Brinek: Keine Sommerpause für die Forschung

Beruf des Wissenschafters muss wieder "cool" werden

Wien, 7. August 2003 (ÖVP-PK) Bei einer Pressekonferenz in Wien ging ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek heute, Donnerstag, auf die forschungspolitischen Herausforderungen für die nächsten Jahre ein. Für die Forschung gebe es keine Sommerpause, "es wird immer geforscht, gedacht, die intellektuelle Neugierde kommt nicht zur Ruhe". Ambitioniertes Ziel der EU und auch der österreichischen Forschungspolitik sei es, die F&E-Quote bis zum Jahr 2010 auf drei Prozent anzuheben. "Ansetzen muss man dafür vor allem bei den Förderungen der Unternehmer, um eine Änderung des Verhältnisses der staatlichen Forschungsinvestitionen und derjenigen aus der Wirtschaft zu erreichen": Derzeit liege dieses Verhältnis bei 42 zu 58 Prozent, das Ziel läge bei einem Drittel staatlicher Förderung und zwei Drittel aus der Wirtschaft. ****

Durch Forschungsaktivität im Betrieb könnte einerseits geldliche Unterstützung erreicht werden, es entstehe aber auch ein "interner Imageeffekt, das heißt, Mitarbeiter fühlen sich motivierter, wenn im Betrieb auch geforscht wird", so die Abgeordnete. Wichtig für innovative Betriebe müsse sein, dass es einen Konnex zur Universität gebe, dass "Universitätsabgänger dort als Motoren von Forschung und Innovation" agierten, sagte Brinek.

Zur Verbesserung des Kontaktes zwischen Wirtschaft und Universitäten schlug die Wissenschaftssprecherin eine Forcierung von alumni-Verbänden vor, die sich mit dieser Frage beschäftigen sollten. Positive Beispiele der letzten Jahre seien sieben neu gebildete Netzwerke zur gezielten Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft, die Initiativen der Christian Doppler-Gesellschaft, das Programm protec2002, steuerliche Maßnahmen aus dem Budgetbegleitgesetz und zusätzliche 600 Millionen Euro durch die Forschungsoffensive der Bundesregierung.

Trotzdem bedürfe es kurzfristig weiterer Maßnahmen wie etwa der raschen Aufteilung der zusätzlichen Fördermittel, einer bessere Beratung für Unternehmen, der Ausweitung des Forschungsfreibetrages auch auf die Auftragsforschung, einer Vereinfachung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Einrichtung einer National-Stiftung für Forschung, forderte Brinek.

Als besonders wichtig erachtet die ÖVP-Wissenschaftssprecherin auch die Statusverbesserung der österreichischen Wissenschafter und Wissenschafterinnen und verstärkte Investitionen in den Nachwuchs von Forscherinnen und Forschern. "Es soll wieder sein, dass man so cool sein möchte wie Anton Zeilinger, der sich in einer Talkshow genau so gut bewegen kann wie auf einem wissenschaftlichen Symposion, oder wie unsere Wissenschafterin des Jahres, Renée Schröder", sagte Brinek, vor allem, da man laut nationalem Forschungsplan in Österreich bis 2010 einen Mehrbedarf an 12.300 F&E-Beschäftigten orte.

Besondere Förderung müsse man hier gerade den Frauen - die die Mehrzahl der Hochschul- und AHS-Abgänger bildeten - zukommen lassen, bekräftigte Brinek. Dahin sei es noch ein weiter Weg, darum müssten die bestehenden Stipendien und Programme fortgesetzt werden. Abschließend forderte die ÖVP-Wissenschaftssprecherin Maßnahmen bereits im schulischen und vorschulischen Bereich, um wissenschaftliche Begeisterung bei Mädchen zu wecken, und eine positive Diskriminierung von Männern im Bereich der Pflichtschullehrer bzw. Frauen in technischen Schulen.

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