- 18.08.2003, 14:58:53
- /
- OTS0114 OTW0114
Haubner: Sonntag ist unantastbar
Mütter und Kinder vor Flexibilitätsdruck schützen
Familienstaatssekretärin Haubner weist darauf hin, dass in der
österreichischen Tradition Sonn- und Festtage sehr fest verankert
seien, daher " sind arbeitsfreie Zeiten für Familien und Menschen mit
religiösen Bindungen unverzichtbar, um gemeinsam ihre Familienkultur
gestalten zu können".
Laut Haubner könne es nicht angehen, Ladenöffnungszeiten völlig zu
liberalisieren, ohne die regionalen und saisonalen Bedürfnisse zu
berücksichtigen. "Diese Entscheidung den Landeshauptleuten zu
überlassen, finde ich sehr sinnvoll, denn im Land wisse man selbst am
besten, was die Menschen brauchen", so Haubner weiter. Es zeige sich
auch, dass die Landeshauptleute sehr verantwortungsvoll mit dieser
Frage umgingen. Im großstädtischen Raum spiele die hohe Erwerbsrate
für das Einkaufsverhalten eine wesentliche Rolle, ebenso die
saisonalen Gegebenheiten in Tourismusgebieten.
Familienpolitik entschärft Liberalisierungstendenzen
"Wir haben die Familienpolitik reformiert, um für die intensive
Kleinkindzeit optimale Wahlfreiheit zu schaffen. Durch die
finanzielle Unterstützung, Pensions- und Krankenversicherung sowie
Abfertigungsfortzahlung können Eltern eine Zeitlang kürzer treten,
und zwar ohne größere Abstriche im Familieneinkommen in Kauf nehmen
zu müssen. Ebenfalls haben wir in der Alterssicherung einen
gerechteren Ausgleich für Kinderzeiten geschaffen. Darüber hinaus
unterstützen wir seitens des Ressorts gezielt Unternehmen bei der
Herstellung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen", verweist
Haubner auf gegensteuernde Maßnahmen.
Richtige Balance zwischen Wirtschaftsstandort und Sozialstaat
wichtig
Für Haubner ist es wichtig, die richtige Balance zwischen den
Anforderungen eines starken Wirtschaftsstandortes und einem
leistungsfähigen Sozialstaat zu halten. "Wenn unser Leben zu stark
von ökonomischen Kategorien dominiert wird, dann ist es wichtig,
gegenzusteuern. Gerade unsere Ladenöffnungsregelung zeigt, dass wir
bei uns nicht eine Marktwirtschaft ohne Attribute haben, wie dies
etwa in den USA der Fall ist. Wir setzen auf den sozialen
Zusammenhalt durch wirtschaftliche Leistungskraft und diesen Weg
werden wir auch weiterhin beschreiten", so Haubner.
Rahmenbedingungen müssen stimmen, um berufliche Chancen nützen
zu können
Haubner sieht durchaus auch berufliche Chancen für Frauen, wenn
die entsprechenden Rahmenbedingungen stimmen. Auch bei längeren
Öffnungszeiten sollen Arbeitnehmerinnen mit Betreuungspflichten
entsprechende Tagesarbeitszeiten zur Verfügung haben. Wie konkret
auch bei externen Betreuungsplätzen ein Anpassungsbedarf besteht,
zeigt eine aktuelle Erhebung des Ressorts, die in den nächsten Tagen
veröffentlicht wird. (Schluss) bxf
OTS0114 2003-08-18/14:58
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NST






