie vor über 13.000 Jugendliche eine Lehrstelle.
"Trotzdem mussten wir monatelang auf den Lehrstellenmangel hinweisen,
bevor der Wirtschaftsminister jetzt für Herbst 5.500 10-monatige
Lehrgangsplätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung versprach",
kritisiert der AK Präsident. Auf Dauer soll von der Regierung im
Jugendausbildungssicherungsgesetz klargestellt werden: Jugendliche
können mit einem Platz im Auffangnetz rechnen, wenn sie keine
Lehrstelle im Betrieb finden. Und es dürfe nicht nur Lehrgänge geben,
die lediglich 10 Monate dauern. "Wir brauchen im Auffangnetz wieder
Ausbildungen, die bis zum Lehrabschluss führen", verlangt Tumpel,
"und zusätzlich müssen die Unternehmer wieder selber mehr Jugendliche
ausbilden oder für Ausbildung in besonderen Ausbildungseinrichtungen
zahlen."

Derzeit brauchen österreichweit 11.800 Jugendliche eine Lehrstelle
- 9.700 von ihnen sofort, 2.100 sind noch in kurzfristigen
Arbeitsmarktservice-Kursen (die übrigens nicht zu den aktuell
laufenden Auffangnetz-Lehrgängen gehören). Zu ihnen kommen noch
einmal 1.400 Jugendliche, die ab September eine Lehrstelle brauchen.
Diesen insgesamt 13.200 Lehrstellen Suchenden bieten die Unternehmer
nur 6.200 offene Lehrstellen - die Hälfte sogar erst frühestens ab
September. Und die Zahl der Lehrstellen Suchenden ging seit Ende Juni
gerade einmal um 2.000 zurück.

"Da brauchen wir endlich dauerhafte Lösungen, statt jedes Jahr um
neue 10-monatige Lehrgänge streiten zu müssen", sagt Tumpel. Solange
die Wirtschaft zu wenige Lehrstellen anbietet, soll im
Jugendausbildungssicherungsgesetz festgelegt werden, dass jeden
Herbst Auffangnetz-Ausbildungen mit genügend Plätzen starten. Der AK
Präsident will auch wieder Auffangnetz-Ausbildungen, in denen die
Jugendlichen den Lehrabschluss machen können - wie in den früheren
Lehrlingsstiftungen. Dazu soll die Errichtung besonderer
selbstständiger Ausbildungseinrichtungen gefördert werden, in denen
Jugendliche in zukunftsorientierten Berufen wie EDV-Technik oder
Medientechnik eine Ausbildung machen können.

Auch die Wirtschaft soll in die Pflicht genommen werden, sagt
Tumpel. Unternehmen, die keine Lehrlinge ausbilden, sollen die
Ausbildung in den selbstständigen Ausbildungseinrichtungen
mitfinanzieren. Und für die Förderung einzelner Betriebe für
Lehrverhältnisse in zukunftsorientierten Lehrberufen muss es endlich
Kriterien geben, verlangt Tumpel. Er kritisiert, dass es noch immer
keinen Erlass gibt, in welchen "Mangelberufen" es eine erhöhte
Lehrausbildungsprämie für Unternehmen gibt, die Lehrlinge aufnehmen.
Die Prämie soll nicht mit der Gießkanne über alle Lehrbetriebe
ausgeschüttet werden.

OTS0012    2003-08-24/09:24

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW

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