• 07.08.2003, 11:33:02
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Brinek: Keine Sommerpause für die Forschung

Beruf des Wissenschafters muss wieder "cool" werden

Wien, 7. August 2003 (ÖVP-PK) Bei einer Pressekonferenz in Wien
ging ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek heute,
Donnerstag, auf die forschungspolitischen Herausforderungen für die
nächsten Jahre ein. Für die Forschung gebe es keine Sommerpause, "es
wird immer geforscht, gedacht, die intellektuelle Neugierde kommt
nicht zur Ruhe". Ambitioniertes Ziel der EU und auch der
österreichischen Forschungspolitik sei es, die F&E-Quote bis zum Jahr
2010 auf drei Prozent anzuheben. "Ansetzen muss man dafür vor allem
bei den Förderungen der Unternehmer, um eine Änderung des
Verhältnisses der staatlichen Forschungsinvestitionen und derjenigen
aus der Wirtschaft zu erreichen": Derzeit liege dieses Verhältnis bei
42 zu 58 Prozent, das Ziel läge bei einem Drittel staatlicher
Förderung und zwei Drittel aus der Wirtschaft. ****

Durch Forschungsaktivität im Betrieb könnte einerseits geldliche
Unterstützung erreicht werden, es entstehe aber auch ein "interner
Imageeffekt, das heißt, Mitarbeiter fühlen sich motivierter, wenn im
Betrieb auch geforscht wird", so die Abgeordnete. Wichtig für
innovative Betriebe müsse sein, dass es einen Konnex zur Universität
gebe, dass "Universitätsabgänger dort als Motoren von Forschung und
Innovation" agierten, sagte Brinek.

Zur Verbesserung des Kontaktes zwischen Wirtschaft und
Universitäten schlug die Wissenschaftssprecherin eine Forcierung von
alumni-Verbänden vor, die sich mit dieser Frage beschäftigen sollten.
Positive Beispiele der letzten Jahre seien sieben neu gebildete
Netzwerke zur gezielten Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft,
die Initiativen der Christian Doppler-Gesellschaft, das Programm
protec2002, steuerliche Maßnahmen aus dem Budgetbegleitgesetz und
zusätzliche 600 Millionen Euro durch die Forschungsoffensive der
Bundesregierung.

Trotzdem bedürfe es kurzfristig weiterer Maßnahmen wie etwa der
raschen Aufteilung der zusätzlichen Fördermittel, einer bessere
Beratung für Unternehmen, der Ausweitung des Forschungsfreibetrages
auch auf die Auftragsforschung, einer Vereinfachung der rechtlichen
Rahmenbedingungen und der Einrichtung einer National-Stiftung für
Forschung, forderte Brinek.

Als besonders wichtig erachtet die ÖVP-Wissenschaftssprecherin
auch die Statusverbesserung der österreichischen Wissenschafter und
Wissenschafterinnen und verstärkte Investitionen in den Nachwuchs von
Forscherinnen und Forschern. "Es soll wieder sein, dass man so cool
sein möchte wie Anton Zeilinger, der sich in einer Talkshow genau so
gut bewegen kann wie auf einem wissenschaftlichen Symposion, oder wie
unsere Wissenschafterin des Jahres, Renée Schröder", sagte Brinek,
vor allem, da man laut nationalem Forschungsplan in Österreich bis
2010 einen Mehrbedarf an 12.300 F&E-Beschäftigten orte.

Besondere Förderung müsse man hier gerade den Frauen - die die
Mehrzahl der Hochschul- und AHS-Abgänger bildeten - zukommen lassen,
bekräftigte Brinek. Dahin sei es noch ein weiter Weg, darum müssten
die bestehenden Stipendien und Programme fortgesetzt werden.
Abschließend forderte die ÖVP-Wissenschaftssprecherin Maßnahmen
bereits im schulischen und vorschulischen Bereich, um
wissenschaftliche Begeisterung bei Mädchen zu wecken, und eine
positive Diskriminierung von Männern im Bereich der
Pflichtschullehrer bzw. Frauen in technischen Schulen.

Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

OTS0099    2003-08-07/11:33

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