Österreich 1: Schwerpunkt zum 60. Geburtstag von Peter Henisch

Wien (OTS) - Peter Henisch, seit 30 Jahren ein Fixstern der österreichischen Literatur, wird am 27. August 60 Jahre alt. Österreich 1 gratuliert mit mehreren Sendungen und einer Veranstaltung im RadioKulturhaus.****

Vielleicht ist Beharrlichkeit das richtige Wort, um Peter Henisch zu charakterisieren. Er mischt sich nicht lautstark in den gesellschaftspolitischen Diskurs ein, er zieht nicht als Geschichtenerzähler durchs Land, er inszeniert sich nicht als poeta doctus. Er schreibt, wie er sagt, aus einer heute vielleicht antiquiert anmutenden Haltung: "Für mich war und ist die 68er-Bewegung, auch wenn sie bei uns ja nur in Ausläufern wirklich zugegen war, ein wichtiges Thema geblieben. Sie gehört einfach zur Auseinandersetzung mit meiner Generation." Es ist die Generation, die ihre Väter nach deren Rolle im Nazi-Regime befragt hat, die nach wie vor die Idole des Summer of Love hochhält, Jim Morrison etwa. Diese Generation stellt sich auch immer wieder die Frage nach ihrem eigenen Scheitern. "Vielleicht sollte man nicht so schreiben, wie ich schreibe", sagt Peter Henisch, "ständig versucht, das Leben zur Literatur zu machen und die Literatur zum Leben. Wenn ich einen Roman schreibe, so lebe ich von einem gewissen Zeitpunkt an darin und daraus." Die Generation ist in die Jahre gekommen. Am 27. August wird Peter Henisch sechzig Jahre alt - Österreich 1 gratuliert mit drei Sendungen, im RadioKulturhaus findet am 15. September ein "Fest für Peter Henisch" statt.

Peter Henisch in Österreich 1:

Sonntag, 24. August, 21.15 Uhr: "Tonspuren - Hörbilder zur Literatur"
"Ein normaler Mensch schreibt nicht". Porträt zum 60. Geburtstag des Schriftstellers Peter Henisch. Von Peter Zimmermann

Dienstag, 26. August, 20.31 Uhr: "Hörspiel-Studio"
"Hoffmann oder die Renitenz". Von Peter Henisch. Mit Kurt Sowinetz (E. T. A. Hoffmann), Maria Urban (Mischa), Joachim Bißmeier (Hippel), Detlev Eckstein (Devrient), Thomas Egg (Itzig), Heinz Moog (Woldermann), Erika Sandtner (Küchenmädchen), Adolf Lukan (Reimer) und Rudolf Wanka (Sprecher). Regie: Frank Michael Weber.
Zum Inhalt: Peter Henisch thematisiert in diesem Hörspiel die Widerstandskraft des Schriftstellers. Angesichts einer politischen Affäre, in die er gegen Ende seines Lebens verwickelt wird, findet der romantische Dichter zu einer Form von Zivilcourage, die exemplarisch über sein privates Leben hinausweist.

Samstag, 13. September, 19.30 Uhr: "Österreich 1 Extra"
"Vom Baronkarl zum Schwarzen Peter" - Ein literarisch-musikalisches Road Movie mit Peter Henisch, Woody Schabata, Hans Zinkl - von den neu bearbeiteten "Baronkarl"-Liedern über den poetischen Zyklus "Wegwärts von Wien", von der radikalen Nestroy-Adaption "Lumpazimoribundus" bis zu musikalischen Inszenierungen der Romane "Morrisons Versteck" und "Schwarzer Peter".

Peter Henisch im RadioKulturhaus:

Montag, 15. September, 19.30 Uhr, "Junger-Mann-Blues - 60 Jahre Peter Henisch"
Bücher wie "Baronkarl" oder "Die kleine Figur meines Vaters" werden bereits von drei Generationen gelesen. Peter Henisch gilt aber auch als einer der kompetentesten Interpreten seiner Texte, als einer, der gut und gern vorliest, mit einem spezifischen Gefühl für Rhythmus und Phrasierungen. Da liegt die Zusammenarbeit mit Musikern nahe. Manchmal, zu guten Stunden, sagt er, kommt es zu sehr produktiven Grenzüberschreitungen zwischen Literatur und Musik. Das Fest für Peter Henisch verspricht, eine solche gute Stunde zu werden. Natürlich werden auch Henischs langjährige musikalische Begleiter, Woody Schabata (Vibrafon, Perkussion) und Hans Zinkl (Gitarre) dabei sein. Zum runden Geburtstag wird nicht nur der von Franz Schuh herausgegebene Henisch-Reader "Figurenwerfen" präsentiert, sondern auch die im Frühling im RadioKulturhaus produzierte CD "Vom Baronkarl zum Schwarzen Peter".(hb)

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