• 17.08.2003, 13:22:37
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LH Haider: Ausweitung der Ladenöffnungszeiten kommt überhaupt nicht in Frage

Weitere Liberalisierung gehe zu Lasten der Familien - Menschenbrauchen Zeit für Kultur- und Brauchtumsarbeit

Klagenfurt (LPD) - Der jüngsten Forderung von Finanzminister
Karl-Heinz Grasser nach einer "völligen Liberalisierung der
Geschäftsöffnungszeiten" erteilte Kärntens Landeshauptmann Jörg
Haider heute (Sonntag) eine klare Absage. Der Sonntag sei in Kärnten
heilig und müsse für Familienaktivitäten sowie Kultur- und
Brauchtumsarbeit frei bleiben.

Die Regierung unter der Leitung von Schüssel, Grasser und
Bartenstein betreibe auf dem Rücken von 300.000 Handelsangestellten,
deren Arbeitssituation aufgrund der jüngsten Änderungen bei den
Ladenöffnungszeiten ohnehin schon massiv verschlechtert wurde, ein
zynisches Spiel. Dass Grasser jetzt eine totale Ladenöffnung verlange
und dabei nicht einmal vor einem arbeitsfreien Sonntag
zurückschrecke, zeige eine unsoziale Einstellung. Schon die
Sechs-Tage-Woche habe besonders den mehr als 200.000 im Handel
beschäftigten Frauen erhebliche Verschlechterungen ihrer Lebens- und
Arbeitsbedingungen gebracht: "Das reicht scheinbar noch immer nicht!
Jetzt soll den Familien auch noch der Sonntag genommen werden",
kritisierte der Kärntner Landeshauptmann in die Richtung des
Finanzministers.

Haider wunderte sich, dass gerade jemand, der selbst "wochenlang
auf Urlaub gehe und ein ausgeprägtes Freizeitverhalten an den Tag
lege", den fleißigen, kleinen Leuten ihre wohlverdiente Freizeit
nehmen wolle. Grasser solle lieber seinen eigenen Laden aufsperren
und über das Wochenende offen halten, um die Frage der Vorverlegung
der Steuerreform neu zu durchdenken, damit untere und mittlere
Einkommensbezieher in einer wirtschaftlich angespannten Zeit
entlastet würden und die Bevölkerung nicht ständig mit seinen
neoliberalen Ideen belästigen, so Haider.

Dieses "böse Spiel" von Grasser werde Kärnten jedenfalls nicht
mitmachen. Es werde zu keinerlei Ausweitung der Ladenöffnungszeiten
in Kärnten kommen, denn "ein Offenhalten rund um die Uhr" sei
absolut nicht notwendig und würde nur zu Lasten der Zeit gehen, die
Familien sowie Vereine für gemeinsame Aktivitäten benötigen. Die
Menschen bräuchten auch ein geordnetes Privatleben, sonst würden
familiäre und soziale Konflikte entstehen: "Gerade in der heutigen
Arbeitswelt wird unglaublich viel verlangt und der Stressfaktor ist
enorm." Die Kärntner Politik habe in dieser Hinsicht das große Ziel,
familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Daher wäre eine
Ausweitung der Öffnungszeiten absolut kontraproduktiv.
(Schluss)

OTS0029    2003-08-17/13:22

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