Baier (KPÖ): "Gewerkschaft muss mit allen Mitteln gegen Personalabbau und Zerschlagung der ÖBB aktiv werden"

Privatisierung von British Rail war ein Desaster

Wien (OTS) - "Die Gewerkschaft muss mit allen Mitteln gegen Personalabbau und Zerschlagung der ÖBB aktiv werden", so KPÖ-Vorsitzender Walter Baier in Reaktion auf die jüngsten Pläne der Regierung und des ÖBB Managements, 12.000 ÖBB-MitarbeiterInnen abbauen zu wollen.

Baier verweist darauf, dass in den letzten Jahren bereits 20.000 Mitarbeiter bei den ÖBB abgebaut wurden, während die Beschäftigten gleichzeitig jährlich 6,2 Millionen Überstunden leisten müssen.

Baier weiters: "Es geht der schwarzblauen Regierung um die Filetierung und Zerschlagung der ÖBB, es geht um die Privatisierung dieses für die Menschen im Lande so wichtigen Unternehmens. Das Beispiel British-Rail hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Privatisierung wenige Nutznießer aber viele VerliererInnen zur Folge hat. VerlierenInnen waren nicht nur die entlassenen MitarbeiterInnen. VerliererInnen waren auch die Kunden - überfüllte, veraltete und verdreckte Waggons, verspätete Züge und Tarife, die Zugreisen zum Luxus werden lassen, sind heute charakteristisch für das britische Eisenbahnwesen."

Zudem wäre, so Baier, die Einstellung wenig rentabler Bahnlinien zu befürchten. Und nicht übersehen werden dürfe, "dass private Betreiber bei den Sicherheitsausgaben sparen - denn Investitionsaufwendungen sind ein Kostenfaktor. Und wenn die private Gesellschaft zudem an der Börse notiert, so sind Investitionen schlecht für den Aktienkurs."

Der Financial Times Deutschland Korrespondent Titus Kroder hielt schon im Oktober 2001 fest: "Das seit der Privatisierung von British Rail im Jahr 1996 praktizierte Modell krankte an einem deutlichen Interessenkonflikt: zwischen den für den einwandfreien Netzbetrieb erforderlichen langfristigen Investitionen einerseits und den kurzfristigen Gewinninteressen der Aktionäre andererseits. Deshalb strichen die Railtrack-Manager Mittel für Reparatur und Ausbau des Netzes zusammen. Es kam zu verheerenden Zugunglücken."(siehe
http://www.ftd.de/ub/di/1275942.html?nv=sl).

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