Traiskirchen: Parnigoni sieht Schuld bei Innenminister Strasser

Unsinniger Sparkurs des Innenministers gefährdet auch die Sicherheit von Asylwerbern

Wien (SK) Heftige Kritik an Innenminister Strasser übt SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni im Zusammenhang mit den tragischen Vorfällen, die sich am Wochenende im Flüchtlingslager Traiskirchen zugetragen haben. Die durch einen falschen Spargedanken motivierte Entscheidung, die Flüchtlingsbetreuung auszugliedern und an die private deutsche Firma European Homecare zu übertragen, stelle sich jetzt auf tragische Weise als schwerer Fehler heraus, so Parnigoni am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Es zeige sich immer mehr, "dass der unsinnige Sparkurs, den Strasser fährt, nicht nur die Kriminalität in die Höhe treibt, die Aufklärungsquote absenkt, die Sicherheit gefährdet, sondern auch zu unmenschlichen Zuständen in der Flüchtlingsbetreuung führt". ****

Allen Warnungen zum Trotz habe Strasser die Bundesbetreuung von Asylwerbern den erfolgreichen Hilfsorganisationen Caritas und Volkshilfe entzogen und der deutschen Privatfirma übertragen. Jetzt stelle sich heraus, dass alle Warnungen berechtigt waren, European Homecare sei offensichtlich überfordert und nicht in der Lage, die Sicherheit der Asyl suchenden Menschen zu gewährleisten. Die Schutzbehauptung des Innenministeriums, die Hitze sei Schuld an der Massenschlägerei mit tödlichem Ausgang, sei schon "sehr zynisch", meinte Parnigoni.

Der SPÖ-Sicherheitssprecher fordert den Innenminister eindringlich auf, dafür Sorge zu tragen, dass es nicht zu ähnlichen Vorfällen im Lager Thalham in St. Georgen im Attergau komme. Denn 40 Moldawier, die in die Schlägerei in Traiskirchen verwickelt waren, wurden nach Thalham verlegt. Dort leben aber auch zehn Tschetschenen. (Schluss) ml

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