- 11.08.2003, 10:09:05
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Traiskirchen: Parnigoni sieht Schuld bei Innenminister Strasser
Unsinniger Sparkurs des Innenministers gefährdet auch die Sicherheit von Asylwerbern
Wien (SK) Heftige Kritik an Innenminister Strasser übt
SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni im Zusammenhang mit den
tragischen Vorfällen, die sich am Wochenende im Flüchtlingslager
Traiskirchen zugetragen haben. Die durch einen falschen Spargedanken
motivierte Entscheidung, die Flüchtlingsbetreuung auszugliedern und
an die private deutsche Firma European Homecare zu übertragen, stelle
sich jetzt auf tragische Weise als schwerer Fehler heraus, so
Parnigoni am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Es zeige sich
immer mehr, "dass der unsinnige Sparkurs, den Strasser fährt, nicht
nur die Kriminalität in die Höhe treibt, die Aufklärungsquote
absenkt, die Sicherheit gefährdet, sondern auch zu unmenschlichen
Zuständen in der Flüchtlingsbetreuung führt". ****
Allen Warnungen zum Trotz habe Strasser die Bundesbetreuung
von Asylwerbern den erfolgreichen Hilfsorganisationen Caritas und
Volkshilfe entzogen und der deutschen Privatfirma übertragen. Jetzt
stelle sich heraus, dass alle Warnungen berechtigt waren, European
Homecare sei offensichtlich überfordert und nicht in der Lage, die
Sicherheit der Asyl suchenden Menschen zu gewährleisten. Die
Schutzbehauptung des Innenministeriums, die Hitze sei Schuld an der
Massenschlägerei mit tödlichem Ausgang, sei schon "sehr zynisch",
meinte Parnigoni.
Der SPÖ-Sicherheitssprecher fordert den Innenminister
eindringlich auf, dafür Sorge zu tragen, dass es nicht zu ähnlichen
Vorfällen im Lager Thalham in St. Georgen im Attergau komme. Denn 40
Moldawier, die in die Schlägerei in Traiskirchen verwickelt waren,
wurden nach Thalham verlegt. Dort leben aber auch zehn Tschetschenen.
(Schluss) ml
OTS0045 2003-08-11/10:09
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